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Einwohnerzahl: Neue Prognose fällt durch Flüchtlingszahlen höher aus

Die Vielzahl an Flüchtlingen hat nun dazu geführt, dass das Statistische Landesamt in Stuttgart seine Prognose zur regionalen Entwicklung der Bevölkerung neu berechnen musste.

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Eine hohe Zahl an Flüchtlingen verändert langfristig die Entwicklung der Einwohnerzahl - zumindest ein bisschen. Der Zustrom an Asylbewerbern hat nun jedenfalls dazu beigetragen, dass das Statistische Landesamt in Stuttgart seine Prognose für die Entwicklung der Bevölkerung höher ansetzt. Demnach wächst die Einwohnerzahl in Baden-Württemberg bis 2025 um vier Prozent oder um 425.000 Menschen auf 11,14 Millionen. Bislang sind die Statistiker von gut 340.000 Einwohnern weniger ausgegangen (10,8 Millionen) - allerdings erst für das Jahr 2030. Der Landkreis Ludwigsburg soll nun im Jahr 2025 auf 557.100 Einwohner kommen anstatt wie bislang vermutet auf 534.400 - im Jahr 2030.

Ein zentraler Grund für diese Unterschiede ist, dass die Statistikexperten des Landesamtes mittlerweile davon ausgehen, dass das sogenannte Wanderungssaldo für Baden-Württemberg größer ist als bislang angenommen: Unterm Strich sind demnach nun noch viel mehr Menschen zugewandert als abgewandert. In der neuen Berechnung wird für das Jahr 2015 folglich ein starkes Plus von 125.000 Personen unterstellt - die alte Rechnung ergab lediglich ein Plus von 59.000.

Flüchtlinge beeinflussen diese Zahl allerdings nur zum Teil: Laut Ivar Cornelius vom Statistischen Landesamt spielen auch Einwanderungen aus anderen Bundesländern Deutschlands oder von EU-Staatsbürgern eine Rolle.

Das Plus an Zuwanderern nimmt in Baden-Württemberg mit der Zeit allerdings wieder ab, schätzt Cornelius. Die Experten haben für diese Prognose auf Erfahrungen nach der Flüchtlingswelle infolge des Jugoslawien-Krieges in den 1990er-Jahren zurückgegriffen: Auch damals ist der Anteil der Menschen, die in ihre Heimat zurück sind, mit den Jahren wieder größer geworden.

Ihre neuen Vermutungen haben die Statistiker vor allem auf Zahlen aus dem Jahr 2014 gebaut - einer Zeit, in der der Flüchtlingsstrom nach Deutschland anschwoll. Die ältere Prognose fußte auf Zahlen aus dem Jahr 2012. "Wir sind keine Auguren und können nur aus der Vergangenheit und der Gegenwart Erkenntnisse für die Zukunft gewinnen", erklärt Cornelius. Die Geburtenzahl pro Frau wurde übrigens unbeeindruckt von der Flüchtlingswelle leicht höher angesetzt: von 1,4 auf 1,5. Die Deutschen bekommen eben wieder mehr Kinder.

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