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Das Ingersheimer Wahrzeichen der Energiewende

Das Windrad in Ingersheim war für die Betreiber von Anfang an ein Zeichen der Energiewende. Seit 2012 wurden von der bislang einzigen Windkraftanlage in der Umgebung zwölf Millionen Kilowattstunden Strom erzeugt.

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Am 11. März 2011 kam es zur Katastrophe in Fukushima, wenige Tage später, am 27. März, war Landtagswahl in Baden-Württemberg. Schon lange davor lief das Genehmigungsverfahren für das erste Windrad im Landkreis in Ingersheim, das im April 2012 in Betrieb ging. Die Genehmigung der Anlage erfolgte bereits im Januar 2011, noch unter der "alten" CDU- geführten Landesregierung und somit vor Fukushima, so Dieter Hallmann, Vorsitzender der Ingersheimer Energiegenossenschaft, die die Anlage betreibt. Im Februar 2011 wurden dann Widersprüche gegen die Genehmigung eingereicht und unmittelbar vor der Landtagswahl noch eine Petition gegen das Projekt im Landtag gestellt.

Diese Petition habe vor allem das Ziel gehabt, den Baustart zu verzögern. Damit habe man die Genossenschaft wirtschaftlich in die Knie zwingen wollen, da mit jedem Jahr später, in dem das Windrad in Betrieb gegangen wäre auch die Einspeisevergütung gesunken wäre, meint Hallmann. Nach dem Wechsel der Landesregierung wurde die Petition im Juni 2011 abgelehnt und dem Antrag auf einen Sofortvollzug der Baugenehmigung stattgegeben.

Gewandelt hat sich inzwischen das Interesse am Windrad. Ersichtlich wird dies an der Zusammensetzung der Besuchergruppen. In den ersten beiden Jahren führte Hallmann noch sehr viele Verwaltungen aus Rathäusern mit ihren Gemeinderäten zu der Anlage. "Das war zu der Zeit, als jede Gemeinde sich mit der Standortfrage auseinandersetzte", sagt Hallmann. Jetzt sind es eher Schulklassen und Ausflugsgruppen, die Stadtführungen in Bietigheim oder Besigheim mit einem Abstecher zum Windrad verbinden. Insgesamt seien bisher rund 500 Gruppen beim Ingersheimer Windrad gewesen.

Laut Hallmann gibt es immer noch ein paar wenige Menschen, die schon immer wussten, dass sie gegen das Windrad sind. Deren Meinung habe sich bis heute nicht geändert, obwohl keine der 2011 vermuteten Horrorszenarien eingetroffen seien. "Es gibt keine toten Vögel, der Rotmilan segelt auch noch durch die Lüfte und Immobilien haben nicht an Wert verloren", sagt der Initiator. Die Ingersheimer Bevölkerung habe sich jüngst auch mehrheitlich für einen Slogan mit Windkraft ausgesprochen und Kinder würden mit gebastelten Schultüten in Windradoptik eingeschult. "Das sieht alles nach großer Akzeptanz aus."

Auch aus wirtschaftlicher Sicht zeigen sich die Mitglieder der Genossenschaft zufrieden, "wenngleich die Jahre 2013 und 2014 etwas windschwach waren", sagt Hallmann. Trotzdem konnten, wie geplant, alle Rückzahlungen und Darlehenstilgungen für die Anlage geleistet werden. Darüber hinaus sei in allen Betriebsjahren Gewerbesteuer abgeführt und eine Dividende an die Mitglieder ausbezahlt worden. "2015 war ein gutes Windjahr und 2016 gibt es den bisher besten Jahresstart mit 900 000 Kilowattstunden produzierter Leistung im Januar und Februar", sagt Dieter Hallmann zu den aktuellen Zahlen.

Info Über die Folgen der Reaktorkatastrophe auf die Menschen in der Region um Fukushima berichtete die BZ in der Donnerstag-Ausgabe.

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