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Bürgermeisterin in den Schlagzeilen

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Elfeinhalb Jahre war Dorothea Bachmann Bürgermeisterin in Freudental, seit 2012 ist sie nun Rathauschefin in der Stadt Hechingen. Nach einer handgreiflichen Auseinandersetzung mit ihrem Ehemann sorgte sie bereits im März 2017 für Schlagzeilen in der Boulevardpresse, jetzt widmete eine große Sonntagszeitung den neuesten, schlüpfrigen Details eine ganze Seite.

„Hechingen wird regiert – noch“, schreibt die Hohenzollerische Zeitung zur aktuelle Situa­tion in der Stadt, denn der massive Rosenkrieg zwischen Bachmann und ihrem Ehemann, mit dem sie seit rund 30 Jahren verheiratet ist, belastet ihre Arbeit im Hechinger Rathaus. „Die Stadt wird regiert“ – mit dieser Feststellung reagiert das politische Hechingen auf das bundesweite Interesse, das urplötzlich über die 19 000 Einwohner hereingebrochen ist. Im Rathaus reichen sich die Fernsehteams die Türklinke in die Hand, und der Erste Beigeordnete Philipp Hahn bekräftigt ein ums andere Mal, dass die Welt unter der Zollerburg in Ordnung sei. Die Boulevard-Meldungen allerdings haben das öffentlich gemacht, was Stadt und Gemeinderat bislang ziemlich erfolgreich kaschiert haben: Hechingen hat sei Monaten kein amtierendes Stadtoberhaupt mehr. Bürgermeisterin Bachmann plagte sich zunächst mit den Folgen eines schweren Sportunfalls und war zu Beginn des Jahres lange in einer Reha-Klinik. Kaum wieder da, folgte die langwierige Erkrankung als Folge der Trennung von ihrem Ehemann. Nach Ostern gab es nur eine kurze Unterbrechung.

Seit Anfang Mai ist die Diplom-Verwaltungswirtin auf längere Zeit dienstunfähig geschrieben. Wie lange dies genau dauern wird, darüber kann die Stadtverwaltung keine Auskunft geben. Ihr Stellvertreter im Amt, Erster Beigeordneter Philipp Hahn, verweist auf drei weitere, ehrenamtliche Stellvertreter aus dem Gemeinderat. Hahn will keinen Zweifel aufkommen lassen: „Es gibt keine Probleme.“

Im Gemeinderat ist man derweil sehr darum bemüht, bei der Bürgermeisterin Privates und Dienstliches auseinanderzuhalten. Dies gelingt aber nicht immer. So hat Bachmann ihren Hauptwohnsitz nun außerhalb des Landkreises und verliert deshalb ihr Kreistagsmandat. Den stellvertretenden Vorsitz der CDU-Kreistagsfraktion ist die 51-Jährige bereits los.

„Es ist Zeit, dass wieder Ruhe einkehrt“, wiederholt Andreas Ermantraut mittlerweile oft. Der Vorsitzende der CDU-Fraktion bezweifelt, dass die Bürgermeisterin jemals wieder auf ihrem Stuhl Platz nehmen wird: Das wäre die eine Möglichkeit, um für Ruhe zu sorgen. Auch Ermantraut lässt wissen, dass das Privatleben der Verwaltungschefin einem egal sein könnte – „solange sie ihren Job gut macht“. Hechingen sei handlungsfähig, bekräftigt Jürgen Fischer. Der SPD-Fraktionsvorsitzende verweist auf den sehr ordentlichen Haushaltsplan, der Maßgabe für Verwaltung und Gemeinderat sei. Wenn sich die Bürgermeisterin entscheide, ihren Posten wieder anzutreten, „werden wir sie weiterhin begleiten“.

Das Wort „Neuwahlen“ will Fischer derzeit aber nicht hören. Gewählt ist Bachmann in ihrer ersten Hechinger Amtszeit noch bis 2019. Almut Petersen, die Fraktionsvorsitzende der Bunten Liste, betont, dass die Arbeit der Stadtverwaltung in geordneten Bahnen verlaufe. Auf Dauer, so räumt die Gemeinderätin ein, sei das jedoch keine Lösung.

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