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PKC-Gruppe besucht Staatsarchiv

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Eine eintägige Exkursion des Pädagogisch Kulturellen Centrums ehemalige Synagoge (PKC) begann in Ludwigsburg mit der Außenbesichtigung der Häuser in der Barockstadt, in denen Joseph Süß Oppenheimer gewohnt und gewirkt hatte (Mömpelgardstraße, Eberhardstraße). Im Ludwigsburger Schloss referierte Gudrun Emberger über das Leben des jüdischen Hoffaktors. Die Historikerin befasst sich seit Jahren eingehend mit dem Leben Süß Oppenheimers und hatte die Tour und die Stationen zusammengestellt.

Süß Oppenheimer arbeitete seit 1732 als Hof- und Kriegsfaktor für den württembergischen Prinzen Karl Alexander. Als dieser nach dem Tod seines Vetters, Eberhard Ludwig, zum württembergischen Herzog ernannt wurde, weiteten sich die Geschäftsfelder Süß Oppenheimers noch weiter aus. So war Oppenheimer Resident in Frankfurt/Main, Hoffaktor und Berater des Herzogs. Ein Münzvertrag  gestattete ihm Gold und Silber an die Stuttgarter Münze zu liefern, deren Pächter er auch war.  1736 erfolgte seine Ernennung zum Geheimen Finanzrat.

In Haft auf dem Hohenasperg

Die merkantilistische Wirtschaftsform, die unter dem katholischen Herzog Alexander und dem Juden Süß Oppenheimer eingeführt worden war, erfreute weder die Untertanen noch die sogenannte württembergische „Ehrbarkeit“. Als der Herzog am 12. März 1727 überraschend im Ludwigsburg Schloss starb, entlud sich der  Hass über Süß Oppenheimer. Er wurde unter Hausarrest gestellt, seine Besitztümer wurden beschlagnahmt. Ein Haftbefehl war nicht ergangen. Am 20. März kam er trotzdem in Haft auf den Hohenneuffen, am 30. Mai auf den Hohenasperg.

Nach einem Picknick auf dem Asperg begaben sich die Teilnehmer ins dortige Museum, wo Gudrun Emberger weitere Erläuterungen zur Haft, zum Prozess und zur Person Oppenheimers gab. Hier wie an allen Stationen lasen die Sprecher Anja Rambow und Florian Ahlborn aus Originaltexten und -briefen. Einige Schriften konnten danach im Stuttgarter Hauptstaatsarchiv eingesehen werden.

Sechs Jahre am Galgen

Letzte Station war der ehemalige Galgenberg in Stuttgart, der sich bei den Hochhäusern gegenüber dem heutigen Milaneo befand. Am 4. Februar 1738 wurde das Todesurteil auf dem Stuttgarter Galgenberg vollstreckt. Ein Justizmord. Erst nach sechs Jahren wurde die Leiche, das heißt das, was von ihr übrig geblieben war – auf Anordnung Herzog Carl Eugens – vom Galgen abgenommen und verscharrt.

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