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Bürgermeister: Erdaushub unkritisch

Die Lagerung von belastetem Erdaushub besorgt die Anwohner auf dem Amann-Areal. Nach Rückfragen beim Investor gibt es eine Stellungnahme der Stadt.

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Bürgermeister Bamberger erwartet, dass der zwischengelagerte Erdaushub in der kommenden Woche auf die Deponie transportiert wird.  Foto: 

Nach Hinweisen aus der Bevölkerung berichtete die Bönnigheimer Zeitung in ihrer Samstagausgabe exklusiv über die Sorgen von Anwohnern auf dem Amann-Areal, nachdem dort belasteter Erdaushub des ehemaligen Kesselhauses zwischengelagert wurde. Bürgermeister Kornelius Bamberger gab dabei am Freitagnachmittag eine erste Einschätzung, erklärte aber, es sei notwendig, dass er sich beim Bauträger, der Firma Paulus, und beim Landratsamt notwendige Informationen einhole.

Dies bekräftigte er bei der Gemeinderatssitzung am Freitagabend auf Nachfragen unter dem Tagesordnungspunkt "Verschiedenes" erneut. Er betont dabei, dass "von den Verantwortlichen alles unternommen wurde, um Risiken und Gesundheitsgefährdungen zu verhindern. Anfang kommender Woche ist mit den Laborergebnissen der Beprobung zu rechnen. Nach der anschließenden Freigabe der Anlieferung durch die Deponie wird die Baufirma den Aushub zügig abfahren."

Jetzt liegt eine Stellungnahme des Bürgermeisters vor, in der er auf die in der Gemeinderatssitzung vom Gremium aufgeworfenen Fragen eingeht: "Nach Anfragen aus der Bevölkerung und im Gemeinderat hat die Stadtverwaltung mit dem Bauträger Firma Paulus und dem Landratsamt nochmals Kontakt aufgenommen. Die Lagerung des Erdaushubs im Bereich Ganerbenstraße/Liebensteiner Weg stellt sich demnach wie folgt dar: Es handelt sich bei der Zwischenlagerung um Aushub aus dem Bereich unterhalb der sogenannten Baugrubensohle, das heißt der Aushub liegt tiefer als die für den Neubau eigentlich notwendige Baugrube. Nach Voruntersuchungen handelt es sich voraussichtlich um Material der Deponieklasse I" (siehe Info-Kasten).

Die Zwischenlagerfläche auf dem Amann-Areal sei Privatbesitz, so Bamberger, und die ausführende Baufirma habe mit dem Eigentümer die Lagerung abgesprochen. Die Nutzung der Fläche für diesen Zweck sei von dem beauftragten Geologen mit dem Landratsamt Ludwigsburg abgestimmt worden. "Am Freitag, 13. Mai, erfolgte eine Begehung der eigentlichen Baustelle und des Zwischenlagers durch das Landratsamt. Hierbei wurde die Wahl der ergriffenen Maßnahmen nochmals als ausreichend bestätigt", teilt der Bürgermeister mit. Danach entspräche die mögliche Luftbelastung denen zum Schutz von Anwohnern und Passanten festgesetzten Grenzwerte denen der eigentlichen Baustelle an der Hauptstraße (Ehemalige Kantine und Kesselhaus der Firma Amann). Die Kontrolle erfolgte durch Messungen mit dem Photoionisationsdetektor und Dräger-Röhrchen für Benzol.

Bamberger weiter: "Die Arbeiten am Zwischenlager sind abgeschlossen. Bis zum Vorliegen der Deklarationsanalytik und der folgenden Abfuhr bleibt das Material abgeplant und wird nicht weiter angetastet. Die geruchlichen Belastungen sollten sich in diesem Zeitraum, sofern überhaupt wahrnehmbar, stark in Grenzen halten. Während der Arbeiten kam es zu keiner über den Geruch hinausgehenden relevanten Belastung der Luft im Bereich außerhalb des Zwischenlagers. Selbst die unteren Nachweisgrenzen der eingesetzten Messinstrumente wurden nicht erreicht."

Auf die Frage, welche Auswirkungen durch die Zwischenlagerung für das Grundwasser und den Mühlbach zu erwarten seien, heißt es in der Stellungnahme der Stadt: "Das belastete Material ist vollständig mit Planen abgedeckt, sodass durch Niederschläge keine Auswirkungen zu erwarten sind. Der Zustand der Planen wurde auch über das Pfingstwochenende regelmäßig kontrolliert. Zudem wurden auch unter den Haufwerken Planen ausgebreitet, sodass auch hier kein relevantes Eindringen von Schadstoffen in den Boden zu erwarten ist." Nach der Abfuhr des Bodenmaterials erfolge eine flächige Beprobung des Bodens, um schädliche Verunreinigungen auszuschließen. "Der einzige zu beobachtende Eintrag in den nebenstehenden Bach erfolgt durch das durch die LKW-Reifen auf die Straße gebrachte Bodenmaterial. Die Mengen sind dementsprechend sehr überschaubar. Da dieses Material in erster Linie von der unbelasteten und geschotterten Fahrtrasse im Baustellenbereich stammt, werden keine Belastungen mit Schadstoffen erwartet", so der Bürgermeister.

Nach der Deponieverordnung der AVL-Deponie "Burghof" sei eine direkte Anlieferung des Erdaushubs nicht möglich gewesen, weil eine Beprobung vorab gefordert wird, um die Deponieklasse festzusetzen. ".Anfang kommender Woche ist mit den Laborergebnissen der Beprobung zu rechnen. Nach der anschließenden Freigabe der Anlieferung durch die Deponie wird die Baufirma den Aushub zügig abfahren", erklärt Bamberger abschließend.

Einteilung der Deponieklassen

Mäßig belastet Wie die Bönnigheimer Stadtverwaltung mitteilt, handelt es sich nach Voruntersuchungen bei dem Erdreich des ehemaligen Kesselhauses um Material der Deponieklasse I.

Deponieklassen Die Verordnung kennt fünf Deponieklassen (DK): Inertstoffdeponie für mineralische Abfälle mit geringem Schadstoffstoffgehalt (DK 0); Deponie für mäßig belastete (nicht gefährliche) Abfälle (DK I); Deponie für belastete, jedoch nicht gefährliche Abfälle (DK II); Deponie für gefährliche Abfälle (DK III); Deponie für die untertägige Ablagerung von Abfällen mit einer besonderen Gefährlichkeit (GK IV).

SWP

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Bürgermeister Kornelius Bamberger

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