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Angespannter Ausbildungsmarkt

Die baden-württembergischen Industrie- und Handelskammern (IHK) haben das Ausbildungsjahr 2015 mit einem knappen Minus von 0,1 Prozent bei den Lehrverträgen gegenüber dem Vorjahr abgeschlossen.

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Im zurückliegenden Jahr sind etwa 45 400 neue Ausbildungsverträge zwischen Azubis und Unternehmen aus Industrie, Handel und Dienstleistung unterschrieben worden. Im Jahr davor waren es fast 50 Ausbildungsverträge mehr. Das geht aus einer Erhebung der baden-württembergischen Industrie- und Handelskammern hervor. Laut Landesarbeitsagenturen blieben 2015 über alle Branchen hinweg mehr als 600 Lehrstellen landesweit unbesetzt.

Damit setzt sich laut IHK der seit 2012 anhaltende negative Trend zwar fort, konnte aber nahezu gestoppt werden. "Dieses Ergebnis ist den intensiven Bemühungen der Unternehmen zu verdanken", so Andreas Richter, Hauptgeschäftsführer der IHK Region Stuttgart. Viele Unternehmen steckten heute viel mehr Zeit und Aufwand in die Besetzung ihrer Lehrstellen. "Die Lage am Ausbildungsmarkt bleibt aber für die Unternehmen nach wie vor angespannt", mahnte Richter.

Eine weitere Schwierigkeit neben der demografisch bedingten abnehmenden Zahl der Schulabgänger und dem Trend Richtung Hochschulen stellt bei der Besetzung von Ausbildungsplätzen nach wie vor die mangelnde Ausbildungsreife dar. Das unzureichende mündliche und schriftliche Ausdrucksvermögen ist dabei laut einer landesweiten IHK-Umfrage aus dem Jahr 2015 mit fast 55 Prozent der größte Kritikpunkt der befragten Unternehmen. Mehr als drei von vier Betrieben beklagen zudem die unklaren Berufsvorstellungen der Bewerber.

Die Einführung des Fachs Wirtschaft, Berufs- und Studienorientierung, das ab dem Herbst an allen weiterführenden Schulen im Land Pflicht sein wird, ist daher aus Sicht des BWIHK ein wichtiger Schritt. So könnte in den Schulen besser über Perspektiven und Aufstiegsmöglichkeiten, die eine duale Ausbildung bietet, informiert werden.

Viele Betriebe werben inzwischen auch um neue Zielgruppen wie zum Beispiel Studienabbrecher, um ihre Ausbildungsplätze besetzen zu können. Die Kammern im Land versuchen hier in Zusammenarbeit mit den Hochschulen Studierenden, die nach einer Alternative suchen, neue Perspektiven im Rahmen eines spezialisierten dualen Ausbildungsangebots zu eröffnen. So können beispielsweise mit dem Programm "speed.it - mit Tempo zum Erfolg" der IHK Region Stuttgart umstiegsbereite Studierende mit Hard- und Software-Kenntnissen aus MINT-Studienfächern (Mathematik, Physik, Informatik, Wirtschaftsinformatik und ähnliche Fachrichtungen) innerhalb von 18 bis 24 Monaten eine Berufsausbildung absolvieren.

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