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Der Zwist im PKC schwelt weiter

Der Vorstand des Pädagogisch Kulturellen Centrums Freudental soll im Zwist zwischen den beiden Geschäftsleiterinnen und dem früheren Geschäftsleiter vermitteln. Dabei geht es auch um die konstruktive Zusammenarbeit im PKC.

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Das PKC in Freudental: Der Zwist zwischen Vorgänger und Nachfolgerinnen in der Geschäftsleitung darf nicht zu einer Spaltung des Vereins führen, betont Landrat Rainer Haas in seiner Funktion als zweiter Vorsitzender.  Foto: 

Die aktuellen PKC-Leiterinnen Isolde Siegers und Barbara Schüssler und deren Vorgänger Ludwig Bez sind sich nicht mehr grün, und es muss vermittelt werden. Zu einem Beschluss konnte sich das Kuratorium des Pädagogisch Kulturellen Centrums (PKC) am Mittwochabend durchringen. Zu einer Lösung des schwelenden Konflikts zwischen dem ehemaligen Geschäftsleiter Ludwig Bez und den beiden amtierenden Geschäftsleiterinnen reichte es allerdings (noch) nicht.

Tiefe Gräben bestehen zwischen den beiden amtierenden Geschäftsleiterinnen Isolde Siegers und Barbara Schüßler und ihrem Vorgänger Ludwig Bez. Offen zu Tage trat die Kluft beim 30. Stiftungsfest des PKC am 18. Januar. Dort betrat nach Ende des offiziellen Programms Marlies Bez, die Ehefrau des langjährigen Geschäftsführers, ohne Absprache mit dem Veranstalter das Podium und beklagte, dass ihr Mann in einer neu aufgelegten Broschüre des PKC zu wenig gewürdigt worden sei. Diese Broschüre mit dem Titel "Damit die Anfänge nicht vergessen werden" konnten die Anwesenden nach dem Stiftungsfest als Lektüre mit nach Hause nehmen. PKC-Vorsitzender Peter Zimmermann hatte in seinem Grußwort allerdings klar und deutlich gesagt, dass mit der Broschüre insbesondere die Menschen gewürdigt werden sollten, die zum Erhalt der Synagoge Ende der 70er Jahre/Anfang der 80er Jahre wesentlich beigetragen hätten. Zimmermann hatte in seiner Rede auch betont, dass eine Broschüre über 30 Jahre PKC geplant sei.

Der Eklat am Stiftungsfest machte auf einen Schlag öffentlich, was seit geraumer Zeit schon Insidern bekannt war: Die Chemie zwischen den beiden Geschäftsleiterinnen und ihrem Vorgänger stimmte seit dessen Ausscheiden nicht mehr. Deshalb wurde gleich nach dem Stiftungsfest eine außerordentliche PKC-Kuratoriumssitzung einberufen. Dem Kuratorium (siehe Info-Kasten) gehören der gesamte PKC-Vorstand - darunter Landrat Rainer Haas als zweiter Vorsitzender - sowie fünf PKC-Vereinsmitglieder und fünf Kreisräte an. Wie Vorstandvorsitzender Peter Zimmermann gegenüber der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung sagte, habe sich das Kuratorium am Mittwoch auf einen Beschluss in drei Punkten geeinigt.

Demnach unterstützt das Kuratorium "voll umfänglich die bisherige erfolgreiche Arbeit" der beiden Geschäftsleiterinnen Isolde Siegers und Barbara Schüßler. Gleichzeitig legt das Kuratorium Wert darauf, dass das Ehepaar Bez auch künftig einen Platz im PKC einnimmt und "in irgendeiner Form mitarbeitet". Über die Ausgestaltung dieser Mitar beit will der Vorstand mit allen Beteiligten sprechen. Ein Termin wurde dabei noch nicht genannt.

Zimmermann, der bei der Mitgliederversammlung im Mai nicht mehr als Vorsitzender kandidieren wird, bedauert, dass auch nach der Sitzung noch "kein Licht am Horizont zu sehen ist" und man am Mittwoch in der Sache nicht viel weitergekommen sei. Gleichwohl setzt Peter Zimmermann auf die Gesprächsbereitschaft der beiden Geschäftsleiterinnen und von Ludwig Bez.

"Es geht ausschließlich um das PKC, das wir heute stärker denn je brauchen", ergänzte dazu Landrat Rainer Haas auf Anfrage. "Eine Spaltung des Vereins können wir uns einfach nicht leisten", so der Landrat, der weiter auf die Mitarbeit von Ludwig Bez im PKC setzt. Isolde Siegers bestätigte gegenüber der BZ, dass "der Kuratoriumsbeschluss für beide Geschäftsleiterinnen bindend ist". Skeptisch äußerte sie sich allerdings darüber, wie man künftig mit Ludwig Bez kommuniziere. Etliche Gesprächsangebote habe es in der Vergangenheit an den langjährigen Geschäftsleiter gegeben. "Alle ohne Erfolg".

Ludwig Bez will sich dem geplanten Gespräch nicht verweigern. Er strebe eine konstruktive Lösung des Konflikts an. Den Beschluss des Kuratoriums sieht er als "gute Ausgangslage für ein Gespräch an, das ohne Vorbedingungen stattfinden" solle. Wie er sich eine etwaige Mitarbeit künftig vorstellen kann, darüber wollte er sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht äußern. Bez war vor zweieinhalb Jahren in den Ruhestand gegangen, hatte sich auch persönlich - darauf legt er Wert - für die beiden Frauen als seine Nachfolgerinnen eingesetzt. Bis zu seinem Abschiedsfest im Juli 2013 hatte Bez als Ruheständler im PKC weitergearbeitet. Damalige Pläne, dass er weiterhin die beliebten PKC-Reisen betreut, zerschlugen sich. Reisen führt Ludwig Bez jetzt unter dem Dach der Volkshochschule durch. So führt eine Studienreise vom 14. bis 21. März 2015 nach Tel Aviv, für den September ist im Katalog der Volkshochschule eine Reise "Von der Negev-Wüste zu den Golanhöhen" angekündigt. Das Pikante: Barbara Schüßler leitet vom 14. bis 22. Februar eine Israelreise des PKC.

Die Gremien des PKC

Vorstand Vorsitzender: Peter Zimmermann; zweiter Vorsitzender: Landrat Dr. Rainer Haas; Schatzmeister: Hans-Michael Grimm; Schriftführerin: Erika Raupp; Vertreter des Landkreises Ludwigsburg: Kreiskämmerer Albert Walter.

Geschäftsleitung Leiterin der Geschäftsstelle in Freudental: Isolde Siegers; Leiterin Pädagogik und Kultur: Barbara Schüßler.

Kuratorium Vom Vorstand berufene Kuratoriumsmitglieder: Arno Fern, Wolfgang Fröhlich, Dr. Carsten Rabe, Hans Wetzel; Kuratoriumsmitglieder aus dem Verein: Hannelore Bader, Martin Haußmann, Judith Raupp, Albert Munding, Thomas Stietzel; Kuratoriumsmitglieder aus dem Kreistag: Ernst Morlock (SPD), Herbert Pötzsch (Freie Wähler), Reiner Theurer (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN), Erika Schellmann (FDP), Marianne Stellmacher (CDU).

Mitglieder Der Verein Pädagogisch-Kulturelles Centrum Ehemalige Synagoge Freudental e.V. hat 301 Mitglieder. Nach der Satzung fördern die Mitglieder die pädagogische und kulturelle Arbeit in der Ehemaligen Synagoge Freudental und ermöglichen dadurch Zeitzeugengespräche und Lesungen, Lerntage und Gedenkveranstaltungen, Ausstellungen und Konzerte sowie Publikationen zur jüdischen Geschichte Freudentals. Dadurch wird ein wichtiger Beitrag zur Durchführung von Projekten im Rahmen der Deutsch-Israelisch-Arabischen Jugendbegegnung geleistet, und die Mitglieder unterstützen damit "unser Engagement bei Friedensprojekten in Israel, zur Verständigung von Juden, Muslimen, Christen, Drusen und Beduinen", wie es in einer PKC-Broschüre heißt.

Ein Kommentar von Jürgen Kunz: Es menschelt

Es wurde verschwiegen, dass sich die beiden neuen PKC-Geschäftsleiterinnen Isolde Siegers sowie Barbara Schüssler und ihr Vorgänger Ludwig Bez nicht mehr grün sind. Erst nachdem die Ehefrau des Letzteren beim Stiftungsfest anmahnte, man hätte doch ihren Ehemann in der neuen Broschüre über die Anfänge des Pädagogisch Kulturellen Centrums mehr würdigen müssen, kam der brodelnde Zwist an die Öffentlichkeit. Die Verdienste von Bez um den hohen Stellenwert des PKC in der öffentlichen Wahrnehmung sind unbestritten, aber vielleicht wurde er im Ruhestand etwas dünnhäutig. Oder vielleicht ist er mit der etwas veränderten Ausrichtung des Angebots durch seine Nachfolgerinnen nicht einverstanden. Wohltuend ist es, dass unter dem Stichwort "Junges PKC" die Jugend unter das Dach der ehemaligen Synagoge eingeladen wird und damit das oft sehr anspruchsvolle und gelegentlich schon elitäre Programm mit Angeboten für Kinder und Jugendliche erweitert wird. Auf jeden Fall menschelt es zwischen Vorgänger und Nachfolgerinnen, so wie es in jedem anderen Verein vorkommt. Eigentlich ganz normal.

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