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Ein Leben im Ungewissen

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Als Spende bekamen am Freitag junge Flüchtlinge in Kirchheim, die ohne Begleitung nach Deutschland gekommen sind, Mountainbikes geschenkt. Foto: Werner Kuhnle  Foto: 

Der 16-jährige Siaka kam aus Gambia nach Europa. Von Land zu Land ging es für ihn mit dem  Auto Richtung nordafrikanische Küste, erzählt er, dann übers Meer nach Italien. Zunächst lebte er drei Monate in Italien und kam dann mit dem Zug über die Schweiz nach Deutschland. Wie viel seine Reise die Familie gekostet hat, verrät er nicht. Rund ein halbes Jahr war er alleine unterwegs, bis er nach Baden-Württemberg kam, wo er nun seit rund fünf Monaten lebt.

Siaka ist einer der rund 50 unbegleiteten Flüchtlingen, die von der  Karlshöhe betreut werden und per Gesetz besonderen Schutz genießen. Die Stiftung Karlshöhe hat als Träger vier Wohngruppen im Landkreis, in denen die zuweilen traumatisierten Jugendlichen untergebracht werden. Eine davon ist nun Siakas neues Zuhause: der ehemalige katholische Kindergarten an der Marienkirche, der für die Flüchtlinge ausgebaut worden ist. Ein großes Gemeinschaftszimmer gibt es für sie, und derzeit noch genügend Platz für jeden einzelnen. Draußen steht eine Tischtennisplatte, innen ein Tischkicker und der Gemeinschaftsfernseher. Am Freitag war für die jungen Flüchtlinge ein besonderer Tag. Sie bekamen Mountainbikes, die ihnen künftig den Alltag erleichtern sollen. Möglich gemacht hat die Spende der Verein „Be Aid“, ein europaweit vertretener Verein aus Ehrenamtlichen, die sich nicht nur um Flüchtlinge kümmern. Eine Million Euro hat die Metro AG bereit gestellt für die Flüchtlingshilfe, die nun bundesweit in Projekte fließt. Rund 4000 Euro kamen davon nach Kirchheim, nachdem Be-Aid-Vorstand Selami Erdogan für Baden-Württemberg die Projekte bei Metro eingereicht hatte. Vom Bönnigheimer Fahhradhändler Ralf  Armbruster bekam man ordentlich Rabatt für die neuen Bikes, über die sich die Jugendlichen nun freuen können. Das Fahrradschloss war ebenso mit dabei wie der Fahrkurs auf Video. Die Jugendlichen fahren aber bereits seit längerem Rad.

Syrer, Afghanen, ein Albaner und Siaka leben in Kirchheim, von wo sie morgens nach Ludwigsburg zur Schule fahren. In den Vorbereitungskursen lernen sie dort Deutsch, Mathe und andere Fächer, die Chance auf das Nachholen des Realschulabschlusses ist gering. Es gehe darum, einen Ausbildungsplatz zu finden, bevor sie 18 Jahre alt sind, sagt Sozialarbeiterin Judith Häringer, danach könnten sie abgeschoben werden. Sie ist von der Deutschen Jugendhilfe Heilbronn, die das Haus zusammen mit der Karlshöhe betreut. Rund um die Uhr ist eine Sozialkraft da, auch nachts. „Wir kümmern uns um einen Praktikumsplatz und fördern die Ausbildung der Jugendlichen“, sagt die Sozialarbeiterin.

Ob es bei Siaka klappt, wird man sehen. Sein Ziel ist der Profifußball: Er spielt bereits in der Jugend des FV Kirchheim, ist torgefährlich und schätzt die freundliche Atmospäre im Verein. „Mein Lieblingsverein ist Dortmund“, sagt er, sein Idol sei Lionel Messi. Für sein großes Ziel wird er auch am Freitagabend trainieren.

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