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Bebauungsplan, Version fünf

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Der Bebauungsplan „Schlossfeld I“ hat schon eine lange Geschichte hinter sich. Die inzwischen vierte Änderung beschäftige auf der Sitzung des Gemeinderats nicht nur das Gremium, sondern auch die Bürger.

Gleich mehrere junge Familienväter hatten dazu Fragen in der Bürgerfragestunde. Sie äußerten ihre Enttäuschung. Sie hätten damals am Brucknerweg ihr Einfamilienhaus gebaut im Glauben, dass sich nichts mehr am damaligen Bebauungsplan ändere, kritisierte Thomas Schlesinger. 9,5 Meter Bauhöhe hätten damals gegolten, nun sei man bei vierstöckigen Gebäuden direkt gegenüber. „Die Lebensqualität wird massiv eingeschränkt“, klagte er. Dazu komme, dass das eigene Haus an Wert verliere, so der Neu-Bönnigheimer, der alle Gemeinderäte einlud, sich vor Ort ein Bild von der Wohnsituation zu machen. Wenn man sich in der Schlossbergallee aufhalte, fühle man sich wie in einer Häuserschlucht. „Die Sonne sei am Mittag weg, so will keiner wohnen“, kritisierte ein anderer Bürger.

16 Meter hohes Gebäude soll entstehen

In der Tat will man im Bönnigheimer Schlossfeld verdichten – und hoch hinaus. Am Kreisverkehr in der Schlossbergallee sind es für ein Gebäude nun 16 Meter, die hoch gebaut werden dürfen, daneben gelten 14 Meter Bauhöhe. Die vierte Änderung des Bebauungsplans, die nach Beratung im technischen Ausschuss im Gremium zur Diskussion stand, beinhaltet aber keine neuen Bauhöhen mehr: Es geht um den Wegfall eines Fußweges, Anpassung der Carportfenster, den Wegfall eines Kleinspielfeldes und die umstrittene Vergrößerung eines Baufensters an dem Kreisel, wo ein markantes Gebäude als „zentraler Punkt“ gebaut werden kann, der im Entwurf des städtebaulichen Büros Eble vorgeschlagen worden war.

Fachbereichsleiter Klaus Walz erinnerte an die vielen Änderungen, die der Bebauungsplan nach dem Willen des Gemeinderats erfahren habe. Man habe keine Geschosszahlen mehr festgelegt sondern Firsthöhen, und hätte man einen willigen Bauherren gefunden, dann würde dort am Kreisel schon ein sechsstöckiges Haus gebaut. „Es war ihr Wunsch, dass man an diesem Punkt ein Zeichen setzt“, sagte Walz an das Gremium. Der Grundgedanke sei gewesen, hier ein Rückgrat mit Geschossbau zu realisieren, und der ganze Bebauungsplan sei in den letzten sechs bis acht Jahren nicht strittig gewesen.

Vierte Änderung abgesegnet

Dass sich inzwischen indes die Höhen geändert haben, stellte Michael Gerdes von der UWG-Fraktion klar. „Es ist wichtig, die Belange der Nachbarschaft zu berücksichtigen“, so der Rat. Nachbarinteressen mit abzuwägen, forderte auch sein Fraktionskollege Hans-Martin Jäger. Er stellte den Antrag, an der Allee eine Baulinie festzulegen und auf einen L-förmigen Bau zurückzugehen, der im Gremium einstimmig befürwortet wurde. Gegen eine Vergrößerung des umstrittenen großen Baufensters sprach sich Dorothea Bechtle-Rüster aus. „Es wäre naiv, den Bauträger zu bitten, hier schlanker zu bauen“, sagte die SPD-Fraktionsvorsitzende. Jürgen Carstens von der Fraktion der Grünen forderte in seinem Antrag, das große Baufenster am Kreisel zu reduzieren. Er wurde bei zwölf Gegenstimmen im Gremium abgelehnt, wissend, dass hier schon eine Vermarktung der Gebäude stattfindet. Die vierte Änderung des Bebauungsplans wurde anschließend bei zwei Gegenstimmen verabschiedet.

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