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Erinnerung an die Zerstörung der Ludwigsburger Synagoge

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Die diesjährige Gedenkfeier auf dem Ludwigsburger Synagogenplatz.  Foto: 

Bei der Gedenkfeier des Arbeitskreises Dialog Synagogenplatz hat der Ludwigsburger Stadtarchivar Simon Karzel am Freitag an das jüdische Leben vor der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 erinnert. Die jüdischen Bürger seien über viele Jahrzehnte voll integriert gewesen, betonte er und belegte dies an historischen Dokumenten und Biografien einzelner Persönlichkeiten, die es zu hoher Anerkennung gebracht hätten.

Dazu gehörte der 1858 geborene Max Elsas, der später Unternehmer wurde und es bis zum Stellvertreter des Oberbürgermeisters brachte. Das hohe Ansehen bewahrte ihn aber nicht davor, am 10. November 1938, als Nazis in Ludwigsburg die Synagoge niederbrannten, trotz seines hohen Alters von 80 Jahren in seiner Wohnung verhaftet zu werden. Vier Jahre später starb er im Konzentrationslager Theresienstadt an Entkräftung. Heute erinnert ein Straßenname in Ludwigsburg an Max Elsas.

Nur vier Juden überlebten

Das Pogrom der Nazis überlebten bis Kriegsende lediglich vier Juden aus Ludwigsburg, sagte der Stadthistoriker bei der Veranstaltung. Der Synagogenplatz erinnert mit zwei Dutzend Koffer-Skulpturen an die Zeit der Deportierung und sei dennoch „eine Narbe im Stadtbild“. Das jüdische Gotteshaus sei etwas Besonderes gewesen. Nicht zuletzt die von der Ludwigsburger Firma Walcker gekaufte Orgel zeige, dass die jüdische Gemeinde weltoffen gewesen sei, da ein solches Instrument in einer Synagoge ungewöhnlich war. Übrig geblieben ist eine einzige Orgelpfeife, die im Stadtmuseum zu sehen ist.

Zur Gedenkfeier waren zahlreiche Ludwigsburger gekommen. Oberbürgermeister Werner Spec zeigte sich in seiner Rede als engagierter Europäer und Demokrat, der dazu aufrief, „Rechtspopulismus und Rassisten keinen Raum zu geben“. Eine Zeit wie im Nationalsozialismus dürfe es nie wieder geben. Musikalisch gestaltete das Ensemble „Café Dünya“ die Veranstaltung. Die vierköpfige Gruppe aus Rottenburg, Böblingen und Remseck hatte jiddische Lieder im Programm.

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