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Das Brennholz wird wiederentdeckt

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Revierförster Burkhard Böer leitete am Dienstagabend die Holzversteigerung im Gasthof „Grüner Baum“ in Erligheim.  Foto: 

Bei der Wahl des Versteigerungsorts für den jährlichen Brennholzverkauf muss Revierförster Burkhard Böer schon länger darauf achten, dass genug Sitzplätze da sind. Früher habe man im Erligheimer Ratssaal vielleicht 20 Interessenten gehabt. Heutzutage findet die Veranstaltung im „Grünen Baum“ statt, wo Böer regelmäßig mit 100 bis 120 Teilnehmern rechnet. Was nicht heißt, dass alle mitbieten. Zwei Drittel seien echte Interessenten, der Rest komme auch „wegen der Show“, sagt Böer, der schon Jahrzehnte dabei ist.

Ab 1989 seien die geschlossenen Wälder verlorengegangen. Damals lag der Holzeinschlag in Bönnigheim bei 2300 Festmetern, heute sind es noch rund 1800. Die Fichten sind verloren gegangen, denn sie wurden Opfer der Sturmjahre und der Schädlinge. „Sie ist der Brotbaum der Forstwirtschaft“, so der Revierförster von Forst BW zur Fichte, und sie habe letztlich fast alles finanziert, bis hin zum Waldwegebau.

„Hochrisikobaumart“ Fichte

„Uns fehlt die Haupteinnahmequelle“, bemängelt Böer, und gleichzeitig habe man immense Ausgaben wie etwa für die Aufforstung. Dass die „Hochrisikobaumart“ Fichte, die im Schwarzwald heimisch ist, bei uns nicht die passenden Böden zum Wurzeln findet, war eine der Ursachen für den Ausfall. Sie wurde um die letzte Jahrhundertwende großflächig gepflanzt, und sie kann sich nun unter den veränderten Bedingungen nicht mehr halten, wenn die Schädlinge mehr und die Böden trockener werden.

Rund 100 Hektar Wald gibt es bei Erligheim, was vergleichsweise wenig ist. 1200 Hektar sind es in einer Flächengemeinde wie Sachsenheim, 428 in Bönnigheim. Rund drei Viertel des Einschlags ist in diesem Jahr wieder Brennholz, das von Privatleuten für den heimischen Ofen gekauft wird. Brennholz laufe auf hohem Niveau, und dafür gibt es Gründe.

Hausbesitzer kommen mit Brennholz sehr günstig durch den Winter, und können sich den Heiz­ölkauf ersparen. Was früher ganz normal war und dann in Vergessenheit geriet, sei wieder neu entdeckt worden, sagt Burkhard Böer. Im Jahr 2008 sei der Hype losgegangen und habe um 2012 seinen bisherigen Höhepunkt erreicht. „Brennholz ist auf einem gigantischen Mengenniveau“, so Böer zum Angebot bei der Versteigerung. Schwache Bäume bis zu 30 Zentimeter Durchmesser, Gipfelholz, alle Baumarten aber vor allem Buchen werden als Brennholz verkauft. In Erligheim insbesondere vom Erlensumpfweg, wo rund drei Viertel des Einschlags passieren.

Erhöht hat sich auch der so genannte Anschlagspreis auf 59 Euro pro Festmeter. „Den Rest regelt der Markt“, sagt Böer. 700 bis 800 Festmeter sind im Angebot, davon rund drei Viertel als Brennholz. Dass sich die Verteilung einmal ändern wird ist, davon ist kaum auszugehen. Flächenlose sind gerade einmal vier im „Grünen Baum“ zu haben. Der Zeitaufwand, der dafür erforderlich ist, sei vielen zu hoch. Und den Opa, der das früher gemacht habe, gebe es heute nicht mehr.

Erste Versteigerung

Weil in Erligheim die erste Versteigerung der Saison stattfinde, sei diese „ein gutes Indiz dafür, wie der Holzverkauf in diesem Jahr laufen wird“, sagt Bürgermeister Rainer Schäuffele. Die Ausgaben seien etwas höher als die Einnahmen mit rund 20 000 Euro, so Schäuffele. Dafür muss die Gemeinde auch die Forstarbeiter aus Sachsenheim, die Instandhaltung der Wege und die Aufforstung bezahlen. Hoch sei in Erligheim auch die Zahl der Bieter aus Freudental, das gar keinen eigenen Wald besitzt, so  der Revierförster.

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Bönnigheim

Einwohner: 7593 (31. Dez. 2015)
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Höhe: 221 m ü. NHN
Bürgermeister Kornelius Bamberger

www.boennigheim.de/

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