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Ehefrau getötet: Zehn Jahre Haft für 77-Jährigen

Eine Haftstrafe von zehn Jahren erhielt ein 77-jähriger Ludwigsburger Rentner, der seine Ehefrau im Badezimmer mit einem Eisenteil erschlagen hat.

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Zu zehn Jahren Haft verurteilten die Richter des Landesgerichts Stuttgart den 77-jährigen Ludwigsburger für die Tötung seiner Ehefrau im Januar mit einer Eisenstange. Sie sprachen ihn  des Totschlags schuldig. Das Mordmerkmal Heimtücke sahen sie infolge einer leichten Altersdemenz des Angeklagten und dessen zeitweiliger Epilepsie-Anfälle als nicht gegeben.

Das Ehepaar lebte seit drei Jahren getrennt im gemeinsamen Reihenhaus in Ludwigsburg-Pflugfelden. Man hatte sich auf diese Lebensweise geeinigt, um das Haus nicht verkaufen zu müssen. Während dieser Trennungsphase hatte sich aber das Verhältnis zwischen dem Mann und der Frau verschlechtert, weil sie beständig die Erhörung ihres Unterhaltsanspruchs forderte. Schließlich hatte sie per Anwalt erreicht, dass er monatlich 1000 Euro an sie zahlen muss, was der Angeklagte dann auch ab November 2015 tat. Nachdem die Frau dann weitere Gelder von ihm verlangte, sei er verärgert gewesen, so die Vorsitzende Richterin in der Urteilsbegründung. Doch diese Verärgerung sei nicht der Auslöser der Bluttat gewesen.

An jenem 6. Januar traf sich das Paar zufällig in der Waschküche des Hauses. Die Frau war gerade dabei, sich zu duschen, als der Angeklagte erschien, um sich für die Nacht umzuziehen. Dass seine Ehefrau in der Dusche stehend arg- und wehrlos war, konnte er laut Gericht möglicherweise nicht wahrnehmen. Hier habe er sich auch nicht im Griff gehabt. Und an das, was nun geschah, hatte er vor Gericht keine Erinnerung. Die Richter gehen davon aus, dass er ein 80 Zentimeter langes massives Eisenrohr ergriff und damit mindestens zehn Mal auf den Kopf und den Oberkörper der Frau wuchtig einschlug. An den Kopfverletzungen starb das Opfer innerhalb von Minuten.

Der Mann hatte sich, wie das Gericht feststellt, nach der Tat selbst noch umgezogen, die Wände vom Blut mit einem Schlauch gereinigt, und war dann in das Obergeschoß zu seinem Sohn gegangen, um ihm den Tod seiner Mutter mitzuteilen. Minuten später kam der Notruf bei der Polizei an, während der Angeklagte auf einem Hocker sitzend neben der Leiche auf die Polizei wartete.

Der Verteidiger hatte auf fünf Jahre plädiert. Die verhängten zehn Jahre Freiheitsstrafe hingegen hatte die Staatsanwältin gefordert.

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