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20 Milliarden fürs Shoppen

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Starke Kaufkraftbindung in der City und auf der grünen Wiese: Ludwigsburg mit dem Marstall im Hintergrund.  Foto: 

Die Städte Ludwigsburg und Bietigheim-Bissingen sind im Landkreis die Kommunen mit der stärksten Kaufkraft und den höchsten Umsätzen im Einzelhandel. Mehr noch: Neben Steinheim schaffen es nur die Händler in Ludwigsburg und Bietigheim-Bissingen, mehr Kaufkraft von außen in die Stadt zu holen, als sie an Nachbargemeinden abgeben müssen. Das geht aus der am Montag veröffentlichten Erhebung der IHK Region Stuttgart hervor.

Danach trägt die zahlungskräftige Kundschaft aus Ludwigsburg und Umgebung auch wesentlich dazu bei, dass die Region Stuttgart laut IHK neben München und Frankfurt zu den attraktivsten Standorten für den Handel in Deutschland gehört. So haben die Einwohner allein in diesem Jahr insgesamt fast 20 Milliarden Euro zur Verfügung, die sie nur fürs Shoppen ausgeben können (einzelhandelsrelevante Kaufkraft).

Während den Kunden 2017 in Deutschland rechnerisch im Durchschnitt 6582 Euro pro Kopf zur Verfügung stehen, um sie im Einzelhandel (einschließlich Versandhandel) auszugeben, liegt das sogenannte Konsumpotenzial in fast allen 62 untersuchten Kommunen der Region über 10 000 Einwohner deutlich darüber. Spitzenreiter Gerlingen bringt es auf 8302 Euro pro Einwohner, Bietigheim-Bissingen auf ganze 7480 Euro und Ludwigsburg auf 6915 Euro.

Letztere verfehlen aber knapp die Top-Ten der Gemeinden über 10 000 Einwohnern mit den wohlhabendsten Bürgern. In die Liste schafft es aber noch Tamm auf Platz 10 mit einer Kaufkraft von 7503 Euro pro Einwohner.

Kaufkraft, die abfließt

Der Wohlstand in den Städten und Gemeinden verhilft dem Landkreis zudem auf Platz 2 der kaufkraftstärksten Stadt- und Landkreise (hinter Stuttgart). Allerdings ist die Landeshauptstadt mit einem Kaufkraftvolumen von insgesamt knapp 4,6 Milliarden Euro insgesamt deutlich stärker als der gesamte Landkreis Ludwigsburg (knapp 3,9 Milliarden Euro). Setzt man nur die Städte ins Verhältnis, ist der Abstand noch gravierender. Den 4,6 Milliarden Euro in Stuttgart stehen 653 Millionen Euro Kaufkraftvolumen insgesamt in Ludwigsburg gegenüber. Danach geht es mit sinkender Einwohnerzahl auch beim Gesamtvolumen bergab. In Bietigheim-Bissingen sind es 325 Millionen Euro, Sachsenheim kommt auf knapp 126 Millionen Euro Kaufkraft insgesamt, Besigheim auf 87 Millionen Euro.

Bei der Pro-Kopf-Kaufkraft macht der Landkreis Böblingen das Rennen. Bei diesem Ranking handelt es sich aber mehr um statistische Größen, denn alle Kreise liegen dicht beieinander und jeder über dem Bundesdurchschnitt.

Vergleicht man die Summen, die die Verbraucher zur Verfügung haben mit den Umsätzen im Einzelhandel, offenbaren sich aber auch Probleme des stationären Handels, etwa durch die Online-Konkurrenz. Während nämlich die Kaufkraft bei knapp 20 Milliarden Euro in der Region liegt, kommen die Umsätze nicht über 16,6 Milliarden Euro hinaus. Das heißt: Rund 3,2 Milliarden Euro werden außerhalb der Region oder im Netz ausgegeben.

Dennoch haben gerade die Stuttgarter Einzelhändler kaum Grund zur Klage. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass der Innenstadt-Handel der Landeshauptstadt 22 Prozent mehr Umsatz erzielt, als nach den Einkommensverhältnissen der Stuttgarter zu erwarten wäre – und das, obwohl die Stadt von starken Mittelzentren umzingelt ist.

Allerdings lassen sich die Einkaufswege auch nicht regional begrenzen. Das Breuningerland etwa zieht auch Besucher aus Heilbronn und noch weiter entfernten Kommunen an. Und auch in Stuttgart lassen viele Menschen ihr Geld, die nicht in der Region leben und arbeiten (siehe auch Beitrag auf dieser Seite).

Einzelhandelsrelevante Kaufkraft: Die einzelhandelsrelevante Kaufkraft ist derjenige Teil der allgemeinen Kaufkraft, der tatsächlich im Einzelhandel (einschließlich Online- und Versandhandel) ausgegeben wird. Grundlage für die Berechnung ist die Summe aller Nettoeinkünfte einer Region, ermittelt aus der Lohn- und Einkommenssteuerstatistik. Hinzugerechnet werden sonstige Erwerbseinkommen und Transfereinkommen wie Arbeitslosengeld, Sozialhilfe, Kinder- und Wohngeld sowie Renten.

Einzelhandelsumsatz: Im Gegensatz zur einzelhandelsrelevanten Kaufkraft sind im Einzelhandelsumsatz nur die im örtlichen Einzelhandel getätigten Umsätze zu Endverbraucherpreisen, inklusive Bäckereien, Konditoreien und Metzgereien sowie Factory Outlet Center enthalten. Weder der Internet- und Onlinehandel, noch der Einzelhandel mit KFZ oder Tankstellen sind Bestandteil der Berechnung. bz

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