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Neue Wohnform fürs Alter

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Die geplante Pflege-WG könnte in der Kirchheimer Schillerstraße entstehen.  Foto: 

Seit zwei Jahren gibt es die Pläne der gemeinsamen Sozialstation von Kirchheim und Bönnigheim, eine neue Einrichtung zu schaffen. Begonnen hatte die interkommunale Arbeit mit der Tagespflege in Erligheim, dann folgten die gemeinsamen Geschäftsräume im Bönnigheimer Amann-Areal. Nun soll es an die Pflege-WG gehen, die nach Diskussionen im Gemeinderat in der Kirchheimer Schillerstraße ihren Standort haben soll. Am Donnnerstagabend wurde das Konzept interessierten Bürgern im Kirchheimer Rathaus vorgestellt.

Das Konzept ist anders als das eines typischen Pflegeheims. Zwölf Bewohner dürfen laut Gesetzgeber maximal zusammen in eine solche Wohnform, und sie leben dort auch selbstbestimmter, entscheiden mehr und haben auch die Schlüsselgewalt für die WG. Es wird ambulant betreut, was aber nicht heißt, dass niemand für die Bewohner vor Ort ist. Therapeutische Kräfte sind meist anwesend, und die Besuche etwa von der Sozialstation finden dort ebenso statt. Das Konzept unterscheidet sich von dem, was die Landesheimwohnbauverordnung demnächst vorschreibt, indem sie nur noch Einzelzimmer zulässt. Hier könnten auch Paare einziehen, die großzügiger zusammen wohnen und gleichzeitig in die Wohngemeinschaft eingebunden sind.

„Wir haben etwas über den Tellerrand schauen müssen“, erklärte Kirchheims Bürgermeister Uwe Seibold, der auch gleichzeitig erster stellvertretender Vorsitzender bei der Sozialstation ist, im Gespräch mit der BZ. Hier in der Gegend sei diese Wohnform noch nicht so verbreitet, dafür aber umso mehr im Breisgau. Dort und in Neuenstein hat er sich Pflege-WGs angesehen und sich über die Probleme und Abläufe erkundigt. „Durchweg positiv“ ist sein Resümee, und die Einrichtungen seien sehr gefragt. „Es herrscht eine völlig andere Atmosphäre“, ist sein Eindruck im Vergleich zu den herkömmlichen Pflegeheimen. Ehrenamtliche helfen hier mit, etwa beim Spazie­rengehen, beim Arztgang oder beim Gärtnern im Grünen. Dass sich weit mehr als die angebotenen 12 Plätze belegen lassen, davon ist er überzeugt.

„Besonders an unserem System ist, dass wir es nicht den Investoren und Trägern überlassen sondern sehr intensiv mit den Bürgerinnen und Bürgern arbeiten“, so Professor Thomas Klie vom Institut AGP. Menschen mit Demenz bräuchten ein lebendiges Miteinander, was am besten in ambulant betreuten Wohngemeinschaften gegeben sei.

Inzwischen ist gesetzlich geregelt, dass der Pflegedienst nicht auch gleichzeitig der Träger der Pflege-WG sein kann. Das bedeutet für Kirchheims Bürgermeister Seibold, dass die Gemeinde die Trägerschaft, am besten mit der Kirchengemeinde, übernimmt. Sie soll im Entwicklungsprozess schon eingebunden sein, der offen und transparent die Betroffenen beteiligt. Sinnvoll wäre es einen Förderverein zu gründen, um die Vernetzung mit den Ehrenamtlichen zu stärken, so Seibold. Gleichzeitig soll eine Arbeitsgruppe den Prozess begleiten, der möglichst mit der Kirchengemeinde über den Winter ein Konzept erstellt. Bereits im Frühsommer nächsten Jahres könnte der Baubeginn stattfinden, schätzt Seibold. Pläne und erste Entwürfe, wie das Ganze aussehen soll, liegen bereits vor und wurden am Donnerstagabend gezeigt.

Auch die Finanzierung sei nach Mitteilung des Kirchheimer Bürgermeisters bereits gesichert. Über Stiftungen gebe es eine dreiviertel Million Euro für den Start, und auch Fördermittel seien dafür in Aussicht. Später werde die Pflege-WG dann auch profitabel arbeiten, ist Seibold überzeugt.

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Bönnigheim

Einwohner: 7593 (31. Dez. 2015)
PLZ: 74357
Regierungsbezirk: Stuttgart
Höhe: 221 m ü. NHN
Bürgermeister Kornelius Bamberger

www.boennigheim.de/

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