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Digitalisierung: Bloß nicht abhängen lassen

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Rainer Boucsein von der IHK-Bezirkskammer Ludwigsburg bleibt entspannt, wenn er sich die Liste der sogenannten Leuchtturmprojekte anschaut, die von Wirtschafts- und Arbeitsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut am Mittwoch in Stuttgart im Rahmen des Wettbewerbs „100 Orte für Industrie 4.0 in Baden-Württemberg“ ausgezeichnet wurden. Diesmal sei man zwar nicht mit dabei, aber in vorangegangenen Wettbewerben und in der Bestenliste der „Allianz Industrie 4.0 Baden-Württemberg“ fänden sich bereits eine ganze Reihe von Mittelständlern aus dem Landkreis Ludwigsburg. Dass die Region bei der Digitalisierung Nachholbedarf im Vergleich zu anderen Regionen habe, sieht Boucsein nicht.

Eher im Gegenteil: Industrie 4.0 steht bei der Industrie- und Handelskammer, aber auch bei der Handwerkskammer und ihren Mitgliedern ganz vorn auf der Agenda. Damit bewegen sich die Region und der Landkreis Ludwigsburg auf Linie der Landesregierung, deren Ziel es vor allem ist, Baden-Württemberg auch zum Musterländle in Sachen Internet der Dinge und digitaler Vernetzung zu machen.

Deshalb auch der Wettbewerb „100 Orte für Industrie 4.0“, der Ansporn und Leistungsbeweis zugleich sein soll. Zu den Vorzeigeunternehmen des Wettbewerbs aus Ludwigsburg und Umgebung zählen vor allem die Großen: Bosch, Trumpf, Borg Warner, Dürr Dental in Bietigheim-Bissingen, aber beispielsweise auch Zoller in Pleidelsheim. Mittelstandsunternehmen als tragende Säulen der Wirtschaft in der Region. Aber auch Mittelständler, die mittlerweile längt Konzerngröße erreicht haben und so auch die Kapazitäten und das Knowhow besitzen, um den digitalen Wandel in ihrem Unternehmen zu bewältigen.­

Beratung und Hilfe

Dass dieser Wandel und wie damit umgegangen wird entscheidend für die Zukunftsfähigkeit eines Betriebs sein wird, hat sich mittlerweile bis in den kleinsten Handwerkerbetrieb herumgesprochen. Doch gerade den kleinen Unternehmen fehlen oft die Ressourcen, um den Schalter in Richtung Digitalisierung umzulegen.

 „Deshalb bieten wir laufend Informationsveranstaltungen, Beratungen und Fortbildungen zu Industrie 4.0 an“, betont Boucsein. Kein Unternehmen werde da allein gelassen. Erst am Mittwoch berichtete die BZ über ein neues kostenloses Beratungsangebot der IHK Stuttgart mit dem sperrigen Titel „ProAW 4.0 – Prozessberatung in der Aus- und Weiterbildung 4.0“, bei dem sich Manager Weiterbildungsexpertinnen ins Haus holen können, die dabei helfen, die Mitarbeiter fit für den digitalen Wandel zu machen.

Anreize und Angebote bedarf es offenbar, denn wie hob Ministerin Hoffmeister-Kraut bei der Preisverleihung am Mittwoch hervor: „Gerade kleine und mittlere Unternehmen wollen wir  motivieren, die realen Chancen durch Industrie 4.0 aktiv anzugehen.“

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