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Asylbewerber aus Gambia bilden Fanklub des Oberligisten Freiberg

Vier Asylbewerber aus Gambia geben beim SGV Freiberg seit ein paar Monaten den Ton an. Das Quartett begleitet die Oberliga-Fußballer bei den Spielen mit Trommelschlägen. Sie hoffen, dass sie in Deutschland bleiben dürfen.

CLAUS PFITZER |

90 Minuten lang hallten beim Auswärtsspiel des SGV Freiberg beim Karlsruher SC II die fremdländischen Trommelgeräusche durch das weitläufige Sportgelände Wildpark und hinüber bis zum angrenzenden Schlosspark. Vier junge Männer aus Gambia unterstützen damit die Freiberger Fußballer und halten sich bei den winterlichen Temperaturen warm.

Ibrahim, Abou, Alhagie und Demba (vollständige Namen sind der Redaktion bekannt) stammen aus Gambia und sind seit einiger Zeit als Asylbewerber in Freiberg. Noch läuft ihre sechsmonatige Aufenthaltsgestattung, die, so haben sie erfahren, verlängert wird, so lange das Asylverfahren dauert. In dieser Zeit dürfen sie nicht arbeiten. "Wir wollen gerne hier bleiben", bekräftigt der 26-jährige Alhagie und erntet von seinen Landsleuten zustimmendes Kopfnicken. Alle sprechen Englisch, sie verstehen und reden aber auch bereits ganz passabel Deutsch.

Sigfried Eisebraun, ein Urgestein des SGV Freiberg und im Verein das unverzichtbare "Mädchen für alles", hat die vier Gambier in Freiberg auf der Straße angesprochen und ihr Interesse für die Aufgabe als Fans der Oberligamannschaft geweckt. Eisebraun selbst schlägt seit vielen Jahren unermüdlich bei den Spielen des SGV die Trommel. Mal mit ein paar Mitstreitern, mal alleine. Jetzt hat er die Trommlerfraktion um die vier jungen Afrikaner erweitert.

Einer von ihnen, Demba, hat längst auch andere Jobs übernommen, die er mit großer Ernsthaftigkeit ausführe, berichtet Eisebraun. So gehe er den beiden Mannschaftsbetreuern Werner Brandenburger und Mustafa Günbele zur Hand oder helfe bei den Heimspielen im Wasenstadion am Kiosk, in dem er für den Getränkenachschub sorgt.

"Sie bekommen etwas zu essen und zu trinken, haben freien Eintritt bei den Spielen und fahren auswärts mit dem Mannschaftsbus mit. Einer findet sich immer, der was dazu gibt", berichtet Eisebraun. "Die vier sind echt gut, sind nette Kerle und haben mit ihren Trommeln einen guten Rhythmus. Sie haben sich bei uns integriert, und das ist doch das Entscheidende. Meist kommen die Asylbewerber hierher und man lässt sie einfach links liegen", so der Freiberger. "Wir lieben diese Mannschaft", sagt der 25-jährige Ibrahim, "und unterstützen sie gerne. Sie spielt gut und gewinnt oft." Selbst Fußball spielen wollen die Gambier nicht. "Da sind wir nicht gut", lacht Abou, mit 18 Jahren der Jüngste im neuen Freiberger Fanklub.

Die Trommeln des SGV sind im Auswärtsspiel in Karlsruhe die gesamten 90 Spielminuten unüberhörbar. Egal, ob die Freiberger Fußballer angreifen oder verteidigen: Ibrahim, Demba, Abou und Alhagie schwingen den Schläger und bringen mit ihren folkloristischen Einlagen neue Töne auf die Fußballplätze.

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