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Film im PKC über die Reise der Marbacher Uhlandschüler in Gedenkstätten in Polen

Der Filmemacher Filip Felix begleitete Förderschüler aus Marbach auf einer einwöchigen Reise zu Gedenkstätten nationalsozialistischen Unrechts in Deutschland und Polen und filmte sie. Im PKC in Freudental wurde der Film jetzt gezeigt.

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Für ein Projekt in Kooperation mit dem Pädagogisch-Kulturellen Centrum (PKC) Ehemalige Synagoge Freudental wurde die Uhlandschule aus Marbach im vergangenen Jahr beim landesweiten Wettbewerb des Kultusministeriums "Menschenrechte in Baden-Württemberg - Schulpatenschaften mit Gedenkstätten nationalsozialistischen Unrechts" mit dem zweiten Preis ausgezeichnet. Verbunden mit dem Preis war ein Zuschuss für eine Studienfahrt mit gedenkstättenpädagogischem Schwerpunkt nach Polen. Während der Fahrt ist der Film "Mit Allah und Gott nach Auschwitz" entstanden, der am vergangenen Sonntag im PKC gezeigt wurde.

Das Pädagogisch-Kulturelle Centrum ist vertrautes Terrain für die 14- bis 16-jährigen Schüler der Uhlandschule, einer Förderschule. Seit über einem Jahr schon besteht die Kooperation mit dem PKC. Die Uhlandschüler helfen bei Veranstaltungen, stuhlen auf, betreuen Künstler und beantworten Fragen der Besucher.

Am Sonntagnachmittag lag jedoch eine ganz besondere Stimmung in der Luft im PKC. Der Film "Mit Allah und Gott nach Auschwitz", den der Filmemacher Filip Felix während der einwöchigen Reise der Schüler zu den verschiedenen Gedenkstätten nationalsozialistischen Unrechts in Deutschland und Polen gedreht hat, wurde zum ersten Mal vor Publikum gezeigt.

Der angehende Medienwissenschaftler Filip Felix, Student an der Universität Erlangen, war mit seiner Filmausrüstung Zeuge, wie sich die Jungen und Mädchen in Berlin, Warschau, Krakau und Auschwitz mit den Gräueltaten der Nazis, aber auch mit ihrer eigenen Lebensgeschichte, ihrer Herkunft und ihrer Religion auseinandersetzten. "Die Kamera hat eingefangen, wie die Schüler an dieser Fahrt gewachsen sind", sagten Bernd Schlegel, der Rektor der Uhlandschule, und Barbara Schüssler, die pädagogische Leiterin des PKC, die die Förderschüler auf dieser Reise begleitet haben.

Wer den Film sieht, wird Zeuge, welchen Eindruck der Besuch der Gedenkstätten bei den Jugendlichen hinterlassen hat. "Die Nazis, die haben so eine behinderte Scheiße abgezogen", sagt eine Jungenstimme aus dem Off in einer sehr bewegenden Passage, in der der Zug mit den Schülern durch die polnische Herbstlandschaft fährt, während im Hintergrund leise Musik zu hören ist.

Oder die Aussage eines Mädchens, das hörbar um Worte ringt, nachdem die Gruppe das ehemalige Konzentrationslager in Auschwitz-Birkenau besucht hatte. "Das macht meinen Kopf kaputt, was hier passiert ist", sagt sie und bringt damit das Unfassbare auf den Punkt.

Dass die Eindrücke der Gedenkstättenfahrt immer noch nachwirken, wurde in der anschließenden Gesprächsrunde deutlich. Was die Reise mit ihnen gemacht habe, wurden die Acht- und Neuntklässler gefragt. "Mir sieht man es nicht an, aber es hat krass gewirkt bei mir", bekannte ein Schüler. Und ein anderer sagte in Bezug auf die aktuelle Flüchtlingsdiskussion: "Egal wie ein Mensch aussieht, alle sind gleich!"

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