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Anlieger sind immer noch genervt

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Die Zufahrt zum Ortseingang von Bönnigheim in der Freudentaler Straße. Rechts hat die Wohnbebauung längst begonnen, doch das Ortsschild folgt erst 300 Metern nach den ersten Häusern. Das ist laut und gefährlich, klagen Anwohner.  Foto: 

Die Anwohner an der Freudentaler Straße sind genervt. Die Situation ist schon besonders am Ortsausgang von Bönnigheim nach Freudental. Anders als in umliegenden Kommunen steht das Ortsschild nicht außerhalb der Wohnbebauung sondern bereits im Ort.

Kommt man von Freudental, stehen rechts der Straße weit vor dem Ortsschild bereits Häuser, und es gilt schon davor Tempo 50. Auf der anderen Straßenseite darf aber schneller gefahren werden, nach dem Ortsschild Richtung Freudental findet sich kein Schild, das eine Temporeduzierung fordert. Für Raser eine willkommene Gelegenheit aufs Gas zu drücken.

Das beobachtet Emanuel Perini, der an der Straße wohnt täglich. Bereits im letzten Jahr hatte er sich zusammen mit ein paar Nachbarn an die Kommune, das Landratsamt und das Ministerium in Stuttgart gewandt (die BZ berichtete). „Man läuft gegen eine Wand“, sagt der Bönnigheimer. Es gehe nicht nur um Lärm sondern auch um das Unfallrisiko. „Wer trägt die Verantwortung, wenn etwas passiert“, fragt Perini, der hier schon wilde Szenen erlebt hat. Autorennen auf zwei Spuren wie das in der letzten Woche beispielsweise mit zwei Ford Mustangs, die  „ab Ortsschild Vollgas“ gegeben haben.

Eine Fußgängerfurt zur anderen Straßenseite, wo ein Kinderspielplatz steht, gibt es zwar. Aber eben auch Raser und die voll beladenen Lastwagen, die Richtung Freudental beschleunigen. Die gleichen Fahrzeuge fahren später durch Freudental und Hohenhaslach – bei Tempo 30. Und während Freudental erst unlängst einen dritten Blitzer bewilligt bekam, gibt es in ganz Bönnigheim gar keinen, was Perini nicht versteht.

 Anderswo wie etwa in Freudental würden Verkehrszahlen erhoben und danach gehandelt. Für die Freudentaler Straße in Bönnigheim gebe es nur Hochrechnungen und Simulationen, beschied ihm das Regierungspräsidium. Man empfahl ihm passive Lärmschutzmaßnahmen, eine Lärmschutzwand sei aber aus Kostengründen nicht darstellbar. Auch das Ministerium für Verkehr empfahl ihm „im Rahmen der Selbsthilfe zu vertretbaren Kosten einen effektiven Lärmschutz zu realisieren“.

Wäre es nicht einfach möglich, für wenig Geld das Ortsschild ans Ende der Bebauung versetzen, wie es etwa Richtung Hofen aussieht? Mitnichten. Es sei festgelegt, dass die Ortstafel dort angeordnet werden darf, wo die geschlossene Bebauung auf einer der beiden Seiten der Straße erkennbar beginnt, so Annegret Kornmann, Sprecherin beim Landratsamt Ludwigsburg. „Vorliegend befinden sich zwar nach der Ortstafel auf einer Straßenseite noch Gebäude, diese sind allerdings deutlich von der Straße abgerückt. Die Zugänge sowie Zufahrten befinden sich nicht an der Freudentaler Straße, eine Erschließung der Grundstücke von dieser Straße aus findet somit nicht statt.“

Für Emanuel Perini stimmt das so nicht. Tatsächlich gab es von der Freudentaler Straße einen Weg zum Ferienhof Krapf, über den auch das Wohngebiet erreicht werden kann. Warum sich das Landratsamt mit Händen und Füßen gegen eine einfache Versetzung des Schildes stemmt, leuchtet ihm und seinen Mitstreitern nicht ein. Welches Rechtsgut damit höher bewertet wird – das der Anwohner oder das der Autofahrer – ist eine Frage, die sich ihm aufdrängt. Auch darauf gibt es vom Landratsamt eine für die Anwohner wenig erbauliche Antwort: „Die Abwägung hat der Gesetzgeber getroffen. Die ausführenden Stellen wenden das Gesetz an“.

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Wappen
Ludwigsburg

Bönnigheim

Einwohner: 7593 (31. Dez. 2015)
PLZ: 74357
Regierungsbezirk: Stuttgart
Höhe: 221 m ü. NHN
Bürgermeister Kornelius Bamberger

www.boennigheim.de/

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