Partner der

Ein finanzrelevantes Vergnügen

Für 2,7 Millionen Euro soll das Schloss Favorite in den nächsten Jahren saniert werden. Die Geldgeberin, Finanzministerin Edith Sitzmann (Grüne) schaute sich am Dienstag die Situation an.

|
Finanzministerin Edith Sitzmann (Zweite von links) bei ihrem Besuch auf Schloss Favorite mit Ludwigsburgs Bürgermeister Werner Seigfried, Konservatorin Patricia Peschel und Schlösser- und Gärten-Geschäftsführer Andreas Falz (von links).  Foto: 

Finanzministerin Edith Sitzmann (Grüne) lässt es sich nicht nehmen und läuft die langgestreckte Allee den Berg hoch zu Schloss Favorite. Einer der Termine, sei der Besuch, der einer Finanzministerin Lust mache, sagt, sie, oben angekommen. 2,7 Millionen Euro steckt das Land in die Finanzierung des Lustschlosses und die Ministerin, die das Geld frei macht, schaut sich an, was damit passiert. „Dieser Besuch ist ein finanzrelevantes Vergnügen“, sagt sie. Die Schäden, die repariert werden müssen, sind sofort sichtbar: Die Fassade bröckelt, die Steintreppengeländer sind gebrochen, die Fenster abgeblättert.

Froh ist sie natürlich nicht, dass das Schloss, das 2015 an die 10 000 Besucher hatte, ein Jahr lang, 2017, für die Sanierungsarbeiten, die im Herbst beginnen, geschlossen werden muss. Da gehen Einnahmen durch Eintrittsgelder flöten und auch das Nachtcafé mit Wieland Backes musste wegen der Sanierung ausziehen und kommt auch nicht wieder nach Ludwigsburg. Hier gehen feste Mieteinnahmen verloren. Trotzdem ist ihr klar, so sagt die Finanzministerin, dass Kulturgut erhalten werden muss. Deshalb ist sie sehr interessiert, was mit den Steuergeldern passiert.

Das erklären ihr die Konservatorin der Schlösser und Gärten, Patricia Peschel, der zweite Geschäftsführer Andreas Falz und vor allem der Architekt der die Sanierung ausführenden Vermögen und Bau Baden-Württemberg, Volker Janzen. 35 Jahre ist es her, dass es Sanierungsarbeiten auf Schloss Favorite gab und nun muss vor allem die Fassade und das marode Dach saniert werden und das fällt unter Janzens Arbeitsbereich. Er erklärt Edith Sitzmann anhand von Plänen, wie derzeit die richtige Fassadenfarbe für das Schloss gefunden wird. Im Eingangsbereich, an der rechten Seite der Treppe werden seit längerem verschiedene Lasuren ausprobiert, „wahrscheinlich wird es Kalk“, sagt Janzen, weil die anderen Materialien schon jetzt verblichen sind. Die Farbe ist hingegen klar, sie wird wieder rötlich, denn das ist die Originalfarbe.

Die größte Baustelle aber wird das Dach, das seit der Erbauung schon mehrmals saniert und ausgebessert wurde, weil es brüchig, wasserdurchlässig und nicht stabil war, weil, so Janzen, es eine ganz besondere Konstruktion ist. Sichtbar ist es als Flachdach, aber nicht sichtbar wurde es als Giebeldach konstruiert, über der Stuckdecke des großen Saales. Schon in den 1980er-Jahren wurde das Dach durch eine Stahlkonstruktion verstärkt, aber Schäden wurden dabei nicht verbessert, das wird jetzt geschehen.

Bei Patricia Peschel geht es vor allem ums Mobiliar, denn die Räumlichkeiten werden zwar auch, wo es notwendig ist, renoviert, aber die Möbel, die momentan im Favorite stehen, gehören da nicht hin, sagt die Kunsthistorikerin. Sie gehören vor allem in die Räumlichkeiten von Königin Charlotte Mathilde im Residenzschloss und da sollen sie auch wieder hin. Peschel erklärt Edith Sitzmann, dass bei Königs die Möbel je nach Bedarf aus dem Schloss geholt wurden, das Lustschlösschen also eigentlich leer stand. Edith Sitzmann will zum Abschluss ihres Besuches noch unbedingt auf den Dachbalkon, von dem aus die Herrscher und ihre Gäste direkt die Hirsche schossen. „Ist das schön, auch ohne Jagd“, sagt die Grüne.

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Partner der

Der Protest ist gewollt

Direkte Demokratie und die Folgen: Das Ringen um Mehrheiten kann man auch verlieren, sagt Umweltminister Untersteller. weiter lesen