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Fastenzeit: Der Körper auf dem Prüfstand

40 Tage lang dauert die Fastenzeit, die mit dem Aschermittwoch beginnt. Viele nutzen die christlich-motivierte Phase, um ihren Körper mit Fasten, Diät oder Bewegung in Schwung zu bringen.

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Ob aus religiösen oder gesundheitlichen Gründen: Die Fastenzeit führt oft dazu, dass der Teller leer bleibt.  Foto: 

Die 40 Tage zwischen Aschermittwoch und Ostern sind für die christlichen Kirchen der Zeitraum des Fastens und Betens zur Vorbereitung auf das Hochfest Ostern. Schon lange ist diese Zeit aber nicht nur für Christen eine Phase, in der sie sich bewusst und gesund ernähren, auf Genüsse wie Alkohol, Zigaretten, Süßes verzichten. Sie nutzen die Zeit, um sich in Form zu bringen, bewusster zu leben, Verzicht zu üben. Enthaltsamkeit ist das Motto.

Die evangelische Landeskirche nennt das "40 Tage oder sieben Wochen ohne". So wird das Fasten oder die Enthaltsamkeit per Internet oder in Gruppen in den Gemeinden vor Ort mit täglichen geistigen Impulsen begleitet. Auch die katholische Kirche setzt eher auf die geistige Besinnnung. Das katholische Dekanat Ludwigsburg bietet am 20. Februar, einen "Besinnungstag in der Fastenzeit" im Haus Sankt Josef an: Heute sei das Seelenheil nicht mehr wie früher an den Verzicht auf Fleisch gebunden. Eher gelte die Fastenzeit als Zeit der Einkehr, der Umkehr und Besinnung. Diese drei Begriffe stehen aber in engem Bezug zur körperlichen Verfassung und diese stellen viele in diesen 40 Tagen auf den Prüfstand.

Auch weltliche Institutionen wie die Krankenkassen oder die Schiller-Volkshochschule bieten Informationen oder Kurse gerade in dieser Zeit an. "Fasten kann bedeuten, auf Genussmittel zu verzichten, aber auch Angewohnheiten bewusst zu ändern", sagt Ernährungswissenschaftlerin Elke Walther von der AOK Ludwigsburg-Rems-Murr. Oft, so sagt sie, hätte der bewusste Verzicht auch etwas "Befreiendes". Sie erklärt, dass mit dem Begriff "Fasten" eigentlich das "Heilfasten" gemeint ist. Hier werde auf feste Nahrung verzichtet, nur Wasser, Brühe oder Saft eingenommen. Walther empfiehlt, dies nie ohne Rücksprache mit dem Arzt und der Abklärung gesundheitlicher Risiken zu tun, um sich dann an einen Fastenplan zu halten: Zwei Entlastungstage mit kalorienreduzierter Kost, dem Verzicht auf Koffein, Alkohol oder andere Genussmittel sowie dem Darmentleeren durch Abführmittel. Dann folgt das eigentliche Fasten. Das anschließende Fastenbrechen, so Walther, sollte langsam erfolgen, um den Körper nicht zu sehr zu belasten. Die Krankenkassen, etwa die AOK oder "mhplus" in Ludwigsburg, sowie die Schiller-VHS, bieten Fasten-Kurse an, in denen man fachmännisch begleitet wird. Genauso bieten sie die Begleitung beim Wunsch an, Gewicht abzunehmen. Derzeit gibt es einen AOK-Kurs "Pfundsfit zum Wohlfühlgewicht" in Bietigheim-Bissingen. "Es gibt immer einen Kurs dieser Reihe, abwechselnd in einem anderen Ort in der Region", sagt Walther. In diesen Kursen wird ein Grundwissen gesunder und kalorienbewusster Ernährung vermittelt und es gibt einen Kochkurs. Außerdem bieten die Krankenkassen Einzelberatungen an. "Wir begleiten den Menschen, die Termine und die Zeitspanne werden dem Bedarf angepasst", sagt sie.

Spezielle Diäten, wie eine Kartoffel-, Kohl- oder andere Diät, sagt Walther, hätten ihre Berechtigung und seien nicht ganz verkehrt, aber sie würden viele Stolpersteine bergen. "Der allseits bekannte Jojo-Effekt birgt die Gefahr, dass man sich anschließend als Versager fühlt, das Selbstbewusstsein noch mehr sinkt", erklärt sie. Besser sei, das Essverhalten grundsätzlich zu verändern. Sie empfiehlt deshalb, auch das Essen immer mit "allen Sinnen zu genießen, aber mit Bedacht".

Info In der Donnerstagsausgabe gibt es anlässlich des Beginns der Fastenzeit ein Gespräch mit einem katholischen Priester zum Thema Enthaltsamkeit.

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