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Mit Shuttlebus zum Schnapsmuseum

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Bei „Bönnigheim brennt“ gaben Schnapsbrenner Einblicke in ihre Arbeit. Hier informiert Maik Sartorius die Besucher.  Foto: 

Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechten Schnaps, könnte man diese Veranstaltung am Sonntag umschreiben. Zum Tag der „Gläsernen Produktion“ hatten die Bönnigheimer Schnapsbrenner geöffnet und es gab Führungen durchs Schnapsmuseum, das im nächsten Jahr sein 25-jähriges Jubiläum feiert.

Die größte Museumssammlung deutscher Schnapsbrennereien ist seit 1993 im Steinhaus beheimatet. Bürgermeister Kornelius Bamberger eröffnete zusammen mit Destillatkönigin Anna Schleicher den Tag und verwies in seiner Eröffnungsrede auf die Wichtigkeit der Streuobstwiesen und ihrer Bedeutung für die Landschaft. Gerade in Zeiten sich häufender Lebensmittelskandale sei die regionale Erzeugung bedeutsamer denn je.

Dass diesmal auch Zollbeamte im Schnapsmuseum waren, war kein Zufall: Ab 2018 fällt das Deutsche Branntweinmonopol, damit wird es leichter, selbst zum Schnapsbrenner zu werden. Schon im Laufe dieses Jahres waren Beamte des Hauptzollamts Heilbronn in Bönnigheim, um die über hundert Brennanlagen zu untersuchen und zu verplomben.

Gebrannt wurde freilich schon immer, seit Steuern auf den Alkohol erhoben wurden. Und im Land der Tüftler auch sehr einfallsreich, wie die Abteilung für „Geheimbrenner“ zeigte. Kurt Sartorius zeigte kleine Brennereien aus der Kriegs- und Nachkriegszeit, aber auch Modelle aus Gefängnissen, die ihm vom Hauptzollamt als Exponate zur Verfügung gestellt wurden. Das Fünf-Liter-Bierfässchen diente ebenso zur Vergärung wie Dampfkochtöpfe, bunt bemalte Milchkannen oder Plastikbehälter. Im Krieg wurden Bremsleitungen benutzt, die den Alkohol aus dem Gefäß brachten, doch am besten nahm man Kupferröhrchen. „Sie haben den Vorteil, dass sie gute Wärmeleiter sind und sich gut auf den späteren Geschmack auswirken“, erklärte Sartorius beim Rundgang.

Die ältesten Anlagen stammen aus dem Jahr 1100 aus Salerno in Italien. „Um 1400 herum war es möglich mit Wasserkühlung größere Mengen herzustellen“, so der Museumsgründer. Im zweiten Teil des Brennens den Vorlauf abzutrennen, sei die eigentliche Kunst des Schnapsbrennens.

Wie das heute von den Profis gemacht wird demonstrierten am Sonntag, der wieder unter der Überschrift „Bönnigheim brennt“ stand, die drei Bönnigheimer Brennereien Frank und Meik Sartorius, Heinz Kölle und Walter Prochnau. Bei Meik und Frank Sartorius, die in diesem Jahr mit ihren Produkten viele Auszeichnungen bekamen und zu den Top-Brennern im Landesverband Nord-Württemberg zählen, gab es neben Verkostungen auch ein Schaubrennen, bei dem die Herstellung erklärt wurde. Einige Destillate der Brennerei Sartorius reifen auch im Eichenfass, was ihnen ein besonderes Aroma verleiht.

Ein Shuttlebus verkehrte zwischen den Stationen und mit dem einmal gekauften Probierglas hatten Besucher der „Gläsernen Produktion“ die Möglichkeit, bei jeder der drei Brennereien etwas von den Bränden und Likören zu verkosten und zu erstehen. Den Abschluss bildete die Schnaps- und Likörverkostung im Schnapsmuseum. Hier gab es bei einem Imbiss alles zu probieren, begleitet von Schnapsgeschichten, Trinksprüchen und Anekdoten rund um das Thema Schnaps.

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Wappen
Ludwigsburg

Bönnigheim

Einwohner: 7593 (31. Dez. 2015)
PLZ: 74357
Regierungsbezirk: Stuttgart
Höhe: 221 m ü. NHN
Bürgermeister Kornelius Bamberger

www.boennigheim.de/

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