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Verkehrsunfälle im Herbst: Die Gefahr lauert am Straßenrand

Wildwechsel, Nebel und "Bauernglatteis" machen Autofahrern im Herbst das Leben schwer. Dann heißt es: Fuß vom Gas und aufmerksam sein. Es besteht erhöhte Unfallgefahr.

KERSTIN HÖLZEL |

Ein Wildschwein taucht plötzlich auf der Fahrbahn auf. Die Autofahrerin sieht es zu spät. Es kommt zum Zusammenstoß. Das Auto überschlägt sich, die Fahrzeuginsassen werden verletzt, das Tier verendet. Unfälle wie dieser, der sich im Herbst 2011 in Sersheim ereignet hat, sind in der dunklen Jahreszeit keine Seltenheit.

Allein 2013 verunglückten nach Angaben des Deutschen Jagdverbands 2639 Menschen bei Wildunfällen, sieben starben. Alle zweieinhalb Minuten kommt es in Deutschland zur Kollision zwischen Auto und Wildtier. Der Sachschaden liegt bei über einer halben Milliarde Euro.

Vor allem in der dunklen Jahreszeit nehme die Gefahr von Wildunfällen zu, erklärt Stefan Ott, Jagdaufseher in Großsachsenheim. Seit der Zeitumstellung am vergangenen Wochenende fällt der Berufsverkehr mit der Dämmerung zusammen. "Die Tiere kennen keine Winter- und Sommerzeit, sondern richten sich nach der Helligkeit", sagt er. Momentan seien Wildtiere besonders umtriebig. Im Wald wird das Futterangebot knapper - der Weg zur Wiese kreuzt oftmals die Straße. Der Jagdaufseher appelliert deshalb an die Autofahrer: Geschwindigkeit anpassen und in der Dämmerung besonders auf den Straßenrand achten, um Tiere früh zu sehen. Vorsicht sei vor allem auch auf Strecken, die mit "Wildwechsel-Warnschildern" gekennzeichnet sind, geboten. Ein ausreichender Abstand zum Vordermann sei ratsam, falls dieser plötzlich bremsen muss. Und: Ein Wildtier kommt selten allein.

Ist ein Wildunfall nicht zu vermeiden gilt: Vollbremsung und Lenkrad festhalten. Danach sollten Autofahrer die Unfallstelle mit Warndreieck und Warnblinklicht absichern und die Polizei benachrichtigen. Diese informiert wiederum den zuständigen Jagdpächter oder die Forstdienststelle. In jedem Fall sollten Autofahrer einen Wildunfall auch melden, falls kein Schaden am Fahrzeug entstanden ist. Doch Vorsicht: Angefahrenes Wild darf nicht einfach mitgenommen werden. Das ist eine Straftat.

Zusätzlich zum Wildwechsel bereiten vor allem Feuchtigkeit und Laub Autofahrern Probleme, sagt Peter Widenhorn, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Ludwigsburg: "Überall dort ist es gefährlich, wo sich Feuchtigkeit hält." In der Nähe von Wäldern komme gleich mehreres zusammen: Hier sammele sich nicht nur Laub, sondern halte sich auch Nässe, und Wildwechsel seien möglich.

Herbstliche Nebelschwaden können Autofahrer ebenfalls zum Verhängnis werden. Schlechte Sicht, zu wenig Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug und zu schnelles Fahren verursachten laut Deutscher Verkehrswacht (DVW) Unfälle. Ihre Empfehlung lautet: Autofahrer sollten sich an den Leitpfosten - im Abstand von 50 Metern aufgestellt - am rechten Fahrbahnrand orientieren und nicht an den Rücklichtern des vorausfahrenden Autos. Eine weitere Faustregel: Abstand ist gleich Geschwindigkeit. Bei einer Sichtweite unter 50 Metern liege die Höchstgeschwindigkeit bei 50 Kilometern pro Stunde. Dann sollten auch die Nebelschlussleuchten eingeschaltet werden.

Auch das sogenannte "Bauernglatteis" kann Autofahrern gefährlich werden. Es entsteht laut DVW, wenn landwirtschaftliche Fahrzeuge Erde vom Feld auf die Fahrbahn bringen. In Verbindung mit Feuchtigkeit bildet der Schmutz einen rutschigen Schmierfilm. Auch hier gilt: Tempo bereits vorher drosseln.

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