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Französisch profitiert von Sprachenfolge - Spanisch starke Konkurrenz

Die französische Sprache hat schon manchen Schüler ins Stolpern gebracht. An den Gymnasien im Landkreis ist sie jedoch nach wie vor beliebt. Zum deutsch-französischen Tag fragte die BZ an Schulen nach.

VON UNSERER ... |

Nachlassendes Interesse am Fach Französisch? Ernstzunehmende Konkurrenz durch Italienisch oder die Weltsprache Spanisch? Für Martin Schmidgall, Studiendirekor der Ellentalgymnasien in Bietigheim-Bissingen, gibt es ein differenziertes Bild. "Seit Jahren entscheiden sich bei der zweiten Fremdsprache über 80 Prozent der Schüler für Französisch als zweite Fremdsprache und unter 20 Prozent entsprechend für Latein. Unsere Austauschprogramme mit Sucy-en-Brie und gelegentlich auch mit Port-Vendres werden gut nachgefragt und liefern sicherlich Motivation zum Vertiefen der Sprache."

Allerdings geht die Nachfrage nach Französisch in der Oberstufe weiter zurück. Nur fünf bis zwölf Prozent schreiben tatsächlich ihre Abiturprüfung in diesem Fach. Schmidgall vermutet, dass es daran liegt, dass Fremdsprachen in der Oberstufe nur als Kernfach vierstündig belegbar sind. Somit sei es für Schüler mit vielen Interessen schwierig, mehrere Fremdsprachen in der Kursstufe fortzuführen.

Auf den Ellentalgymnasien kann man außer Französisch auch noch Spanisch ab der achten Klasse als Fremdsprache belegen. Und da kommt Spanisch besser an, denn die Schülerzahlen für Französisch sind seit 2013 hinter die von Spanisch gefallen. Zwischen elf und 18 Prozent entscheiden sich für Französisch und 18 bis 25 Prozent für Spanisch. Für Schmidgall wäre es hier interessant zu sehen, wie sich die Schüler entscheiden würden, wenn Spanisch auch als zweite Fremdsprache angeboten werden könnte.

Jörg Weisser, Rektor des Besigheimer Gymnasiums, dagegen kann an seiner Schule nicht erkennen, dass Französisch ins Hintertreffen gerät. Schon gar nicht in den unteren Klassen. Denn nach wie vor ist Französisch die zweite Fremdsprache, die an den Gymnasien gelehrt wird. Wer sie in Besigheim umgehen will, der hat nur die Wahl, das Fach Latein zu nehmen. Und das ist die Minderheit, sagt Weisser. Aktuell haben in der Klasse Sechs des Gymnasiums etwa 80 Prozent der 102 Schüler Französisch gewählt.

Doch auch in den Oberstufen-Klassen, wo die Besigheimer Schüler zu Italienisch wechseln könnten, ist das Interesse an der Sprache des Nachbarlandes konstant geblieben. Durchgängig hat es einen Kurs in Französisch immer bis zum Abitur gegeben, sagt Weisser. Konstant gut sei auch das Interesse der Achtklässler am Austausch mit dem Gymnasium in der Partnerstadt Ay, was man vom französischen Gymnasium im Gegenzug nicht behaupten könne. Dort habe die Bedeutung der deutschen Sprache generell nachgelassen. Die Terror-Anschläge in Frankreich haben nach den Erfahrungen Weisser bisher nichts am deutschen Interesse geändert, die Schule und die Schüler im Nachbarland kennenzulernen.

Die Kleinsachsenheimer Grundschule ist mutmaßlich die einzige Grundschule weit und breit, die schon für die ganz Kleinen in einer Französisch-AG die Sprache und die Kultur nahebringt, berichtet Sabine Moalla, die Leiterin einer der beiden Gruppen. Je eine Stunde pro Woche werden Dritt- und Viertklässler ans Französische herangeführt - freiwillig und zusätzlich zum normalen Unterricht. Dennoch: In Kleinsachsenheim ist das Interesse groß, die Gruppen sind gut gefüllt. Nicht zuletzt deswegen funktioniert der Austausch mit den Gleichaltrigen aus der Partnerstadt Valréas seit weit mehr als zehn Jahren sehr gut. Der Unterricht verläuft spielerisch, erklärt Sabine Moalla: "Das Schriftbild ist sekundär. Es geht ums Erkennen, Hören, Ableiten." Was die Lehrerin, eine Halbfranzösin, betont: Sie spricht die gesamte Zeit über nicht Deutsch. Wo's mit dem Vokabular der Kinder hakt, helfen Gesten und Bilder.

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