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Brutale Tritte gegen wehrloses Opfer - Drei junge Männer auf der Anklagebank

Weil sie ein Ehepaar auf dem Salamander-Areal in Kornwestheim grundlos zusammengeschlagen haben sollten, müssen sich drei junge Männer vor dem Stuttgarter Landgericht verantworten. Sie schweigen bislang zu den Vorwürfen.

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Der Grund, warum drei junge Männer im Alter von 18, 19 und 20 Jahren in der Nacht zum 1. November 2011 auf dem Salamander-Areal gegen 1 Uhr einen Mann angriffen haben, ist selbst dem Staatsanwalt noch ein Rätsel. Möglicherweise spielte der Stunden zuvor genossene Alkohol bei den jungen Burschen eine große Rolle. Der Mann soll von hinten einen Schlag auf den Kopf erhalten haben. Aus Angst vor weiteren Misshandlungen zogen er und seine Begleiterin es daraufhin vor, das Weite zu suchen. Doch die Angeklagten folgten dem Paar und schlugen erneut zu.

In der Anklage ist die Rede von weiteren Faustschlägen in das Gesicht des Mannes, der schließlich dabei zu Boden ging. Als seine Begleiterin ihm zu Hilfe kam und die jungen Angreifer von weiteren Schlägen mit Worten abhalten wollte, soll die Situation eskaliert sein: Die Frau habe ebenfalls Schläge abbekommen. Und einer der drei Angeklagten habe einen Anlauf in Richtung des am Boden liegenden bewusstlosen Mannes genommen und ihm mit seinem Schuh einen kräftigen Tritt an den Kopf verpasst, heißt es in der Anklage.

Die Folgen waren ein massiver Kieferbruch bei dem Opfer und zahlreiche schwere Verletzungen im Gesichtsbereich, sowie am gesamten Körper. Nach der Attacke sollen die drei Angreifer plötzlich geflüchtet sein, weil weitere Personen auf das Geschehen aufmerksam wurden. Bei dem Tritt gegen das wehrlose Opfer soll der 19-jährige Beschuldigte dessen Tod billigend in Kauf genommen haben. Der Vorwurf: versuchter Totschlags und gefährliche Körperverletzung. Den beiden anderen wirft der Staatsanwalt Beihilfe und Mittäterschaft zur gefährlichen Körperverletzung vor.

Zu dem Vorwurf wollten die drei zunächst keinerlei Angaben vor der Jugendstrafkammer machen. Lediglich zu ihren persönlichen Verhältnissen gaben sie dem Gericht Auskunft. Dabei erhellte sich, dass zwei von ihnen früher Mitglieder der in Ludwigsburg einst gefürchteten Rockergruppe "Black Jackets" waren. Die Strafkammer, vor der gestern der Prozess begann, hat ihre Erfahrungen mit dieser Gruppe bereits hinter sich: Im Herbst vergangenen Jahres verurteilte sie den Black-Jacket-Präsident und einige seiner Führungsmitglieder aus Remseck wegen diverser Körperverletzungs- und Betrugstaten zu Haft- und Bewährungsstrafen (wir berichteten). Der 20-jährige Hauptangeklagte beteuerte aber, dass er schon vor einiger Zeit aus der Gruppe wieder ausgetreten sei.

Seine beiden neben ihm auf der Anklagebank sitzenden Freunde kosovarischer Herkunft mit Wohnsitzen in Kornwestheim sind in Deutschland geboren. Der 18-Jährige hat derzeit keine Ausbildungs- und Arbeitsstelle. Der neben ihm sitzende Freund arbeitet als Lagerarbeiter. Alle drei befinden sich auf freiem Fuß.

Das Gericht muss nun eine umfangreiche Beweisaufnahme durchführen. Eine Sachverständige soll herausfinden, wie hoch bei den dreien zur Tatzeit der Alkoholspiegel war. Der Prozess ist auf vier Tage terminiert.

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