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Open Air im Hof der ehemaligen Synagoge

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Gregor Huebner (links) und Band präsentierten 90 Minuten lateinamerikanische Musik im Pädagogisch-kulturellen Zentrum in Freudental.  Foto: 

Sie kennen sich aus New York, wo drei der vier Musiker inzwischen leben. Der gebürtige Stuttgarter Violinist Gregor Hübner war am Freitagabend nicht das erste Mal in Freudental und kehre gern dorthin zurück, sagt er selbst. Für das Programm „El Violin Latino“ hat er seine drei Bandkollegen Klaus Müller am Piano, Kurt Holzkämpfer am Bass und Jerome Goldschmidt am Schlagwerk zum Open-Air in den Hof der ehemaligen Synagoge mitgebracht. 90 Minuten lang wähnte sich das Publikum in Südamerika irgendwo unter Palmen.

Die Musik, die sie spielten, stammte von bekannten südamerikanischen Komponisten und von Hübner selbst. Mit der Eigenkomposition „Hermanor“ startete das Quartett, auch „Tiempro die Almendra“ stammt von ihm. Das Konzert bestätigte: Alle vier Musiker sind in ihrem Fach Meister der Szene.

Ein vielseitiges Instrument

Die Violine ist ein vielseitiges Instrument. Nicht nur weil der Bogenstrich und die Spieltechniken variabel gestaltet werden können, sondern auch, weil sie über einen enormen Tonumfang verfügt. Noch heute nutzen Komponisten den metallisch glänzenden Klang in den hohen Lagen, wenn sie eine kitschige Liebesszene kolorieren wollen. Eine einzeln tänzelnde Melodie der Geige umgarnt, glitzert bisweilen verträumt sentimental. Die Melodie-Phrasen in Astor Piazzollas Tango „Oblivion“ machen da keine Ausnahme: eine von Kitsch überflutete Romanze, bei der der Sehnsuchtsschmerz nicht im Verborgenen blieb, wo der eigentlich schonungslos kantige Tango zahm wird. Eingerahmt von fiebrigen kubanischen und brasilianischen Rhythmen tat diese Traumwelt aber gut.

Der zweite Konzertteil begann mit einem scheppernden Percussionsolo. Die Combo hatte „Obsesion“ des puerto-ricanischen Komponisten Pedro Flores in eine kubanische Rumba gekleidet. Auch die anderen drei Solisten hatten mehrfach die Gelegenheit, sich auszuzeichnen. Das darauffolgende Stück widmete Gregor Hübner dem verstorbenen früheren Leiter des Pädagogischen Kulturellen Zentrums (PKC), Ludwig Betz. „Milonga del ángel“ von Piazzolla klang bei Hübners Flageolett-Tönen wahrlich wie der „Tanz des Engels“, sphärisch schwebend, irgendwo zwischen Himmel und Erde. Bei aller Traurigkeit übertünchte in der Version des Quartetts das Positive in Erinnerung und Zuversicht die Melancholie.

„Hindsight“ von Cedar Walton versprühte brasilianisches Jazz-Flair. „Equinox“ spielten die vier Musiker zum ersten Mal in dieser Form auf der Bühne, improvisierten aber, als wäre das Stück von John Coltrane Standardrepertoire. Auch bei „El Huérfanito“ – dem „kleinen Waisenkind“ – von Gutierrez änderte die Gruppe den Rhythmus: Statt Bolero tanzte die Geige Cha-Cha-Cha. Nach einem voller Lebensfreude überschäumenden Mambo bekam das hingerissene Publikum noch eine Zugabe.

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