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Trumpf-Hausmesse "Intech": "Industrie 4.0" hat längst begonnen

Eine Woche lang stellt die Firma Trumpf im Rahmen ihrer einwöchigen Hausmesse "Intech" den 2500 Besuchern Weltneuheiten im Maschinenbau vor, die bereits auf der industriellen Digitalisierung (Industrie 4.0) basieren.

GÜNTHER JUNGNICKL |

Im Trumpf-Stanzwerk an der Hermann-Dreher-Straße 20 in Gerlingen hat die Zukunft bereits begonnen. Und zwar genau genommen vor sechs Jahren schon. Denn seitdem wird dort qualitativ hochwertiges Stanzwerkzeug und Zubehör rund um die Uhr für Kunden hergestellt, die es besonders eilig haben. "Bestellen Sie bis 14 Uhr - wir liefern bis 17 Uhr aus", wirbt deshalb das Hightech-Unternehmen mit Hauptsitz in Ditzingen für diese modernste Art der Produktivität.

Werksleiter Markus Hees ist denn auch sichtlich stolz auf den seit 2009 erreichten Qualitätsstandard trotz der geforderten Schnelligkeit bei hoher Effizienz. Denn 80 Prozent seiner Kunden sind sogenannte "Jobjobber", also Zulieferer für die Automobil- und die Elektroindustrie beispielsweise. Denn die sind darauf angewiesen, Maschinenzubehör umgehend liefern zu können, wenn es angefordert wird.

Um sie optimal bedienen zu können, machten sich bei Trumpf eine Reihe von bewährten Erfolgsfaktoren bezahlt: Hochqualifizierte Fachkräfte, einen modernen Maschinenpark (Roboter), einen hohen Automatisierungsgrad, die Bereitschaft zu ständiger Optimierung der bestehenden Prozesse sowie einen hohen Standardisierungsgrad.

Auf diese Weise schaffte es das Unternehmen bis heute millionenfache Varianten von Werkstücken parat zu bekommen und in den sechs Jahren mehr als 100 000 Matrizen (Prototypen) für Kunden zu schneiden, auf deren Basis die Werkstücke geliefert werden konnten. Das besondere aber: Der Kunde kann selbst per Computer die Maschine steuern, wenn er die richtigen Produktionsnummer eingibt.

Aber weil die Zeit nicht stehen bleibt, arbeitet sein Gerlinger Entwicklungsteam bereits seit geraumer Zeit an der zweiten Generation digitaler Fertigung, die noch Ende dieses Jahres die Produktionsreife erreichen soll.

Dabei wird ein spezieller Code direkt auf den Rohling und damit wird das Werkstück selbst zum Informationsträger. Der direkte Weg zur papierlosen Fertigung. "Der Rohling weiß also", so Werksleiter Hees, "was aus ihm wird". Dies ist ein weiterer Schritt auf dem Weg zur vierten Industrierevolution (nach Mechanisierung, Elektrifizierung, Automatisierung), von der die Trumpf-Vorstandsmitglieder Dr.-Ing. Peter Leibinger und Dr.-Ing. Mathias Kammüller immer geträumt haben und die inzwischen auch von der Bundesregierung als "Industrie 4.0" heftig gestützt wird.

Als Innovativgarant war das Ditzinger Unternehmen deshalb auch von Anfang an dabei und dazu noch "Geburtshelfer" (Leibinger) bei der Gründung einer gesellschaftspolitischen Plattform, die Politiker in Berlin gemeinsam mit der Wirtschaft gründeten. Dabei geht es nicht nur um Technik, Vernetzung und Datensicherheit, sondern inzwischen auch um die Förderung innovativer Geschäftsmodelle. "Denn dort an der Basis werden die entscheidenden Veränderungen stattfinden", sagt Peter Leibinger.

Kernprinzip sei die intelligente Vernetzung aller Fertigungsprozesse, erläutert der im Hause Trumpf dafür zuständige Leiter der Software-Entwicklung, Dr. Stephan Fischer. In diesem Falle: Schneiden, Biegen, Schweißen. Dazu gehöre jedoch auch die Vernetzung mit anderen Unternehmen, wie Vorstandsmitglied Dr. Leibinger weiß: "Wir wollen ja schließlich alle voneinander lernen".

Nach Monaten der Sorgen geht es wieder aufwärts

Die Prognosen waren nicht gut auch für die Trumpf GmbH in den ersten Monaten des Jahres 2015, denn die Aufträge waren um 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahr eingebrochen, berichtete Vorstandsmitglied Dr.-Ing. Mathias Kammüller auf einer Pressekonferenz.

Doch seit Ende März geht es wieder zügig aufwärts. Vor allem der asiatische Markt bereitet den Experten für Maschinenbau und Lasertechnik viel Freude: Japan, Südkorea sowie China - mit Abstrichen wegen des Mangels an genügend Investitionskapital.

Sorgen gibt es lediglich noch um Südamerika und Russland sowie um "erhebliche Währungseinflüsse", also den derzeit schwächelnden Euro einerseits und den starken Schweizer Franken andererseits.

Trotzdem: Der wiedergewonnene Optimismus in der Trumpf-Vorstandsetage hat zudem Nahrung in der Tatsache gefunden, dass sich zur Hausmesse "Intech", die am Dienstag eröffnet wurde und noch bis Samstag andauert, 2500 Besucher aus dem In- und Ausland angemeldet haben.

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