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„Fahnder brauchen Jagdinstinkt und Kreativität“

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Fahnder suchen nach Menschen und müssen dabei oft einen langen Atem haben, denn die Fälle ziehen sich bis zu zwölf Monaten hin. Der erster Kriminalhauptkommissar Reiner Vogel vom Fahndungsdezernat muss unerkannt bleiben, denn er und seine Ermittler observieren Täter verdeckt.

Nach welchen Personen suchen Sie und ihr Team?

Reiner Vogel: Wir vom Arbeitsbereich Fahndung des Ludwigsburger Polizeipräsidiums suchen nach Leuten, die schwere Straftaten begangen haben und deren Aufenthaltsort unbekannt ist. Entweder liegt gegen die Person ein richterlicher Haftbefehl oder ein Vorführungsbefehl vor, das heißt sie sind schon verurteilt und hätten eigentlich bei einer Justizvollzugsanstalt ihre Haft antreten müssen.

Wie sieht der Arbeitsalltag im Arbeitsbereich Fahndung aus?

Wir bearbeiten mehrere Haftbefehle gleichzeitig. Gibt es von einer Person behördliche Daten, fahren wir – ausgestattet mit Schutzweste und bewaffnet – zur letzten gemeldeten Adresse. Manchmal fährt man wirklich hin, klingelt und die gesuchte Person öffnet. Aber das ist eher die Ausnahme. Hält sich die Person an einem Ort auf, an dem sie nicht gemeldet ist, brauchen wir einen Durchsuchungsbeschluss. Erst dann dürfen wir rein – wenn nötig auch mit Gewalt. Ist zu erwarten, dass die Zielperson bewaffnet ist, wie im Fall des Reichsbürgers in Georgensgmünd, übernimmt die Festnahme ein Spezialeinsatzkommando.

Wie gehen Sie vor, wenn der Aufenthaltsort nicht bekannt ist?

Mein Team befragt das Umfeld der Zielperson, wir überwachen Kontaktpersonen, wir dürfen auf Videoüberwachung und GPS-Ortung zugreifen. Besonders aufwendig ist es, wenn sich der Täter ins Ausland abgesetzt hat, dann beantragen wir einen internationalen Haftbefehl.

Wie häufig schnappen Sie Täter?

Ein bis zwei Personen pro Woche finden wir, aber das variiert.

Welche Mittel würden Ihre Arbeit erleichtern?

Eine technische Innovation für uns wäre, wenn alle Hersteller ihre Fahrzeuge mit GPS ausstatten würden. Dann wäre auch eine unproblematische Überwachung von Straftätern möglich. Trotzdem sollte eine gewisse rechtliche Hürde vorhanden sein, denn auch wir sind gegen die totale Überwachung.

Was braucht es, um ein guter Fahnder zu sein?

Jagdinstinkt und wir müssen kreativ sein, uns in das Gegenüber hineindenken können. Außerdem erwarte ich von allen im Team körperliche Fitness. Dazu tragen die 40 Stunden Einsatztraining – mit Zugriff- und Schießtraining – pro Monat bei. Ich glaube nicht, dass Fahnder Gefahr laufen, Leute in eine Schublade zu stecken. Manchmal ist eben eine Rasterfahndung das einzig Sinnvolle, um einen unbekannten Täter finden zu können.

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