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AVL: Gute Bilanz, aber Personalquerelen wegen Deponien

Die Bilanz ist gut, doch in der Führungsspitze gab es eine Krise. Der AVL machten zuletzt Vorgänge auf den Deponien zu schaffen.

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Utz Remlinger, Ex-Geschäftsführer der AVL, ist jetzt Vize-Regierungspräsident in Tübingen.  Foto: 

Die öffentliche Müllentsorgung ist im Kreis Ludwigsburg Sache der Abfallverwertungsgesellschaft AVL. Zuletzt gab’s für sie eine knifflige Aufgabe zu bewältigen. Die AVL war bei der anstehenden Aufnahme von Bauschutt aus dem Kernkraftwerks-Rückbau in Neckarwestheim in der Pflicht. Das Material gilt zwar nach Abschluss entsprechender Messungen als unbedenklich, erwies sich für die Geschäftsführung aber als Stolperstein.

Der Hintergrund: Wie berichtet, konnte die Bürgerinitiative in Schwieberdingen, die gegen die Einlagerung des Materials aus dem Kernkraftwerk auf der dortigen Deponie mobil macht, Fotos vorlegen, die den schlampigen Umgang mit Asbest dokumentieren sollten. Dieses muss laut Deponieverordnung binnen einer Woche bedeckt werden, die Bilder sollten beweisen, dass dies nicht der Fall war.

Am Ende blieb unklar, was an den Vorwürfen dran war, doch das Gegenteil war auch nicht nachweisbar. Nachdem man in Schwieberdingen zuvor schon misstrauisch geworden war, als im vergangenen Jahr herauskam, dass in der Deponie Froschgraben schon jahrelang Bauschutt aus dem Rückbau des Kernforschungszentrums bei Karlsruhe angenommen wurde, ohne dass die AVL dies publik gemacht hatte, war durch die neuerlichen Vorfälle das Vertrauen erst recht gestört – und das des Landrats in seinen Stellvertreter Dr. Utz Remlinger.

In der Folge verkündete Remlinger seinen Rücktritt, erst als AVL-Chef, dann auch als Erster Landesbeamter und Stellvertreter von Landrat Dr. Rainer Haas. Kurz darauf wurde bekannt, dass auch Albrecht Tschackert, Abteilungsleiter für Deponie- und Energietechnik, das Unternehmen verlassen will. Inzwischen ist Ina Jansen, die Leiterin des Fachbereichs Prüfung und Revision beim Landratsamt, neue Interimsgeschäftsführerin der AVL, und Remlinger ist Vize-Regierungspräsident in Tübingen geworden.

Immerhin kann man jetzt in Sachen GKN-Material bei der AVL erst einmal durchatmen. Vor Kurzem hat Umweltminister Franz  Untersteller (Grüne) verkündet, dass  bis auf Weiteres keine sogenannten freigemessenen Abfälle aus dem Rückbau von Atomkraftwerken auf die Deponien des Landes gebracht werden dürfen. Diesbezüglichen Anträgen werde das Umweltministerium vorerst nicht zustimmen. Begründung: Die  landwirtschaftliche Nachnutzung von Deponien sei strahlenschutzrechtlich unklar.

Trotz dieser Querelen ist die AVL finanziell gesehen in gutem Fahrwasser, was für den Gebührenzahler erfreulich ist. Wie es bei der Vorstellung der Bilanz für 2015 im Aufsichtsrat hieß, kann weiterhin mit stabilen Abfallgebühren gerechnet werden.

Info
Die AVL wurde im Jahr 1989 gegründet. Sie wurde vom Landkreis Ludwigsburg mit der Erfüllung der Aufgaben bei der Vermeidung, Verwertung und Beseitigung von Abfall beauftragt. Die AVL ist eine 100-prozentige Tochtergesellschaft des Kreises.

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