Partner der

Dealer hilft Spitzel der Polizei

|

Eigentlich waren für den dritten Verhandlungstag gegen einen 31-Jährigen das Schlussplädoyer und das Urteil erwartet worden. Ihm wirft der Staatsanwalt vor, in der Zeit von Anfang 2015 bis Februar dieses Jahres um die 50 Kilo Rauschgift eingekauft und mit hohen Gewinnen an Konsumenten verkauft zu haben (die BZ berichtete). Sein Hauptlieferant, ein 37-jähriger Mann aus Pleidelsheim ist inzwischen zu einer viereinhalbjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Einen weiteren 35-jährigen Mittäter hat das Stuttgarter Landgericht ebenfalls zu einer Haftstrafe von vier Jahren und zwei Monaten verurteilt.

Das Kuriose; der Mann fungierte als Vertrauensmann für die Polizei und hatte den gesamten Ludwigsburger Drogenmarkt der letzten zwei Jahre durch seine Angaben auffliegen lassen. Und das, ohne dass die Fahnder merkten, dass er selbst mit verwickelt war.

Den bereits verurteilten „Großhändler“ holten die Stuttgarter Richter am Donnerstag in die Zeugenbank – und erlebten eine Überraschung: Der 37-Jährige änderte die Aussage, die er bei seinem Verfahren gemacht hatte, zu Gunsten des Angeklagten: Nicht ein halbes Kilo zweimal pro Monat sei es gewesen, sondern höchstens 100 bis 300 Gramm einmal im Monat. „Jetzt weiß ich nicht, was ich glauben soll“, sagt die Strafkammervorsitzende.

Selbst wenn es so wäre, dann, so die Rechnung der Strafkammer, kämen immer noch über 10 Kilo Drogen zusammen, ehe er am 13. Februar dieses Jahres verhaftet wurde.

Große Mengen sichergestellt

Ein Zeuge der Rauschgiftfahndung Ludwigsburg klärt zudem die Stuttgarter Richter über die gesamte örtliche Drogenszene generell auf: Man habe in den letzten Jahren Rauschgift im zweistelligen Kilobereich sichergestellt. Dazu eine Menge von Waffen und Amphetamin-Pillen.

Im Fall der Dreiergruppe, zu der der 31-Jährige gehöre, seien im März oder April letzten Jahres aus den Niederlanden weitere 600 Gramm Kokain nach Ludwigsburg geliefert worden. Dabei werde die Qualität gerade dieser Droge beängstigend besser. Man habe Fälle ermittelt, in denen das Kokain einen THC-Reinheitswert von 98 Prozent aufweist. Bei Heroinsteinen 88 Prozent. Das sei absoluter Spitzenwert.

Der Einkaufswert für ein Gramm liege bei 3 bis 7 Euro. Das Straßengramm hingegen werde – gestreckt – für 25 bis 27 Euro verkauft.

Am 22. August soll der Prozess gegen den 31-Jährigen mit den Plädoyers und dem Urteil fortgesetzt und zu Ende geführt werden.

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Partner der

Großes kreatives Potenzial

In der Städtischen Galerie sind gleich drei neue Ausstellungen zu sehen. Zur großen Austellung des Künstlerbundes Baden-Württemberg kommen zwei Einzelschauen. weiter lesen