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"Froschgraben": Deponie als Bühne oder Rodelhang?

Sie hat noch eine Laufzeit bis 2025/26, doch die Diskussion über die spätere Nutzung der Deponie "Am Froschgraben" in Schwieberdingen hat schon begonnen. Denkbar ist dabei vieles, wie am Dienstag im AVL-Aufsichtsrat deutlich wurde.

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Werden dort, wo jetzt noch Bauschutt abgelagert wird, einmal Mountainbiker unterwegs sein? Oder kann man dort im Winter rodeln? Vielleicht wird es dort aber auch Open-Air-Theaterveranstaltungen geben oder die Möglichkeit, auf Spazierwegen einen neuen Aussichtspunkt im Kreis anzusteuern? Dazu, wie die Deponie "Am Froschgraben" der kreiseigenen Abfallverwertungsgesellschaft (AVL) in Schwieberdingen nach ihrer Stilllegung genutzt werden kann, gibt es jedenfalls viele Vorschläge, wie in der Aufsichtsratssitzung am Dienstag deutlich wurde.

Auf den ersten Blick erstaunlich ist, dass darüber jetzt schon nachgedacht wird. Denn die Deponie wird bekanntlich weiter vergrößert, indem sie in die Höhe wächst (die BZ berichtete). Dadurch kann sie, je nach Umfang der Anlieferungsmengen, noch bis etwa 20125/26 betrieben werden. Wie Albrecht Tschackert, der technische Leiter der AVL, im Aufsichtsrat darlegte, muss die AVL jedoch frühzeitig wissen, wie die Deponie später aussehen soll, um sie entsprechend zu modellieren. Denn das beginne schon in etwa zwei bis drei Jahren.

Der größere Teil der insgesamt 42 Hektar großen Deponie soll wieder landwirtschaftlich genutzt werden. Das wurde den örtlichen Landwirten bereits beim Flächenerwerb Anfang der 90er-Jahre zugesagt. Man will dafür die ebenen und flachen Areale reservieren. Für die übrige, rund 15 Hektar große Fläche im Osten gibt es laut Tschackert zahlreiche Möglichkeiten, sie für die Gemeinde Schwieberdingen, für Schulen und Kindergärten, für Vereinsaktivitäten und Naherholung zu nutzen. Etwa als Aussichtspunkt, nachdem man von dort laut Tschackert einen "fast einmaligen Panoramablick" habe. Aber auch Drachenwiese, Mountainbike-Strecke, Rodelhang, Biotop, Obstbaum-Lehrpfad, grünes Klassenzimmer oder Freilichtbühne nannte er als Möglichkeiten - an Ideen mangelt es jedenfalls nicht.

Die AVL wolle bei der Suche nach Lösungen auf jeden Fall die Bürger einbinden, sagte Tschackert. Deshalb wurde zusammen mit einem Fachbüro ein Prozessablauf vorbereitet, in dem geregelt ist, wie dies geschehen soll. Los geht es bereits im kommenden Winter mit einer Abstimmung der infragekommenden Maßnahmen mit den betroffenen Behörden - insbesondere dem Regierungspräsidium und der Forst-, Landwirtschafts- und Naturschutzbehörde - sowie der Gemeinde. Im Frühjahr 2015 soll dann die eigentliche Bürgerbeteiligung beginnen: Geplant sind unter anderem Gespräche mit den eingebundenen Institutionen, ein Tag der offenen Tür auf der Deponie, ein Podiumsgespräch und eine Zukunftswerkstatt. Mitte Juli soll die Abstimmung in den politischen Gremien folgen, um dann Ende Juli die Ergebnisse zu präsentieren.

Klar ist aber auch: Was auch beschlossen wird, zahlen muss die Gemeinde. Denn wie Albrecht Tschackert im Gremium unterstrich, endet mit der Übergabe der modellierten Flächen die finanzielle Mitwirkung der AVL. Die technische Nachsorge für die Gesamtdeponie bleibe freilich auch weiterhin in deren Zuständigkeit.

Immerhin will die Abfallverwertungsgesellschaft aber bis zu 25.000 Euro für die Bürgerbeteiligung ausgeben, obwohl auch das eine Freiwilligkeitsleistung darstellt. Der Aufsichtsrat stimmte dieser Vorgehensweise einhellig zu.

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