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Fürs Ingersheimer Rathaus wird’s eng

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  • Das Ingersheimer Rathaus könnte sich bald deutlich leeren: Hauptamtsleiterin Carolin Knirsch fällt bereits wegen Mutterschutz bis 2018 aus und Kämmerer Christian Eiberger möchte in Asperg Bürgermeister werden. 1/3
    Das Ingersheimer Rathaus könnte sich bald deutlich leeren: Hauptamtsleiterin Carolin Knirsch fällt bereits wegen Mutterschutz bis 2018 aus und Kämmerer Christian Eiberger möchte in Asperg Bürgermeister werden. Foto: 
  • Ingersheimer Kämmerer Christian Eiberger will Asperger Bürgermeister werden.  2/3
    Ingersheimer Kämmerer Christian Eiberger will Asperger Bürgermeister werden. Foto: 
  • Auch der Serheimer Marc Thomas Bauer versucht sein Glück im Rathaus Asperg. 3/3
    Auch der Serheimer Marc Thomas Bauer versucht sein Glück im Rathaus Asperg. Foto: 
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Fast 10 500 Asperger sind am Sonntag, 24. September, aufgerufen, den Nachfolger von Bürgermeister Ulrich Strorer zu wählen, der nach 24-jähriger Amtszeit aus freien Stücken ausscheidet. Hoher Favorit ist dabei trotz zweier Gegenkandidaten Diplom-Verwaltungswirt Christian Eiberger, der seit viereinhalb Jahren Kämmerer der Gemeinde Ingersheim ist. Der 35-Jährige droht eine monatelange Lücke im Ingersheimer Rathaus zu hinterlassen. Was besonders fatal ist, weil bis ins Jahr 2018 auch Hauptamtsleiterin Carolin Knirsch wegen ihrer Babypause ausfällt.

Dass Eiberger gute Chancen hat, die Wahl in Asperg zu gewinnen, hat seine Gründe: Der diplomierte Absolvent der Hochschule für Verwaltung und Finanzen in Ludwigsburg mit elfjähriger Praxis­erfahrung in den Rathäusern von Sigmaringen, Möglingen und Ingersheim ist mit kommunalen Problemstellungen bestens vertraut. Darüber hinaus ist er auch als Lehrbeauftragter dieser Kaderschmiede für den gehobenen Verwaltungsdienst Baden-Württembergs im Fach Abgaberecht geradezu prädestiniert, die Finanzen Aspergs langfristig in Ordnung zu bringen.

Der derzeit noch in Marbach beheimatete verheiratete Vater zweier Söhne hat im Vorfeld der Wahl auch keine Gelegenheit ausgelassen, sich in der Stadt unterm Hohenasperg bekannt zu machen. Er wirbt für sich in Flyern und auf seiner Homepage mit dem Slogan „Menschlich. Kompetent. Für Asperg“ und dem Versprechen „Asperg zukunftsfähig zu gestalten“. Dabei hat er ein reichhaltiges Zukunftsprogramm anzubieten, das gilt für Bildung und Betreuung („Für die Kleinen Großes erreichen“) über Verkehr und Mobilität („Die zentrale Lage Aspergs ist Segen und Fluch zugleich“) bis zum Ehrenamt in Vereinen und Kirchen („Das sind elementare Standbeine unserer Gesellschaft“). Und dann natürlich sein persönliches Steckenpferd: die Finanzen. Da setzt er auf die langfristige Reduzierung der Schulden der Stadt und auf eine „nachhaltige Finanzpolitik“, will auch bezahlbaren Wohnraum schaffen und verspricht kostenlose W-Lan-Hotspots im öffentlichen Raum und den Ausbau des Breitbandkabelnetzes.

In Ingersheim rechnet man deshalb damit, dass Eiberger die Wahl gewinnt. Die einen macht das stolz, doch andere sehen das mit gemischten Gefühlen. Denn die Rathausmannschaft von Bürgermeister Volker Godel ist ohnehin „auf Kante gestrickt“. Wenn nun nach der Hauptamtsleiterin auch noch der Kämmerer geht, wird es eng. „Dann werden wir nicht mehr alles und sofort machen können“, weiß die stellvertretende Hauptamtsleiterin Heike Klein. Und auch in der Kämmerei wird es klamm, denn schließlich muss unter anderem auch der Haushaltsplan 2018 nach dem sogenannten „Neuen Kommunalen Haushaltrecht“ gestaltet werden.

Für diese Umstellung des Finanzierungssystems der Gemeinde wurde zwar eigens die junge Hochschulabsolventin Kathrin Weible eingestellt, die sich die Arbeit mit dem stellvertretenden Kämmerer Harald Schnabel teilt, doch wenn Eiberger vermutlich Anfang November weggehen würde, wäre die Zeit zu knapp, um gleich einen neuen Kämmerer installieren zu können. Es sei denn der 54-jährigen Schnabel würde sich um die Stelle bewerben, der die Ingersheimer Verhältnisse aus dem Effeff kennt, und seinen geliebten Job als Liegenschaftsverwalter aufgibt, um sich mehr dem neuen Haushaltsrecht zu widmen.

Oder aber die neue Mitarbeiterin Kathrin Weible würde sich bewerben, weil sie inzwischen die Vermögensverhältnisse der Gemeinde intensiv studiert hat und auch mit der damit verbundenen EDV-Umstellung bestens vertraut ist. Auf alle Fälle muss die Stelle erst einmal öffentlich ausgeschrieben werden. So verlangt es nun mal das Kommunalrecht.

Wenn am Sonntag, 24. September, ein neuer Bürgermeister in Asperg gewählt wird, hat Christian Eiberger zwei Gegenkandidaten. Davon ist der Diplomkaufmann Marc Thomas Bauer (41) aus Sersheim ein ernst zu nehmender Gegner, weil er wie Eiberger parteilos und darüber hinaus ein echter „Asperger Junge“ ist, weil er bis zu seinem 27. Lebensjahr dort beheimatet war und als ehemaliges Mitglied des dortigen TSV und der Stadtkapelle Asperg noch eng vernetzt ist. Nur marginale Chancen werden dagegen dem 56-jährigen Stuttgarter Musikpädagogen Ulrich Raisch (CDU) eingeräumt, der sich als „Bürgermeister-Dauerkandidat“ im Kreis Ludwigsburg einen gewissen Namen gemacht hat und bereits zum 33. Mal in einer hiesigen Kommune gastiert. nick

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