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Sammlung der Historischen Gesellschaft: Nur ein Bruchteil wird gezeigt

Im Kavaliersbau, in der Neipperger Kelter, in der Zehntscheuer und bis vor Kurzem im Kesselhaus auf dem Amann-Areal sind mehr als 20.000 Sammelungsstücke der Historischen Gesellschaft gelagert: "Das materielle Gedächtnis der Stadt."

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  • Alles, was eine Kurbel hat, wie Fleischwölfe, Bohnenschnitzler oder Mandelmühlen, füllen ein ganzes Regal im Fundus der Historischen Gesellschaft im Kavaliersbau. 1/2
    Alles, was eine Kurbel hat, wie Fleischwölfe, Bohnenschnitzler oder Mandelmühlen, füllen ein ganzes Regal im Fundus der Historischen Gesellschaft im Kavaliersbau. Foto: 
  • Auf einem Flohmarkt entdeckte Kurt Sartorius die in drei barocken Büchern versteckte Schnapsflasche. 2/2
    Auf einem Flohmarkt entdeckte Kurt Sartorius die in drei barocken Büchern versteckte Schnapsflasche. Foto: 
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Museum im Steinhaus oder Arzney-Küche sind die bekannten Ausstellungsorte der Historischen Gesellschaft. Doch dort kann nur Bruchteil der Sammlungsstücke aus der Bönnigheimer Geschichte gezeigt werden. "Die Sammlung der Historischen Gesellschaft umfasst rund 20.000 Stücke, davon sind rund die Hälfte katalogisiert", erklärt Kurt Sartorius, Vorsitzender des Bönnigheimer Geschichtsvereins und Museumsmacher, im Gespräch mit der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung. Zurzeit müssen die Aktiven der Historischen Gesellschaft wieder einmal mit ihren teilweise recht schweren Gegenständen umziehen. Knapp 1000 Exponate waren im Kesselhaus auf dem Amann-Areal zwischengelagert, nachdem aber nun klar ist, dass dieses Bauwerk abgerissen werden soll, müssen sie ihr "Chaos-Lager", wie es Sartorius mit einem Augenzwinkern bezeichnet, auflösen. Noch etwa 200 Stücke, darunter eine Eierausbrütmaschine, etliche Schränke der ehemaligen Bönnigheimer Haushaltungsschule, ein Futterschneidtrog, der Postschlitten - mit dem früher Briefe und Pakete von Bönnigheim nach Brackenheim gefahren wurden -, eine Getreideputzmaschine, Wasserkessel oder Schulbänke, müssen bis zum 1. Oktober in die Lager im Kavaliersbau, in der Neipperger Kelter oder in der Zehntscheuer transportiert werden.

Es ist nicht der erste Lagerumzug für die Mitglieder der Historischen Gesellschaft. Vor Jahren hatte man Platz in der Gemminger Kelter. Da dieses Gebäude saniert wurde, konnte man einiges danach in eigens von der Firma Amann zur Verfügung gestellten Rollcontainer zunächst in der zum Unternehmen gehörenden Tiefgarage unterstellen. Nach dem Abriss der Industrieanlagen kamen diese Sammlungsstücke ins Kesselhaus. Noch mit Schrecken denkt Sartorius an den Umzug des Lagers vom ehemaligen Torwärterhäuschen neben dem Köllesturm in den Kavaliersbau. "Alle Stücke mussten man verpacken, auf zehn Schlepper-Anhänger transportieren, und nachdem man sie mit einer festinstallierten Seilwinde in das Obergeschoss gebracht hatte, wieder auspacken - rund zwei Jahre Arbeit", betont der Vorsitzende der Historischen Gesellschaft.

"Inzwischen könnte man die Sammlung im Kavaliersbau als geordnetes Chaos bezeichnen", so Sartorius. Auf einer Länge von acht Regalmetern sind rund 10.000 Inventar-Karten abgeheftet. Zu jedem Gegenstand gibt es darin eine eigene Nummer, eine Beschreibung und eine Fotografie. Allerdings wird der Standort in den verschiedenen Lagern nicht vermerkt. "Das muss man halt wissen", sagt er. Wo man was findet, darüber können die acht Mitglieder des Arbeitskreises "Museum" - Mike Etzel, Bärbel Kienzle Hermann Martin, Dieter Runge, Peter Schoenen, Dr. Hermann Stierle sowie Marianne und Kurt Sartorius - Auskunft geben.

Zunächst habe man alles gesammelt, was "das materielle Gedächtnis der Stadt" ausmacht. Statt einem Heimatmuseum, wie es viele gibt, hat man sich 1985, nach einer Empfehlung des Landesmuseums, gezielt dem Thema Schnapsmuseum gewidmet. Neben unendlich vielen Ausstellungsstücken, gibt es im Kavaliersbau inzwischen eine der umfangreichsten Sammlungen an Fachliteratur zum Thema Alkohol. "Studenten kommen zu uns, weil sie so etwas Umfangreiches in der Landesbibliothek nicht finden", sagt Satorius nicht ohne Stolz und ergänzt: "Ich kann heute die Entwicklung der Destillationstechnik ab dem 16. Jahrhundert nachvollziehen."

Heute sammle man zwar weiterhin Stücke der Stadtgeschichte, aber man sei jetzt kritischer. "Es werden nur noch Dinge gesammelt, die exemplarisch sind", erklärt der ehrenamtliche Museumschef.

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