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Ein wahrhaft zauberhafter Auftakt

Mit einem Stück für Groß und Klein debütierte die Theatergruppe des Kulturfensters im Kulturkeller am Burgplatz am Samstagabend. Das neugegründete Ensemble überzeugte mit dem "Zauberer von Oz".

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Die neu gegründete Theatergruppe des Kulturfensters hatte am Samstag im Burgplatzkeller mit dem "Zauberer von Oz" Premiere.  Foto: 

In jedem Anfang wohnt ein Zauber inne - diese geflügelten Worte hatten nun in Bönnigheim sprichwörtliche Bedeutung: "Der Zauberer von Oz" heißt das erste Stück der neu gegründeten Theatergruppe des Kulturfensters Bönnigheim, das am Samstag Premiere hatte. Unter der Leitung der Theaterpädagogin Simone Wolss begleiteten rund 60 Besucher das Mädchen Dorothy und ihre Freunde in das Zauberland Oz.

Schon längere Zeit trugen sich die Macher des Kulturfensters Bönnigheim mit dem Gedanken, die Sparte Theater zu stärken und eine vereinseigene Theatergruppe zu gründen. Mit der frischgebackenen Theaterpädagogin Simone Wolss konnte nun eine professionelle Theatermacherin für dieses Vorhaben gewonnen werden. Die Wahl des ersten Stückes fiel auf das bekannte amerikanische Kinderbuch von Lyman Frank Baum, in dem das Mädchen Dorothy auf ihrer Reise zum Zauberer von Oz auf die Vogelscheuche ohne Verstand, den Blechmann ohne Herz und den Löwen ohne Mut trifft.

Eine ausgezeichnete Wahl, konnten doch in der von Karen Winkler bearbeiteten und von Simone Wolss inszenierten Produktion alle Rolle wunderbar passend besetzt werden. "Die Truppe ist altersmäßig gut durchmischt. Der jüngste Darsteller ist gerade mal zehn Jahre alt, der älteste 50", berichtete Simone Wolss. Mattis Götz heißt das Nesthäkchen: Er spielt in der rund einstündigen, kurzweiligen Inszenierung einen der Munchkins und den zweiten Wächter in den Gemächern des Zauberers von Oz.

Den titelgebenden mächtigen Zauberer von Oz gibt der Senior der Theatergruppe, Tilo Staudenrausch, mit durchdringender Stimme, einem umwerfenden Habitus und einer wohl dosierten Prise Humor. Sein beeindruckendes schauspielerisches Talent kann Tilo Staudenrausch unter Simone Wolsse' Regie auch deshalb unter Beweis stellen, weil die Regisseurin ihn erst einen langen Gang entlangschreiten und dann im Publikum Platz nehmen lässt, von wo aus er mit Dorothy und ihren Freunden auf Oz'sche Weise kommuniziert. Im privaten Leben seine Tochter, mimt Ina Staudenrausch in der Aufführung mit erfrischender Natürlichkeit die Nichte von Onkel Henry, den Tilo Staudenrausch auch spielt, der wie eine ganze Reihe der Darsteller eine Doppelrolle innehat. Dessen Frau Em wird dargestellt von Stefanie Mantz, die in gleich drei sehr unterschiedlichen Rollen auf der Bühne zu sehen ist und außerdem als gelernte Damenschneiderin die fantasievollen, im wahrsten Sinne des Wortes zauberhaften, Kostüme geschaffen hat. Philip Prohein spielt den sympathischen, feigen Löwen, Kevin Knuschke den tolpatschigen Scheuch und Emiliy Rusmich den Blechmann mit Rost in Gelenken und der Stimme. Jürgen Heß ist der hochgewachsene Wächterkollege von Mattis Götz und Laura Beck darf als gute und als böse Hexe ihr schauspielerisches Können zeigen. Eine beeindruckende Leistung liefert auch die 17-jährige Ellen Brodbeck ab, die als intrigante Sumpfhexe auf gefühlten 20-Zentimeter-Absätzen offenbar schwindelfrei über die Bühne stöckelt. Sie und die anderen Hexen waren von begabten Maskenbildnerinnen mit viel Liebe zum Detail geschminkt worden. Das erfreulich reduziert gehaltene Bühnenbild von Ulrike Staudenrausch, die gut aufgelegte Schauspielerriege und die mit vielen witzigen Regieeinfällen gespickte Inszenierung von Simone Wolss taten ihr Übriges, um die erste Aufführung der neuen Theatergruppe zu einer rundum gelungenen Premiere werden zu lassen.

Info Weitere Aufführungen des "Zauberer von Oz" der der Kulturfenster-Theatergruppe : Samstag, 9. Mai, um 18 Uhr und Sonntag, 10. Mai, um 15 Uhr im Kulturkeller Bönnigheim, Burgplatz.

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