Partner der

Bönnigheim investiert in die Sanierung des Mühlbachs knapp 185.000 Euro

Die Uferböschung des Mühlbachs frisst sich fast bis an den städtischen Bauhofes vor. Schwere Steinblöcke sollen Halt geben.

|
Die Uferböschung des Mühlbachs zwischen Bauhof und Kläranlage wird unterspült und soll neu befestigt werden.  Foto: 

Zwischen dem Gelände des städtischen Bauhofes in Bönnigheim und der Kläranlage soll die steile Uferböschung des Mühlbachs in kontrollierte Bahnen gebracht werden. "Bei Hochwasser spült es hier das feine Material weg. Nichts gibt der Böschung dann mehr Halt, weil hier nur feines Steinmaterial vorkommt", macht Michael Kuckluck-Rothfuß, Geschäftsführer des ausführenden Ingenieurbüros "SI Beratende Ingenieure GmbH + Co. KG, Stadtplanung und Infrastrukturentwicklung" aus Weilheim an der Teck deutlich. Bisher frisst sich die Uferböschung aus diesem Grund immer weiter ins Gelände vor. "Demnächst würde die Verkehrsfläche des Bauhofs angenagt, und das muss verhindert werden", so Kuckluck-Rothfuß weiter - Alarmstufe Rot am Mühlbach.

Bei fortschreitender Erosion der Böschung wird die Standsicherheit vor allem auf Seiten der befestigten und momentan als Lagerfläche genutzten Bauhofseite befürchtet. Eine Sicherung der Böschung durch Verbaumaßnahmen, eine recht einfache Methode, soll in Kürze Abhilfe schaffen: Das ausführende Ingenieurbüro will im Mühlbach von der Kläranlage bis zum Bauhof große Steinblöcke verbauen, die das feine Material künftig zurückhalten. "Das sind Steinquader, wie man sie in Gärten zur Hangsicherung verwendet", macht der Experte klar. Die schwere Blocksatzmauer soll aus circa 400 Steinquadern (Länge 80 bis 100 Zentimeter, Breite etwa 80 Zentimeter, Höhe 60 bis 80 Zentimeter) bestehen. Ob diese aus Granit oder einem anderen Material sein werden, wird noch entschieden. Mehr als das Aufschichten der Steinquader entlang der Böschung sei nicht notwendig, um das unkontrollierte Ausfransen des Baches zu stoppen. Als Bauzeit ist Juni bis November vorgesehen, wobei die eigentliche Bauzeit maximal geschätzte acht bis zehn Wochen beträgt.

Bereits am 8. April 2014 fand mit Vertretern des Landratsamtes, Fachbereich Umwelt und Wasserrecht eine Gewässerschau statt. Im Begehungsprotokoll wurden insbesondere verschiedene Unterhaltungsmaßnahmen am Mühlbach festgehalten. Das Landratsamt Ludwigsburg, Fachbereich Umwelt und Wasserrecht, legte daraufhin die Sanierung verschiedener Bereiche des Böschungsfußes fest, wegen der starken Erosionen und Uferabbrüche. Als zeitnah umzusetzende Sanierungsmaßnahme wurde damals der Bereich zwischen Bauhof und Kläranlage festgelegt. Der betroffene Streckenabschnitt hat eine Länge von circa 70 Metern.

Derzeit ist der Mühlbach durch relativ steile bewachsene Böschungen auf beiden Seiten begrenzt. Die Höhendifferenz beträgt zwischen Bachsohle und Böschungsoberkante rund 2,50 Meter. In den letzten Jahren traten häufiger kleinere Böschungsbrüche und Rutschungen sowie Setzungen im Umfeld auf. "Teilweise sind bereits Regenwasserableitungen in der Böschung freigespült", so Kuckluck-Rothfuß. Da die Flächen seitlich des Mühlbachs aus Auffüllungen bestehen, wurde zusätzlich eine geotechnische Untersuchung mit Nachweis der Standfestigkeit durchgeführt.

Auch finanziell steht der Sanierung des Mühlbaches in Bönnigheim nun nichts mehr im Wege. Nach Erweiterung des Bieterkreises übernimmt eine Firma aus Biberach die Arbeiten für deutlich weniger Geld als ihre Vorbieter. Die erste beschränkte Ausschreibung war wegen "schwerwiegender Gründe" aufgehoben worden: Die Gebote für diese Maßnahme lagen zunächst aufgrund der aktuellen Marktlage um weit mehr als 20 Prozent über dem Ausgabenlimit der Stadt.

Der Bönnigheimer Gemeinderat beschloss in seiner Sitzung am Freitagabend die Vergabe der Arbeiten am Mühlbach an die Firma "MK Ingenieure Biberach", die die Sanierung des Mühlbaches für 182 860 Euro brutto durchführen will. Im Haushaltsplan 2016 sind für die Maßnahme 200 000 Euro vorgesehen. 132 000 Euro stammen aus Haushaltsausgaberesten.

Absagen über Absagen und wohl ziemlich überteuerte Angebote hatte es gehagelt, als die Stadt in der ersten Ausschreibung 13 Firmen zur Teilnahme am Wettbewerb aufgefordert hatte. Daran sah die Bönnigheimer Verwaltung, dass die Marktlage immer noch sehr gut ist und die Firmen teils bis in den Herbst hinein ausgelastet sind. Der erhoffte Wettbewerb zwischen den Bietern blieb aus.

Auch in der zweiten beschränkten Ausschreibung vor wenigen Wochen mit erweitertem Bieterkreis zeigten nur zwei Firmen Interesse daran, den Mühlbach in mehreren Abschnitten aufwendig zu sanieren. Lediglich das Gebot der Firma "MK Ingenieure" aus Biberach war wirtschaftlich interessant für die Bönnigheimer Verwaltung. Je nach Bodenverhältnissen und je nachdem, wie stabil sich die Uferböschungen letztlich erweisen, kann sich die Investition nach oben oder unten bewegen.

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Wappen
Ludwigsburg

Bönnigheim

Einwohner: 7593 (31. Dez. 2015)
PLZ: 74357
Regierungsbezirk: Stuttgart
Höhe: 221 m ü. NHN
Bürgermeister Kornelius Bamberger

www.boennigheim.de/

Nachrichten aus Ihrer Gemeinde

Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Partner der

Großes kreatives Potenzial

In der Städtischen Galerie sind gleich drei neue Ausstellungen zu sehen. Zur großen Austellung des Künstlerbundes Baden-Württemberg kommen zwei Einzelschauen. weiter lesen