Partner der

Die Ausstellung "Onser Necker" in Kirchheim eröffnet am Sonntag

Im Kirchheimer Museum "Farrenstall" zeigt der Geschichtsverein ab Sonntag einmal im Monat seine neue Ausstellung "Onser Necker". Dabei geht es um Kirchheimer Ortsgeschichte.

|
Helmut Mayer vom Kirchheimer Geschichtsverein zeigt das Modell der Neckarfähre zu Kriegsende zwischen Kirchheim und Gemmrigheim in der Ausstellung "Onser Necker" im "Museum im Farrenstall".  Foto: 

Kein Mensch fährt gern eine Umleitung. Aber im Kirchheimer "Museum im Farrenstall" in der Gartenstraße lohnt es sich für die Besucher, einem verwitterten hölzernen Schild am Eingang zu folgen. In schwarzer, etwas verblichener Schrift weist das einstmals gelbe Verkehrsschild auf eine "Umleitung" zu einem Nebenraum hin. Dass darunter auch noch "Bypass" steht, führt die Besucher direkt in die jüngere Ortsgeschichte und damit auch zum Thema der Sonderausstellung "Onser Necker - Kirchheim am Neckar und sein Fluss von den Anfängen bis in die Gegenwart", die der Geschichtsverein im 25. Jahr seines Bestehens zusammengetragen hat.

Denn während der amerikanischen Besatzung vor 70 Jahren wies das zweisprachige Schild den Weg zur provisorischen Fähre über den Neckar, die wieder nötig geworden war, nachdem am letzten Kriegstag deutsche Truppen die Neckarbrücke nach Gemmrigheim sinnlos gesprengt hatten. Stunden später marschierten die Franzosen an jenem 8. April 1945 in Kirchheim ein.

Der Neckar - den Kirchheimern durch die Sprengung der Brücke auf makabre Weise wieder näher gerückt - prägt den Ort und seine Bewohner seit Menschengedenken. Entsprechend stolz sind die Kirchheimer auf ihr Alleinstellungsmerkmal "am Neckar", das sie aus den zwölf anderen Gemeinden mit dem Namen Kirchheim, die Helmut Mayer, der Vorsitzender des Geschichtsvereins gefunden hat, heraushebt.

Dabei hat der Neckar immer einen großen Bogen um den Ort gemacht. Erst vor rund 50 000 Jahren wählte sich der "wilde Geselle" - so die Übersetzung seines keltischen Namens "nicer" - sein neues heutiges Bett in dem Gebiet, das dessen spätere Bewohner einmal Kirchheim nennen sollten.

Bewohnt war die Gegend schon seit der Steinzeit, wie ein paar Funde am Anfang der Ausstellung zeigen. Ähnlich der Neckarschleife führt die vom Geschichtsverein konzipierte und selbst gefertigte Schau in einem Bogen durch die Siedlungs- und Wirtschaftsgeschichte Kirchheims, erinnert an das große Hochwasser 1824, als der Necker fast bis zur ersten Etage des alten Rathauses anstieg, und zeigt, dass der Fluss in ruhigeren Zeiten auch der Erholung diente. Nicht nur die Menschen, auch die Pferde genossen hin und weder ein erfrischendes Bad im Neckar.

Modelle - teils von Helmut Mayer selbst gebastelt, teils vom Schifffahrtsmuseum Haßmersheim ausgeliehen - zeigen die Schifffahrt auf dem Neckar, beginnend mit der Flößerei und der Treidelschifffahrt, über die Kettenschlepper, bis zur Schleppschifffahrt, die den Neckar in den ersten Jahren nach dem Ausbau zur Wasserstraße prägte.

Den verwegenen Ideen von Otto Konz, des Schöpfers des Neckarkanals, der ernsthaft über einen Neckar-Donau-Kanal nachdachte, ist eine Texttafel gewidmet. Andere erzählen von den Kirchheimer Mühlen, die irgendwann auf die Herstellung von Holzschliff als Rohmaterial für die Gemmrigheimer Papierfabrik umstiegen. Nicht zuletzt auf Druck der Papierfabrik wurde 1897 die Fährverbindung zwischen Gemmrigheim und Kirchheim durch die Neckarbrücke abgelöst. Knapp 50 Jahre hielt die Brücke, bis zu ihrer Sprengung. Ein schönes Modell im H0-Maßstab von Walter Lehner stellt die Verkehrssituation nach dem Krieg mit Fähre und Bahn nach. Fünf Jahre mussten die Gemmrigheimer und Kirchheimer auf die Brücke verzichten bis sie vor 65 Jahren wieder aufgebaut war.

Info
Die Ausstellung im Farrenstall ist am Sonntag, 26. April, von 11 bis 17 Uhr zu sehen. An folgenden weiteren Sonntagen kann die Ausstellung jeweils von 14 Uhr bis 17 Uhr besichtigt werden: 17. Mai, 21. Juni, 17. Juli, 16. August, 13. September, 11. Oktober.

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Wappen
Ludwigsburg

Bönnigheim

Einwohner: 7593 (31. Dez. 2015)
PLZ: 74357
Regierungsbezirk: Stuttgart
Höhe: 221 m ü. NHN
Bürgermeister Kornelius Bamberger

www.boennigheim.de/

Nachrichten aus Ihrer Gemeinde

Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Partner der

Tatort-Musik dank der Bietigheimer Musikschule

Ehemalige Schüler aus dem Kreis, die ehemals an lokalen Musikschulen unterrichtet wurden, haben es geschafft, und sind professionelle Musiker geworden. Ein Überblick. weiter lesen