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Feuerwehr rettet Jugendliche

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Der DRK versorgt bei der Hauptübung der Freiwilligen Feuerwehr in Ingersheim die gerettete Person. Im Hintergrund werden weitere Jugendliche über die Drehleiter gerettet. Es waren nicht nur viele Einsatzkräfte vor Ort, auch zahlreiche Besucher schauten zu.  Foto: 

Feuerwehr, Martinshorn, Blaulicht, großer Aufruhr und ein spürbarer Adrenalinpegel unter den Einsatzkräften. Die vielen zuschauenden Kinder machen große Augen. Angst müssen sie nicht haben, denn in Gefahr befindet sich niemand. Die Freiwillige Feuerwehr Ingersheim probt für den Ernstfall.

Rund 70 Neugierige, darunter viele Familien, schauten am Samstagnachmittag bei der diesjährigen Hauptübung der Freiwilligen Feuerwehr Ingersheim zu. Schauplatz war der Bauhof, in dem früher Wohnungen für Obdachlose untergebracht waren. In den vergangenen Jahren wurde am Schloss, in der Schillerschule und am Alten Rathaus trainiert, nun war das Gebäude aus den 1950er-Jahren in der Kleiningersheimer Straße an der Reihe.

Die Feuerwehr ging von folgender Sachlage aus: Im Obergeschoss des Hauses halten sich Jugendliche auf. Durch einen Kurzschluss kommt es zu einem Brand. Als die Feuerwehr eintrifft, stehen bereits zwei Räume in Flammen. Die Personen müssen über die Fenster in Sicherheit gebracht werden. Die Ingersheimer Feuerwehr war mit drei Fahrzeugen und 35 Mann vor Ort, aus Bietigheim-Bissingen kamen 15 Feuerwehrleute mit zwei Fahrzeugen. Außerdem waren vier Helfer des Ingersheimer DRK-Ortsvereins dabei. Die Zuschauer der Übung warten. Wann genau der Alarm ausgelöst wurde, wissen sie nicht. Auf einmal tönt ohrenbetäubend das Martinshorn, dicht hintereinander preschen die ersten Feuerwehrautos heran. Eines versperrt die Straßenzufahrt am Kreisverkehr. Ruck zuck ist ein Gullideckel entfernt, eine Standleitung für den Hydranten aufgebaut und der Schlauch angeschlossen. Irgendwo ist ein Leck, eine kleine Fontäne erhebt sich über dem Asphalt. Einige Meter weiter transportieren andere Einsatzkräfte Steigleitern an die Fenster.

Kleine Fehlen passierten

„Das war nicht optimal“, kommentiert Ingersheims Bürgermeister Volker Godel, als ein Feuerwehrfahrzeug zweimal rangieren muss, weil es sonst gekracht hätte. Als die Fahrzeuge aus Bietigheim-Bissingen ankommen, liegen noch ein paar Meter Schlauch auf der Straße und versperren einen Teil des Weges. Doch es sind schnell genügend Einsatzkräfte zur Stelle, die das Problem beheben. Derweil sind andere längst beschäftigt, die Personen im Obergeschoss des Hauses zu bergen, manche werden bereits auf der Trage liegend zur medizinischen Erstversorgung gebracht. Mit einem reibungslosen Ablauf könne man nicht pauschal rechnen, sagt Ingersheims Kommandant Andreas Fritz. Bettlägerige Personen beispielsweise könnten nicht einfach über eine Leiter nach draußen klettern. Aufpassen mussten die Einsatzkräfte auch, dass sich Drehleiter und Oberspannungsleitung nicht zu nahe kommen.

„Solche Einsätze sind nicht planbar, sondern individuell“, sagt Kommandant Fritz. Großen psychischen und physischen Belastungen seien deswegen die Atemschutzträger ausgesetzt, die die Räume als erste erschließen müssten und noch nicht wüssten, was auf sie zukommt. Sie stehen über Funk mit einem Überwacher in Verbindung, der den Sauerstoffverbrauch in ihren Flaschen ermitteln und im Notfall das Kommando für den Rückzug geben kann. „Wenn der Funkkontakt abbrechen sollte, muss der Überwacher sofort einen Sicherheitstrupp hinterher schicken“, erklärt Fritz.

Der Kommandant lobte nach der Übung die Zusammenarbeit mit den Bietigheim-Bissinger Kollegen und war mit der Übung zufrieden, auch weil die Feuerwehr innerhalb der vorgeschriebenen zehn Minuten vor Ort war. Wäre der Einsatz am Samstag ein Ernstfall gewesen, hätten vermutlich alle Personen überlebt.

Anlauf steht hier Text für einen dreispaltigen Infokasten. bz

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