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Denkmal für Freudentalerin

Zur Stolperstein-Verlegung für die aus Freudental stammende Jüdin Frieda Berger reiste eine Delegation aus Freudental nach in Mannheim.

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Vor dem Mannheimer Hauptbahnhof steht ein gelbes Hinweisschild mit der Aufschrift "Gurs 1170 km". In das südwestfranzösische Konzentrationslager Gurs am Abhang der Pyrenäen wurden Ende Oktober 1940 über 6500 Juden aus Baden und der Saarpfalz deportiert, darunter auch die aus Freudental stammende Frieda Berger. Kurz vor dem 75. Jahrestag der Deportation hat der Kölner Künstler Gunter Demnig jetzt in Mannheim einen Stolperstein im Bürgersteig vor ihrem letzten Wohnsitz in der Heinrich-Lanz-Straße 34 verlegt, der an Frieda Berger aus Freudental erinnern soll. Die Patenschaft für diesen Stolperstein hat die Gemeinde Freudental übernommen.

Frieda Berger, geborene Herrmann, stammte aus einer der ältesten und angesehensten jüdischen Familien Freudentals. Sie lebte zuletzt im Haushalt ihrer ebenfalls in Freudental geborenen und aufgewachsenen Schwester Bertha Sonnemann in Mannheim. Während Bertha Sonnemann und ihrer Familie im Sommer 1940 noch die Flucht über die Sowjetunion und Japan in die USA gelang, blieb Frieda Berger allein in Mannheim zurück und wurde im Oktober nach Gurs verschleppt. Im August 1942 wurde sie nach Auschwitz deportiert und dort ermordet.

Die Verlegung des Stolpersteins für Frieda Berger - einer von rund 55.000 die Gunter Demnig mittlerweile in 20 europäischen Ländern verlegt hat - war von ihrer Großnichte Toby Sonneman, einer Enkelin Bertha Sonnemanns, angestoßen worden. Sie lebt im US-Bundesstaat Washington, war schon mehrfach in Freudental und stattet der Gemeinde auch jetzt wieder einen Besuch ab. Besonders erfreut war sie daher, dass sich am vergangenen Dienstag auch eine achtköpfige Freudentaler Delegation mit Bürgermeister Alexander Fleig an der Spitze auf den Weg nach Mannheim gemacht hat. Weil Frieda Berger vor der Veröffentlichung der "Freudentaler Adressbücher" von Steffen Pross in ihrer Heimat in Vergessenheit geraten war, fehlt ihr Name auf den Gedenksteinen vor dem Freudentaler Rathaus. Deshalb sei der Mannheimer Stolperstein an ihrem letzten Wohnort ihm und dem Arbeitskreis auch ein besonderes Anliegen, sagte der Bürgermeister.

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