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Autokauf oder Kokainhandel in Bietigheim?

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Sie hätten keine Ahnung, wer das Kokain in das Auto gelegt hätte, beteuern zwei Angeklagte vor dem Stuttgarter Landgericht, die im Januar in Bietigheim festgenommen worden sind. Der Staatsanwalt sieht das anders und wirft den beiden Niederländern, 41 und 51 Jahre alt, neben Einfuhr von und Handel mit Rauschgift noch Geldwäsche vor.

Demnach sollen sie mit der Absicht, im Landkreis Ludwigsburg mindestens 1,3 Kilo Kokain absetzen zu wollen, Ende Dezember eingereist sein. Dazu hätten sie Kontakt mit einem Mann in Heilbronn geknüpft, bei dem sie einen Audi A4 kaufen wollten. Doch laut Anklage diente die Reise nur dem Zweck, dem noch unbekannten Käufer der Drogen eine 21 Gramm schwere Probe zu liefern. Dieses Kokain ist sehr „rein“ und gilt als höchst gefährlich, wenn es nicht gestreckt wird. Nach einem Autokauf, der laut Anklage mit 3000 Euro Drogengeld bezahlt werden sollte, habe man vereinbart, die 21 Gramm Probe zu überreichen – in Erwartung des größeren Kilo-Geschäfts. Doch die Ludwigsburger Drogenfahndung hatte bereits Tags zuvor einen Tipp erhalten und griff zu, nachdem der angebliche Autokauf über die Bühne gegangen war.

2012 wegen Drogen verurteilt

Die Angeklagten fühlen sich verschaukelt. Sie behaupten, dass die 21 Gramm Kokain bereits in den Niederlanden heimlich in eine Jackentasche des 51-Jährigen gesteckt wurde. Dieser sagt, er hätte nichts ahnend die Jacke auf den Rücksitz des Autos gelegt, mit dem man dann zunächst nach Heilbronn fuhr. Die Droge habe er erst bemerkt, als er unterwegs in die Jackentasche griff. Er sei erschrocken gewesen und habe dem Freund, der am Steuer saß, nichts gesagt, um ihn nicht aufzuregen. Dann habe er bei einem Kurzhalt einen Becher Cola gekauft und hinterher in den leeren Becher das Kokain gedrückt, mit der Absicht, das Ganze irgendwo in eine Mülltonne zu werfen, wozu es aber nicht kam.

Der 41-Jährige, der mit mehreren Bars und Clubs sein Geld verdient, beteuert, mit Drogen wolle er nichts zu tun haben. Doch 2012 wurde er vom Landgericht Heilbronn wegen Einfuhr und Handels von zehn Kilo Kokain sowie wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz zu sechs Jahren und neun Monaten Haft verurteilt. Erst am 21. Oktober durfte er wieder die Freiheit genießen. Am 16. August sollen die Urteile gesprochen werden.

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