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Die Wahl: Zahlen und Fakten

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So kurz vor der Wahl wird viel über Erst- und Zweitstimmen geredet. Tatsächlich nutzen viele Wähler ihr doppeltes Wahlrecht für eine taktische Stimmabgabe, etwa um bevorzugten Koalitionen eine Stimme zu geben. Dabei haben Erst- und Zweitstimme natürlich zunächst nichts mit der Zusammensetzung einer künftigen Regierung zu tun. Mit der Zweitstimme wird eine bestimmte Partei und deren Kandidatenliste gewählt. Mit der Erststimme bestimmen die Wähler, wer aus ihrem Wahlkreis direkt in den Bundestags einzieht. Das bedeutet: zwei Wahlkreise, zwei Direktmandate. Dass Ludwigsburg und Neckar-Zaber derzeit mit vier Bundestagsabgeordneten vertreten sind, liegt daran, dass Ingrid Hönlinger (Grüne) und Harald Leibrecht (FDP) von ihren Parteien mit guten Plätzen auf den jeweiligen Landeslisten versehen worden waren. In der kommenden Legislaturperiode könnte die Präsenz der beiden Wahlkreise in Berlin mit einiger Wahrscheinlichkeit halbiert werden. Die beiden CDU-Abgeordneten Steffen Bilger (Ludwigsburg) und Eberhard Gienger (Neckar-Zaber) haben gute Aussichten, erneut das Direktmandat zu ziehen. Ihre Mitbewerber sind hingegen nicht auf sehr aussichtsreichen Plätzen ihrer Landeslisten vertreten. Ingrid Hönlinger sackte bei den Grünen von Listenplatz 9 auf Platz 17 ab. FDP-Bundestagsabgeordneter Harald Leibrecht hat auf eine erneute Kandidatur verzichtet. Er hatte seinerzeit Platz 4 der FDP in Baden-Württemberg inne. Sein Nachfolger im Wahlkreis Neckar-Zaber, Christian Meyer, musste sich mit einem wahrscheinlich aussichtslosen Platz 9 der Landesliste begnügen. Die beiden Stimmzettel-Muster auf dieser Seite zeigen, dass längst nicht alle Parteien und Gruppierungen, die zur Bundestagswahl am Sonntag antreten, auch in jedem Wahlkreis einen Direktkandidaten aufstellen. Bei den Splitterparteien fehlt es meist am Personal. Vielfach wollen sich die Aktiven aber auch nicht auf wenig aussichtsreichen Kandidatenposten verheizen lassen. Im Wahlkreis Ludwigsburg zum Beispiel stellen die Freien Wähler einen Direktkandidaten, im Wahlkreis Neckar-Zaber hat sich niemand gefunden. Erstaunlich ist, dass die noch vor Monaten sehr selbstbewusst gestartete Alternative für Deutschland in beiden Wahlkreisen keine Direktkandidaten zur Wahl stellt. Die Piraten sind im Wahlkreis Neckar-Zaber nicht mit einem Direktkandidaten vertreten. Per Briefwahl seine Stimme abzugeben, scheint im Trend zu liegen. Zumindest haben diverse Gemeinden im Kreis einen Anstieg der Briefwähler verzeichnet. Aus Ludwigsburg beispielsweise hört man, dass dort im Vorfeld der diesjährigen Bundestagswahl 2013 die höchste Briefwahlbeteiligung überhaupt registriert worden ist. Rund 10 600 Ludwigsburger hätten bis jetzt Briefwahlunterlagen beantragt, 8700 ausgefüllte Unterlagen seien bereits zurückgekommen. Bei der Bundestagswahl 2009 seien insgesamt 8250 Wahlbriefe eingegangen. Auch in Bietigheim-Bissingen setzen offenbar mehr Menschen auf das Vorabvotum per Post: Bislang hat man dort 4400 Briefwähler gezählt. Zum Vergleich: Im Vorjahreszeitraum waren es nur 3600 Briefwähler gewesen, wie Anette Hochmuth, Sprecherin der Stadtverwaltung, mitteilt. Aus Besigheim hört man ebenfalls, dass es mehr Briefwähler gibt. Sabine Keller vom Haupt- und Ordnungsamt: "2009 hatten wir einen Briefwahlanteil von 13 Prozent, Stand heute liegen wir bei 15,7 Prozent, und bis zum Wahltag kommen sicherlich noch einige dazu." Umgerechnet bedeutet das: Von 8646 Wahlberechtigten wollen bislang 1355 Menschen per Briefwahl abstimmen. Bei der letzten Bundestagswahl im Jahr 2009 gab es in Bönnigheim 630 Briefwähler. "Diese Zahl haben wir bei Weitem geknackt", stellt Timo Steinhilper, Leiter des Fachbereichs Ordnung, Kultur, Jugend und Soziales, fest. Mit Stand 18. September gibt es in der Stadt 920 Briefwahlanträge, 627 davon seien schon zurückgekommen. Steinhilper: "Auf diesen Umstand haben wir in der Verwaltung reagiert und die Zahl der Helfer im Briefwahlausschuss erhöht." Die Zahl der Wahlurnen entspricht in den Kommunen der der Wahllokale. Zwischen den Wahlen werden sie an unterschiedlichen Orten aufbewahrt. In Besigheim werden sie beispielsweise auf dem Dachboden des Rathauses gelagert, in Bönnigheim warten sie im Rathauskeller auf ihren nächsten Einsatz und in Sachsenheim im Wasserschloss.

Bei der letzten Wahl 2009 gabs im Kreis Ludwigsburg laut Zahlen des Landratsamtes im Wahlkreis Ludwigsburg 206 805 Wahlberechtigte, im Wahlkreis Neckar-Zaber waren es 224 090. Aktuelle Zahlen für 2013 liegen noch nicht vor.

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