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An Ostern sind die Paramente weiß

Sie hängen am Altar, und sie sind violett, rot, grün, weiß und schwarz: die Paramente. Für die Löchgauer Pfarrerin Dorothee Lächler predigen die Tücher durch ihre Symbolik und sie geben in den liturgischen Farben Orientierung im Kirchenjahr.

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Für die Löchgauer Pfarrerin Dorothee Lächler ist es wichtig, dass die liturgischen Farben in der Kirche vorkommen. Deshalb trägt sie im Gottesdienst die entsprechen Stolen zu ihrem Talar. Am Gottesdienst am Ostersonntag hängt am Altar das weiße Parament.  Foto: 

Die Auswahl der Farben der Paramente, die am Altar und auch an der Kanzel zu sehen sind, hängt nicht vom Geschmack des Pfarrers oder gar des Messners ab, auch nicht vom farblichen Zusammenspiel mit der Kirche. Die liturgischen Farben sind nicht beliebig, sondern deutschlandweit für die evangelischen Kirchen seit dem 16. Jahrhundert vorgeschrieben. "Paramente predigen durch ihre Symbole", erklärt Dorothee Lächler, Pfarrerin in Löchgau, und weil diese lange in den Kirchen verwendet werden, verbinden sie auch Generationen.

"In Schwäbisch würde man die Paramente als Tischdecke bezeichnen", sagt sie mit einem Augenzwinkern, um danach mit Ernsthaftigkeit zu erklären, dass der Altar schließlich der Tisch ist, an dem das Abendmahl gedeckt wird.

In jeder evangelischen Kirche gebe es fünf Paramenten, in den liturgischen Farben violett, grün, rot, weiß und schwarz, die den Festen im Jahreskreis zugeordnet sind. In Löchgau sei das schwarze mit Sicherheit das älteste, und stamme wahrscheinlich aus der Zeit vor der großen Renovierung und Umgestaltung der Kirche 1957.

Das rote Parament wurde 1974 angeschafft, hat die Löchgauer Pfarrerin recherchiert, und da sich die Stile nicht so schnell ändern, dürften die weißen, violetten und grünen Tücher auch aus den 1970er-Jahre stammen. "Das Kirchenjahr beginnt mit Violett", sagt Lächler. Diese Farbe wird in der Vorbereitungszeit auf die hohen Feste verwendet, in der Advents- und Passionszeit oder am Buß- und Bettag. Die Löchgauer Seelsorgerin erklärt das Violett, als Mischfarbe zwischen blau, als Zeichen des Himmels und der Reinheit, und rot, was für Liebe und Blut steht. Die Zeit für das Religiöse im Menschen, für Besinnung und Gebet, für Buße und Umkehr werde im Löchgauer Parament sehr schön ausgedrückt: "Mit einem Kelch und Brot sowie einem Stern als Zeichen für die Adventszeit."

Das Symbol des Dornenkranzes ist auf dem schwarzen Parament in Löchgau zu sehen, das nur am Karfreitag verwendet wird. Schwarz ist die Farbe der Trauer am dem Todestag von Christus.

"Weiß ist die Farbe der großen Christusfeste - Christus als Licht der Welt", so Lächler, und wird an Weihnachten, Ostern und Himmelfahrt aufgehängt. Das weiße Parament hängt auch am Ewigkeitssonntag (Totensonntag) als Ausdruck dessen, dass man die Verstorbenen mit Christus verbunden weiß. Lächler: "Das Kreuz und Weltkreise - Christus als Herr der Welt - und die weißen Blüten sind auf unserem Parament für mich ein Zeichen des neuen Lebens."

Die Feste der Kirche - Pfingsten, Konfirmation, Reformationsfest und Kirchweihe - werden mit der Farbe Rot dokumentiert, der Farbe des Feuers, der Liebe, der Kraft Gottes und des heiligen Geistes. Das liturgische Tuch der Löchgauer Peterskirche - die in Teilen das älteste Gebäude der Gemeinde ist, da die erste Erbauung in die Karolingerzeit etwa 800 bis 1000 nach Christus zurückreicht - zeigt eine Sonne, die ihre Strahlen auf die Erde wirft. Dorothee Lächler interpretiert dies: "Die Sonne lässt eine gute Saat, das Wort Gottes, aufgehen, denn der Glaube wächst in der Kirche."

Grün, das "Alltagsparament", hängt am häufigsten in der Kirche. Die Ähren auf dem Parament in Löchgau sind für Lächler das Symbol für "wachsen und reifen, was Gott schenkt", die halbrunde Form im unteren Teil des Tuches habe sie für sich als Schale, die Gottes Segen auffange interpretiert.

"Es erinnert mich daran, jeden Tag die Schale des Lebens hinzuhalten, damit er sie mit Segen fülle", betont die Pfarrerin. Für Lächler ist es wichtig die passende Stola zu den liturgischen Farben im Gottesdienst zu tragen, und sie werde darauf auch oft angesprochen. "Von der Amtstracht zwar nicht ganz korrekt", merkt sie an, da der schwarze Talar der evangelischen Pfarrer das sogenannte Gelehrtengewand ist und die Stolen eigentlich zu weißen Mantelalben getragen werde. "Talar und Stolen sind aber von der Landeskirche erlaubt", erklärt Dorothee Lächler.

Kirchlicher Rhythmus im Lauf des Jahres

Wiederkehrend Das Kirchenjahr begann mit dem ersten Advent, 29. November 2015, und endet mit dem Ewigkeitssonntag (Totensonntag) am 20. November 2016. Es verknüpft wiederkehrende Kreisläufe mit Stationen um das Leben von Jesus Christus. Die sich Festzeiten strukturieren das Leben. In der dunkelsten Jahreszeit spricht Weihnachten vom Eintritt des Lichts in die Dunkelheit. Bei wieder aufblühender Natur verkündet im christlichen Glauben Ostern den Sieg des Lebens über den Tod. Wenn die Blätter fallen, gedenkt die Kirche des Todes und der Verstorbenen. Gleichzeitig erinnern die wiederkehrenden Rhythmen an die Stationen von Jesus Christus und greifen dabei wesentliche Stationen des eigenen Lebens von Christen auf: Geburt, Kindheit und Elternschaft, Gefährdung und Leid, Überschwang und Angst, Freude, Trauer und Tod. "Wer das Kirchenjahr mitfeiert, lernt das Wesentliche des christlichen Glaubens kennen", schreibt die Evangelische Landeskirche in Württemberg.

 

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