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Familienbetrieb für den Familienspaß

Tripsdrill gehörte zu den Nominierten des Mittelstandspreises für soziale Verantwortung. Grund genug, einmal nachzufragen, wie ein Familienunternehmen der ganz besonderen Art geführt wird. Ein Porträt.

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Wenn bei Fischers der Familienrat tagt, dann geht es in der Regel um neue Attraktionen für den Erlebnispark Tripsdrill. Die Brüder Helmut, Roland und Dieter Fischer wägen dann ab, ob die neue Idee gut ist, sich in die Landschaft einfügt und das finanzielle Risiko überschaubar ist. "Das Thema muss halt zu Tripsdrill passen", sagt Helmut Fischer, der in der Firma für die rund 100 Attraktionen verantwortlich ist, die von der Guglhupf-Gaudi-Tour übers Waschzuber-Rafting bis zur hochmodernen Katapult-Achterbahn "Karacho" reichen.

Denn das ist die Firmenphilosophie: "Wenn wir was machen, dann muss es authentisch sein" (Helmut Fischer). Schließlich gehe es nicht darum, mit den Großen der Branche wie etwa Legoland, Heidepark oder Rust in direkte Konkurrenz zu treten. Und außerdem ist man das der zauberhaften Landschaft schuldig, die direkt an den Naturpark Stromberg-Heuchelberg angrenzt.

Deshalb wurde auch kein Hotel ins Gelände "geklotzt", sondern für Übernachtungsgäste neben dem Schäferwagen im Jahr 2011 noch fünf Baumhäuser mit bis zu sechs Betten gebaut. Um die Genehmigung habe man zwar einige Jahre mit den Behörden ringen müssen, sagt Helmut Fischer nachträglich schmunzelnd, doch aktuell liegt schon eine neue für fünfzehn weitere Baumhäuser vor.

Es war ein weiter Weg, den das Familienunternehmen zurückgelegt hat, seit 1929 der Großvater der Fischer-Brüder die Altweibermühle ins Tal unterm Michaelsberg baute, aus der betagte Damen angeblich runderneuert als fesche Mädle wieder auftauchen. Ein Treffpunkt für Jung und Alt aus der ganzen Umgebung zum Amüsement mit Wirtschaft und Tanzboden. Vater Kurt Fischer hat nach dem Zweiten Weltkrieg als Kriegsverletzter die nach einem Blitzschlag abgebrannte Altweibermühle wieder mühsam auf- und Zug um Zug im Laufe der Jahre zu einem Freizeitpark ausgebaut.

Anfang der 70er-Jahre wurde das anfangs nur rund fünf Hektar große Gelände noch durch die Eröffnung des nahe gelegenen Wildparks entscheidend vergrößert und beträgt heute insgesamt 77 Hektar.

Ist damit Schluss? Helmut Fischer lacht: "So ein Erlebnispark wird nie fertig." Tripsdrill wurde zum Vorbild für all die Erlebnis- und Freizeitparks, die Ende des letzten Jahrhunderts buchstäblich wie Pilze aus der Erde wuchsen. Die Kaffeetassen-Fahrt, eine Erfindung von Tripsdrill, kann man heute weltweit finden. Andererseits wuchs der Konkurrenzdruck enorm und die Fischers konnten sich nicht nur auf ihren Ideenreichtum verlassen ("Wir sind schließlich ein Land der Erfinder"), sondern mussten sich darüber hinaus in der Welt umschauen, was die Branche umtreibt. So gehört es inzwischen zum guten Brauch, dass man sich auch alljährlich nach Orlando in Florida (USA) begibt, wo die große Messe der Branche stattfindet.

"Aber dieses Höher, Schneller, Weiter der Anderen machen wir nicht mit", schwört Helmut Fischer. Die Besucher sollen sich wohlfühlen in Tripsdrill. Dazu gehört neben dem ohnehin imposanten Unterhaltungsangebot mit dem heimeligen Ambiente ("Bei uns finden sie keine Werbung auf dem Gelände") auch ein anspruchsvolles gastronomisches Angebot mit ausschließlich regionalen Produkten, das Roland Fischer mit Hingabe betreibt. Und es gehören die Wildschweine, Bisons, Hirsche, Rehe, Bären und Wölfe dazu, die sich in den Wildgehegen tummeln. Dort führt inzwischen Andreas Fischer Regie, nachdem sich in diesem Jahr sein Vater Dieter aus dem operativen Geschäft zurückgezogen hat.

Um allen Ansprüchen zu genügen, hat die Familie außerdem schon im Jahr 1994 in dem Franzosen Emmanuel Mongon (Imagine West) einen genialen Masterplaner gefunden, der seitdem den sukzessiven Ausbau des schwäbischen Freizeitparks plant und überwacht. "Er achtet mit uns darauf, dass sich alle Neuheiten in die Landschaft integrieren", sagt Fischer, "denn das ist uns wichtig". Der Mann aus Paris hat mit dazu beigetragen, dass sich heute Branchenexperten aus aller Welt in Cleebronn einfinden, um sich ihrerseits neue Ideen zu holen. Gerade in dieser Woche waren das wieder zwei Freizeitpark-Designer aus Los Angeles sowie ein Parkbetreiber aus Dubai.

Ehrungen, Auszeichnungen und Pokale zeugen davon, dass das Erfolgsrezept der Familie Fischer immer aufgegangen ist: Kreativität, Bodenständigkeit, soziales Engagement. Letzteres wird konsequent seit den 90er-Jahren betrieben (siehe Kasten) und hat in diesem Jahr dazu geführt, dass der Erlebnispark Tripsdrill zu den 15 Nominierten für den "Mittelstandspreis für soziale Verantwortung in Baden-Württemberg 2014" gehört, um den sich insgesamt 258 beworben hatten.

Info Mehr über die Preisträger des "Mittelstandspreises für soziale Verantwortung" aus der Region auf

Das soziale Engagement

Soziale Verantwortung soll beim Unternehmen Erlebnispark Tripsdrill nicht nur eine hohle Phrase sein. Die wichtigsten Aktivitäten:

DRK-Blutspenden Seit dem Jahr 2001 gibt es die Kooperation mit der Blutspendezentrale des DRK. 34 243 Spenden sind in der Zeit dort abgezapft worden. Die Zahl der Erstspender (15,15 Prozent) ist doppelt so hoch wie bei anderen Blutspendeaktionen. Alle Teilnehmer bekommen ein Tagesticket umsonst.

Kinderschutzbund-Ausfahrten Seit den 90er-Jahren kooperiert das Unternehmen mit dem Kinderschutzbund und stellt jährlich 200 kostenlose Eintrittskarten für Ausfahrten zur Verfügung. Insgesamt sind das bis jetzt 3500 Tickets.

Helfen macht Freude Eine Kooperation mit dem Sozialministerium seit 2009, um sozial benachteiligten Familien einen unbeschwerten Tag im Erlebnispark zu ermöglichen. 2014 erhalten 600 Alleinerziehende Freikarten für Tripsdrill.

Erlebnis-Bus-Reisen In Zusammenarbeit mit dem Verband Baden-Württembergischer Omnibusunternehmen (WBO) wurden insgesamt 1600 Heimkinder zu einem kostenlosen Tag eingeladen.

Landesfamilienpass Inhaber des Landesfamilienpasses erhalten seit 2012 ermäßigte Tages-Tickets.

Helfertag 2009 Tripsdrill und das Sozialministerium bedanken sich bei rund 400 Jugendlichen für ihren ehrenamtlichen Einsatz beim DRK, beim THS und bei der DLRG mit kostenlosen Tickets.

NICK

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