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EnBW: GKN-Untergrund ist sicher

Seit dem vergangenen Jahr ist der GKN-Block I vom Netz. Was nun daraus werden soll, erläuterte ein Vertreter der EnBW Kernkraft am Montag im Gemeinderat.

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Rückbau und die Standsicherheit des Kernkraftwerkes waren Themen im Gemmrigheimer Gemeinderat.  Foto: 

Bevor der Geschäftsführer der EnBW Kernkraft (EnKK), Christoph Heil, den Gemeinderäten erklärte, was der Betreiber des Gemeinschaftskernkraftwerks in Neckarwestheim (GKN) mit dem 2012 abgeschalteten Block I vorhat, nahm er aus aktuellem Anlass zunächst Stellung zu einem anderen Thema: Der Baugrund, auf dem seinerzeit das GKN I gebaut wurde, sei sicher, meinte Heil und trat damit kritischen Äußerungen aus der Presse entgegen.

In den vergangenen Wochen hatte es hier und da eine Neuauflage der Diskussion gegeben, ob das GKN I wirklich auf sicherem Grund stehe. "Den Baugrund hat man damals vor dem Bau untersucht. Dabei wurden zwei Störbereiche im Boden unter dem Kühlturm identifiziert", erklärte Heil am Montag. Es könne dort tatsächlich "zur Auslaugung von Gips" kommen. Diesem Problem begegne der Kraftwerksbetreiber indes mit einer Zement-Suspension, die jeweils immer im Abstand von mehreren Jahren in den Untergrund injiziert würde.

Laut Heil geht von der gegenwärtigen Bodensituation also keine Gefahr aus. Regelmäßige hydrologische und hydrogeologische Messungen vor Ort hätten bislang keine Hinweise auf "problematische Änderungen der Grundwasserverhältnisse" oder auf aktuelle "Sulfatauslaugungsprozesse"" ergeben, so der EnKK-Vertreter. Überdies habe der Kühlturm keine sicherheitstechnische Bedeutung. Und auch unter den sicherheitstechnisch bedeutsamen Gebäuden des GKN gäbe es keinerlei Hinweise auf Hohlräume oder Bodenverwerfungen. Damit wandte sich Heil den EnBW-Plänen für einen Rückbau des GKN-Blocks I zu.

Im Mai hat die EnBW beim baden-württembergischen Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft einen Antrag für den Abbau des GKN-Blocks I eingereicht. Genehmigt das Land die Pläne, könnte es mit dem Rückbau des abgeschalteten Atommeilers im Jahr 2017 losgehen. Der Rückbau des GKN I soll nach Schätzungen der EnBW 15 bis 20 Jahre dauern. Dafür gibt es allerdings außer der planungsrechtlichen Komponente noch zwei bauliche Voraussetzungen: Auf dem GKN-Gelände, das sich zu einem Großteil auf Neckarwestheimer Gemarkung befindet, sollen vermutlich ab dem Jahr 2015 ein weiteres Zwischenlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle und ein sogenanntes Reststoffbearbeitungszentrum errichtet werden.

Die beim Rückbau vom GKN I anfallenden schwach- und mittelradioaktiven Abfälle würden später einmal im Schacht Konrad endgültig eingelagert. Im Reststoffbearbeitungszentrum sollen Großkomponenten auch aus anderen stillgelegten Atomkraftwerken zerlegt sowie dekontaminiert und danach wieder zu den Ursprungsorten transportiert werden.

Unabhängig von diesen Absichten prüfe die EnBW gerade, ob 15 hochradioaktive Castoren aus Obrigheim zum vorhandenen GKN-Zwischenlager transportiert werden können, das sich auf Gemmrigheimer Gemarkung befindet. Dort sei nach der Abschaltung des GKN I noch Platz für abgebrannte Brennstäbe und die EnBW könne sich damit den Bau eines Zwischenlagers in Obrigheim sparen, führte Heil aus.

Wo die hochradioaktiven abgebrannten Brennelemente später einmal endgültig landen, steht nach dem Ausscheiden von Gorleben als alleinigem Endlager-Standort noch nicht fest. Die Suche nach alternativen Standorten hat indes bereits begonnen.

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Kommentare

19.09.2013 08:00 Uhr

Probleme ausgeblendet von EnBW und Atomaufsicht

Wer es besser wissen will als die gefilterten EnBW-Infos:
Auf der folgenden Seite findet sich der Download-Link zur aktualisierten Broschüre des Geologen Dr. Hermann Behmel über die Probleme des Untergrunds unter dem AKW:
https://www.die-anstifter.de/kategorie/was-wir-machen/publikationen/

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