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Optimistischer Blick in die Zukunft

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Unter dem Eindruck nationalistischer Tendenzen und künftiger US-Politik war es ein wichtiges Stiftungsfest, das im Pädagogisch-Kulturellen Centrum (PKC) stattfand. Mit Dr. Dan Shaham war am Sonntag ein prominenter Stiftungsredner in Freudental, der seinen Blick dennoch optimistisch in die Zukunft richtete.

Alle Redner würdigten beim 32. Stiftungsfest das Wirken von Ludwig Bez, der das PKC 31 Jahre lang geleitet hatte und vor wenigen Wochen überraschend verstorben war. Der neue Vorsitzende Herbert Pötzsch blickte zunächst zurück ins Jahr 1985, als das PKC seine Arbeit in Freudental aufnahm. Neben der Bewahrung der Erinnerung stand für Bez immer die Pflege deutsch-israelischer Beziehungen im Vordergrund. Sie seien „durch nichts besser zu erreichen als durch persönliche Begegnungen“, so Pötzsch. Wie sieht es heute aus? „Wirtschaftlich gesehen hervorragend, niemandem geht es durch die Flüchtlinge schlechter als zuvor“, konstatierte der frühere Marbacher Bürgermeister und Kreisrat. Dennoch seien Hass, Ver­unglimpfung und Nationalismus allerorten zu spüren, sogar schon in Landesparlamenten. Aber auch in der EU und in den USA, wo man mit nationalistischen Parolen sogar zum Präsident gewählt werden könne. „Toleranz ist das, was wir wollen“, bekräftigte der PKC-Vorsitzende.

Landrat Dr. Rainer Haas betonte ebenfalls die Wichtigkeit persönlicher Begegnungen, die es zwischen dem Landkreis und dem Oberen Galiläa seit vielen Jahren gibt. Über 900 Schüler kamen im letzten Jahr über den Austausch hierher, ebenso viele nach Israel. „Es ist aber auch einiges passiert, was uns betroffen macht.“ Als Beispiele nannte Haas nationalistische Vertreter von EU-Mitgliedstaaten, die Abschaffung der Demokratie in unmittelbarer Nachbarschaft und die USA, wo „die Missachtung von Minderheiten zum Staatsziel erklärt“ werde.

Sein Amtskollege Giora Salz aus dem Oberen Galiläa forderte im PKC, „diesen Platz und die Idee lebendig zu halten“. Es sei schwer die Morde an Juden zu verstehen, aber auch dass es so viele nicht bemerkten. „Kooperation ist der Weg in die Zukunft“, so der Landrat, über die Schulen, den Sport oder die Medien. Dann könne die Zusammenarbeit „größer sein, als wir uns es heute vorstellen“.

Diplomat ist optimistisch

Stiftungsredner am Sonntag war Generalkonsul Dr. Dan Shaham, der auf Deutsch sprach. Es sei eine Reise beider Völker, bei der es darum gehe, Perspektiven für die Zukunft zu gestalten. Als Diplomat sei er optimistisch, „Wege zu finden und Brücken zu bauen“. Trauma und Partnerschaft gehören zusammen, die Zukunft hänge auch von der Erinnerung ab. Erst durch die Anerkennung, wie sie Willy Brandt in Warschau gezeigt habe, sei für viele der Weg in die Zukunft möglich gewesen. Heute teilten sich beide Gesellschaften Werte und Ziele: Toleranz, Demokratie, Menschlichkeit, was heute leider keine Selbstverständlichkeit mehr sei.

Bewusst im früheren sogenannten „braunen Viertel“ in München habe Israel das Generalkonsulat im Jahr 2013 eröffnet – nachdem man die Konsulate in Marseille und Philadelphia geschlossen habe. Und man arbeite heute in den Bereichen Sicherheit, Forschung, Kultur und Umweltschutz zusammen. „Vieles haben wir geschafft, und vieles werden wir noch schaffen“, schloss der Generalkonsul seine wegweisende Stiftungsrede.

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