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Musikalischer Sommerabend im PKC

Nach einer vierjährigen Pause gab es am Samstagabend wieder ein Open-Air-Konzert im Pädagogisch-Kulturellen Centrum ehemalige Synagoge Freudental: "Klezmers Techter" begeisterten.

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"Klezmers Techter" gaben am Samstag ein Gastspiel unter freiem Himmel im PKC: (von links) Gabriela Kaufmann (Klarinette, Bassklarinette, Tenorsaxofon), Almut Schwab (Akkordeon) und Nina Hacker (Kontrabass).  Foto: 

Sie begeistern seit ihrer Gründung vor 21 Jahren das nationale und internationale Publikum, spielen auf großen Bühnen und bei Festivals und sind eines der wenigen weiblichen Klezmerensembles überhaupt: "Klezmers Techter" aus Mainz spielten am Samstag im Hof der ehemaligen Synagoge in Freudental. Unter freiem Himmel und mit unbändiger Spielfreude. Zuvor hatten die sechs Musiker der Bourbon Street Ramblers Dixieland Jazz Band unter der Leitung von Thomas Kible mit ihrem unverkennbaren und gefälligen Sound die Zuhörer auf den Abend eingestimmt.

Es war die erste Freilichtveranstaltung unter der neuen Leitung des Pädagogisch-Kulturellen Centrums (PKC) und das erste nach einer vierjährigen Pause: "Mit diesem Open-Air-Konzert wird einem oft geäußerten Wunsch der Mitglieder Rechnung getragen", sagte Barbara Schüssler, die seit September 2013 im PKC für die Bereiche Pädagogik und Kultur zuständig ist. "Wir freuen uns, dass das Wetter nun doch mitspielt", sagte Schüssler.

Wenn nicht unter freiem Himmel, wo sonst kann ein Konzertbesucher die Magie der Klezmermusik so wunderbar auf sich wirken lassen: Als ob eine übergeordnete Instanz die Choreografie übernommen hätte, schoben sich dunkle Wolkenfetzen genau dann über den milchigen Mond, als die Musikerinnen Gabriela Kaufmann (Klarinette und Bassklarinette), Almut Schwab (Akkordeon, Flöten und Hackbrett) und Nina Hacker (Kontrabass) mit "Friling", einem in der Zeit des Holocaust entstandenen Stücks, dem unsäglichen Leiden Millionen Verfolgter und Ermordeter gedachten: Mit im Herzschlagrhythmus gezupften Basstönen, mit dem wehmutsvollen, anklagenden Klarinettenspiel von Gabriele Kaufmann (die beim großen Giora Feidman in die musikalische Lehre ging) und den schrillen Klängen, die Almut Schwab ihrem Akkordeon entlockte.

Dann verzogen sich die Wolken und gaben den Blick frei auf einen hellen, fast strahlenden Mond, der gewiss ebenso seine Freude hatte an den "freylekhen", den fröhlichen und unbeschwerten Kompositionen der aschkenasischen und sephardischen Juden, an den Hochzeits- und Festtagsliedern wie die Störche, die just da im Tiefflug über den Dächern Freudentals kreisten. Impressionen, welche die atmosphärische Dichte noch intensivierten und die unbändige Spielfreude der Musikerinnen unterstrichen, die sich in der Art und Weise zeigte, wie Gabriela Kaufmann bei den freien Improvisationen und den traditionellen Interpretationen mit ihren Klarinetten und dem Konzertpublikum kokettierte und an dem an Variationen reichen Spiel von Nina Hacker: Über weite Teile eher zurückhaltend agierend, beglückte sie mit ihren gelegentlichen Bass-Soli die Konzertbesucher jedes Mal aufs Neue. Und nicht zuletzt lag es an der mitunter atemberaubenden Geschwindigkeit, mit der Almut Schwab ihr Akkordeon bearbeitete, wie sie taktvoll' auf den Instrumentenkorpus klopfte und virtuos die verschiedenen Flöten blies.

Ein außergewöhnlicher, fast schon sphärisch-bizarrer Klangteppich wurde gewoben, als die Multiinstrumentalistin Almut Schwab bei Nachman's Wink' ihr Akkordeon ablegte, um mit Holzschlägeln die Saiten ihres Cimbaloms anzuschlagen. Der Klang dieses Schlaginstruments, insbesondere in der Vereinigung mit den tiefen Tönen der Bassklarinette und den Pizzicato- Klängen des Kontrabasses zeugte auf sehr beeindruckende Weise von der großen Musikalität des Komponisten und von der Hingabe, mit der sich "Klezmers Techter" mit ihrem authentischen Spiel vor diesem Musikschaffenden verneigten.

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