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Die Reinigung ist im neuen System gleich inbegriffen

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Die Initiatoren von „Recup“, dem neuen Pfandbechersystem: Axel Müller und Angelika Peetz vom Ludwigsburg Innenstadtverein „Luis“.  Foto: 

Morgens mit dem Kaffeebecher in der Hand zum Job zu hetzen, gehört fast ebenso zum modernen Stadtleben, wie dabei gleichzeitig auf das Smartphone zu starren.

Wer dem Zeitgeist etwas näher rücken möchte, hört zwar nicht damit auf, Kaffee im Gehen (Coffee to go) zu konsumieren. Aber er meidet aus ökologischen Gewissensgründen den Pappbecher, der nach einmaliger Nutzung in den Müll wandert. Stattdessen lassen sich moderne Stadtmenschen das Heißgetränk in einem Plastikbecher aus dem Vollautomaten einschenken. Für das Behältnis zahlen sie zusätzlich einen Euro Pfand. Beim nächsten Mal geben sie den Becher zurück, gerne ungespült. Die Reinigung ist im neuen Pfandsystem mit dem Namen „Recup“  inbegriffen.

Seit dieser Woche sind Heißgetränke im umweltfreundlichen Pfandbecher nicht nur in Großstädten wie Köln, Berlin und München (wo das Recup-Unternehmen seinen Sitz hat), sondern auch in Ludwigsburg erhältlich.

Eine App hilft bei der Suche

Um genau herauszufinden, wo es in der Barockstadt Kaffee im Recup-Becher gibt, ist das Smartphone nützlich. Denn eine kostenlos erhältliche App zeigt die aktuell zehn Örtlichkeiten in der Stadt, die sich am Mehrwegsystem beteiligen: Im Wesentlichen sind das Bäckereien und Kaffeebars in der Innenstadt. Auch ein Kino macht mit.

Initiator ist der Ludwigsburger Innenstadtverein Luis. Axel Müller ist voller Hoffnung, dass der Pfandbecher irgendwann so selbstverständlich werden könnte wie die Pfandflasche. Immerhin hat er gleich zum Start 4000 Becher an die teilnehmenden Kaffeeverkaufsstellen ausliefern lassen.

Ein Euro pro Tag und Filiale kostet das System für die Händler. Demnächst wird es ein Recup-Logo geben, mit dem sie auf ihr Angebot aufmerksam machen können. Luis-Mitarbeiter Müller setzt darauf, dass nach und nach in den Nachbarkommunen von Ludwigsburg das Interesse an der umweltfreundlichen Alternative zum Pappbecher wachsen wird und sich Händler zum Mitmachen finden lassen.

Der Kunststoffbecher aus Polypropylen kann nach Angaben des Münchner Startup-Unternehmens bis zu 500 Mal wieder verwendet werden. Kein Wunder, dass die Abfallverwertungsgesellschaft Ludwigsburg (AVL) die Einführung des Systems begrüßt: „Leider sind Coffee-to-go-Becher inzwischen zum Symbol für eine Wegwerfgesellschaft geworden. Für uns ist daher jede Form von Wiederverwendung und Abfallvermeidung ein Schritt in die richtige Richtung“, heißt es vom Kommunalunternehmen des Landkreises.

In Deutschland werden laut Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen jedes Jahr 60 Einwegbecher für Heißgetränke pro Person verwendet.

32 Millionen Becher

Auf den Landkreis Ludwigsburg heruntergerechnet, macht das laut AVL rund 32 Millionen Becher im Jahr. Dabei habe der Einwegbecher im Schnitt nur eine Lebensdauer von 15 Minuten, bevor er im Müll landet. Die Plastiktüte komme immerhin auf 25 Minuten. Meisten würden die Pappbecher im städtischen Müll landen. Nur die wenigsten Einwegbecher landeten in der Tonne für Rundmüll.

Doch auch Recycling sei nur eingeschränkt möglich. Das Problem sei die Innenschicht aus Kunststoff. Die Papierfasern ließen sich beim Recyclingprozess nicht vollständig vom Kunststoff lösen und könnten daher nur zum Teil recycelt werden. Für Anhänger der Slow-Food-Bewegung ist der Mehrwegbecher nur bedingt die bessere Alternative zum Pappbecher.

„Statt mit dem Pappbecher in der Hand zum nächsten Termin zu hetzen, sollten wir uns lieber die Zeit nehmen, unseren Kaffee vor Ort zu trinken“, kommentiert die Organisation die Coffee-to-go-Bewegung.

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