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Besondere Musik an einem besonderen Ort

Für Giora Feidman ist das PKC Freudental ein besonderer Ort. Seit 30 Jahren kommt er immer wieder hierher zurück, um mit seiner Musik, dem Klezmer, zur Versöhnung beizutragen.

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Giora Feidmann (links) und Andre Tsirlin im Duett.  Foto: 

Die Eröffnung des fast zweistündigen Konzerts von "Giora Feidman & Friends" in der ehemaligen Synagoge in Freudental übernahm die klagende, seufzende, allmählich lockende Klarinette, mit der Giora Feidman die Zuhörer, von der Rückseite des Saals kommend, in den Bann zog.

Auf der Bühne angekommen, zeigte der inzwischen 80-Jährige in einer beeindruckenden Sequenz von Tönen und Melodien, dass er immer noch der Meister des Klezmer ist. Für manchen im voll besetzten Saal war es unglaublich zu erleben, mit welcher Energie, charmant und launig Giora Feidman durch den Abend führte.

Für den Abend kündigte er viele Überraschungen an. Und die kamen. Wer hätte gedacht, dass eine Harfe und ein Saxophon miteinander die Emotionen des Klezmers transportieren? Hila Ofek (Harfe) und Andre Tsirlin (Saxophon), zusammen das Jerusalem Duo, lassen die beiden Instrumente zu einem magischen Klangerlebnis aufschwingen und so die schönste Harmonie erklingen. Die begabte junge Frau ist seine Enkeltochter, verriet Giora Feidman. Jeder im Saal spürte, wie stolz er auf sie ist. Und er gab preis, dass die beiden heiraten werden. Er verlangte, dass der Bräutigam um die Hand seiner Enkeltochter anhält. Dem Wunsch kam Andre Tsirlin musikalisch nach, ließ sein Saxophon bitteln und betteln.

Wohl, damit Andre Tsirlin zeigen konnte, was er gelernt hat, ließ Feidmans Antwort seiner Klarinette auf sich warten. Dann erklang die schönste Hochzeitsmusik, in die Hila Ofek mit der Harfe einstimmte.

Überraschend auch der Einsatz des Hackbrettes, das Almut Schwab mit großer Virtuosität spielte. In der Tradition des Klezmer waren das Hackbrett, das Zimbalon, neben der Violine und dem Kontrabass die ersten eingesetzten Instrumente. Doch Almut Schwab spielt mit der gleichen Leichtigkeit auch Akkordeon und die Querflöte. So vollzog sie gemeinsam mit Nina Hacker am Kontrabass und Gabriela Kaufmann (Klarinette, Bassklarinette, Tenorsaxophon) die Entwicklung der Klezmermusik nach. "Klezmers Techter" ließen in ihrer Interpretation der tra-ditionellen Melodien alle Einflüsse, vom Jazz über den Swing, mitklingen und schufen doch eine ganz eigene Stimmgebung. Giora Feidman, kongenial begleitet von Enrique Ugarte am Akkordeon, freute sich sichtlich, wie sich der Klezmer in den nächsten Musikergenerationen weiterentwickelt und doch seine eigene Klangfarbe behält. Diese Freude gab er an das Publikum weiter, indem er es einlud, sich mit der eigenen Stimme zu beteiligen. So erklang ein vielstimmiges "Donna, Donna, Donna" in der ehemaligen Synagoge Freudental.

Eine wahre Klangexplosion war der abschließende Auftritt aller Musiker. Da rangen die Klarinetten und das Saxophon um die schönsten Töne und vereinigten sich wieder im Rhythmus, den die beiden Akkordeonspieler vorgaben, unterlegt durch den Kontrabass und die sanften Klänge der Harfe. Verabschiedet wurden die Musiker mit stehenden Ovationen und dem Wunsch, sie mögen wiederkommen.

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