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Zum Tod von Hanns A. Pielenz: Ein Weltbürger mit Bönnigheimer Wurzeln

Hanns A. Pielenz, Alleingesellschafter und langjähriger Geschäftsführer von Amann & Söhne, ist am Donnerstag in Vero Beach in Florida gestorben. Der Weltbürger, der eng mit Bönnigheim verwurzelt war, wurde 73 Jahre alt.

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Der Unternehmer Hanns A. Pielenz ist am Donnerstag in Vero Beach in Florida gestorben. Foto: Amann Group

Hanns A. Pielenz ist tot. Er ist am Donnerstag in Vero Beach in Florida gestorben. Pielenz war eine Unternehmerpersönlichkeit mit Weitblick, mit einem weitgespannten Netzwerk rund um den Erdball. "Eine Führungspersönlichkeit, die geführt hat", sagte gestern Manfred Häußer, der als langjähriger Vertrauter für Pielenz in Bönnigheim tätig war. Alleingesellschafter und langjähriger ehemaliger Vorsitzender der Geschäftsführung der Amann & Söhne GmbH & Co. KG und Vorsitzender des Stiftungsrats der Hanns-A.-Pielenz-Stiftung war der 73-Jährige - und ein fürsorglicher Chef, so Häußer. Als die Produktion von Amann noch in Bönnigheim war, habe er das Gespräch mit allen Mitarbeitern gesucht. "Das war ihm wichtig", erinnert sich Häußer. Auf der einen Seite Weltbürger, aber dennoch mit der Bönnigheimer Heimat verbunden. Die Spaziergänge in den Bönnigheimer Weinbergen und im Stadtwald machten ihm Freude, Gespräche mit ehemaligen Schulkameraden hatten für Pielenz eine große Bedeutung.

Das Interesse von Hanns A. Pielenz an seiner Heimatstadt betonte gestern auch Bürgermeister Kornelius Bamberger: "Als Bürgermeister pflegte ich mit ihm ein Verhältnis, das über einen rein geschäftsmäßigen Kontakt zwischen Stadtvertreter und Unternehmensleiter hinausging. Wenn es sich über die Jagdpacht und die damit verbundene Einladung zum jährlichen Waldbegang nicht ergeben hat, verabredeten wir uns in der Regel einmal pro Jahr zu einem Austausch über das aktuelle Geschehen in der Stadt und in der Amann Group." Pielenz habe er dabei als verbindlichen Menschen kennengelernt, mit dem eine angenehme Konversation immer leicht fiel. In keinem Gespräch fehlten die Nachfragen von ihm zu Personen in der Stadt, die ihm am Herzen lagen. Auch zu kommunalpolitischen Vorgängen hat er sich stets erkundigt und sie bei Bedarf kommentiert oder auch hinterfragt. "Er war stets dankbar, vom Bürgermeister aus erster Hand informiert worden zu sein", so Bamberger. Bönnigheim verliere mit ihm eine Unternehmerpersönlichkeit, wie es sie nicht allzu häufig gibt: Menschlich angenehm und mit einem großen Instinkt für richtige unternehmerische Entscheidungen, die die Amann Group zu weltweitem Erfolg führten.

2009 erhielt Hanns A. Pielenz, der in vierter Generation von 1964 bis 2004 die Nähseidenfabrik "Amann und Söhne" geleitet und zu einem weltweit agierenden Unternehmen geführt hatte, die erstmals verliehene "Otto-Mecheels-Medaille". Der Leiter der Hohenstein Insitute, Prof. Stefan Mecheels, hat diese Auszeichnung in Erinnerung an seinen Großvater initiert, um die Lebensleistungen von Persönlichkeiten für die Öffentlichkeit sichtbar zu machen.

"Durch innovative Produkte, strategisch richtige Marktpolitik und Ausrichtung auf den globalen Wettbewerb hat sich das Unternehmen ,Amann und Söhne bis 1989 zum größten deutschen Nähgarnhersteller und drittgrößten in der Welt entwickelt", würdigte damals Stefan Mecheels den Unternehmer Pielenz. Die Mitarbeiterzahl war unter der Leitung von Hanns A. Pielenz von 500 im Jahre 1968 auf 3800 im Jahre 2004 angestiegen. Der Umsatz erhöhte sich im gleichen Zeitraum von 16 Millionen DM auf 200 Millionen Euro.

2004 hatte Pielenz die Geschäftsführung in jüngere Hände übergeben und die Amann Group in eine karitative Stiftung zur Förderung von Forschung, Kunst und Wissenschaft umgewandelt. Seine Hanns-A.-Pielenz-Stiftung war ihm wichtig, erklärt Manfred Häußer. "Der Betrieb muss ja weitergehen ohne mich", hatte Pielenz gegenüber seinem Vertrauten einmal betont.

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Wappen
Ludwigsburg

Bönnigheim

Einwohner: 7593 (31. Dez. 2015)
PLZ: 74357
Regierungsbezirk: Stuttgart
Höhe: 221 m ü. NHN
Bürgermeister Kornelius Bamberger

www.boennigheim.de/

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