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Studientag fordert Beteiligung und Haltung

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„Wir sind das Volk!“. So lautet ein beliebter Spruch, mit dem Demonstranten für sich in Anspruch nehmen, zu wissen, was es braucht, damit es in Deutschland läuft. Ist das Populismus oder nur der Ausdruck eines berechtigten Anspruchs auf Teilhabe und Mitbestimmung innerhalb des demokratischen Systems? Und ist das ein Zeichen dafür, dass die Demokratie in Gefahr ist? Bei einem Studientag wurden am Sonntag im Pädagogisch-Kulturellen Centrum (PKC) diese Fragen intensiv und teils auch kontrovers diskutiert. Am Ende seien sich alle einig gewesen: Demokratie lebe von der Beteiligung und brauche Haltung, teilt das PKC mit.

Angst könne es machen, dass „dieses selbsternannte Volk“ oder auch neu entstandene Parteien mit populistischen Aussagen Stimmung machten gegen Arbeitslose und Flüchtlinge, gegen die Presse und das Politik-Establishment, schreibt Babara Schüssler, PKC-Leiterin Pädagogik und Kultur. „Das sind in der Regel keine Argumente, sondern nur Parolen“, meinte Asli Kücük. Die Politik- und Islamwissenschaftlerin ist als Referentin der Landeszentrale für Politische Bildung Baden-Württemberg laut der PKC-Mitteilung unterwegs, um „kompetent zu machen gegen rechte Sprüche“.

Zuvor hatte Kücük in einem einführenden Vortrag „populistische Strategien als Herausforderung für die Demokratie“ benannt. Die Ergebnisse der „Mitte-Studie“, in der autoritäre und rechtsextreme Einstellungen untersucht wurden, machten deutlich, so Kücük, dass die Ausgrenzung bestimmter Menschengruppen kein Phänomen einer Bevölkerungsschicht sei. „Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“ sei eine gesamtgesellschaftliche Erscheinung. Denn welche Gruppe aktuell ausgegrenzt und zum Problemfall der Gesellschaft erklärt werde, sei abhängig von der medialen Krisenzuschreibung. 2012 sei es der Euro und damit die bankrotten Griechen gewesen, 2014/15 die Asylanten und aktuell der Islam.

Derya Sahan, Islamwissenschaftlerin von der Fachstelle für Prävention von religiös begründetem Extremismus bei der Jugendstiftung Sersheim, zeigte die Vielfalt islamischen Lebens auf und fragte, ob Religion ein Integrationshindernis sein müsse. „Wir wurden sehr umfangreich und detailliert informiert“, so ein Teilnehmer dieses Workshops, schreibt Schüssler.

Die möglichen Bedrohungen von Links stellte Moritz Rothhaar in seinem Workshop dar. Dies ist Teil seines eigenverantwortlichen Projektes im Freiwilligen Sozialen Jahr, das er im PKC absolviert. Er machte deutlich, dass manche Linksextreme Pflastersteine werfen und Autos anzünden, was aktuell durch den Verfassungsschutz nicht als Bedrohung für den Staat gesehen werde. Gewalt als Mittel, um eigene Interessen durchzusetzen, werde aber prinzipiell als Gefahr angesehen.

In der Diskussion zeigten sich die Teilnehmer gestärkt, um für die freiheitlich-demokratische Grundordnung einzustehen, so das PKC.

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