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Schlagzeugsolo begeistert

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Poems on the Rocks spielen am Samstagabend im Bönnigheimer Kulturkeller unter anderem Lieder von Pink Floyd, Jimi Hendrix oder Dire Straits.  Foto: 

Es sind Stücke die man schon tausendfach gehört aber womöglich nie richtig verstanden hat. Und das wollen Poems on the Rocks ändern. Das Konzept der sechs Esslinger ist so einfach wie wirkungsvoll. Die zeit- oder gesellschaftskritischen Texte trägt Schauspieler und SWR-Sprecher Jo Jung auf deutsch vor, entweder am Anfang oder in der Mitte des Stücks. Die Musik drumherum kommt von der Band um Jörg Krauss, Esslinger Original und Mitbegründer des Projekts. Sieben Jahre vor Matthias Holtmann und „Pop & Poesie“ haben sie schon im Jahr 2003 damit begonnen, große Hits live ins Deutsche zu übertragen. Und sie sind sich treu geblieben mit Stücken, die im Repertoire der Vorbilder zu den Kritischsten und Persönlichsten gehören. Mit „Time“ von Pink Floyd begannen sie den Abend in Bönnigheim, mit den „stolz verbummelten Zeit“ in der Jugend. „Like a Rolling Stone“ ist noch so ein Welthit, in dem Bob Dylan übers Älterwerden singt und die Zeit, wenn bei den Frauen alles nicht mehr von selbst läuft und sie auf sich selbst gestellt sind. Jo Jung spricht den übersetzten Text mit viel schauspielerischem Können und erweckt jede Liedzeile so zu Leben. Dass es im Leben für Jimi Hendrix um mehr als das Streben nach Geld und Macht geht, ist in „All along the Watchtower“ zu hören, das sich die Band ebenfalls vorgenommen hat. Auch hier gibt Jung dem Hit von früher einen ganz neuen Anstrich.

Sie lohnen es noch gehört zu werden, diese Liedtexte, auch heutzutage noch. Und wie wichtig sie damals als Ausdruck der Jugend waren, erklärte schon Leonard Bernstein, den Jung zitiert. Früher seien sie häufiger zu hören gewesen, heute gebe es kritische Texte nur noch in Rap und Hip Hop, findet Jung. Musikalisch gibt der Progressive Rock immer noch sehr viel her, so dass sie sich den Stücken von früher widmen, mit denen sie groß geworden sind. „Carpet Crawler“ von Genesis ist ein Song, den sie auf eine ganz neue Ebene bringen und musikalisch gut meistern. Aber auch neueres hat Eingang gefunden in das Repertoire von Poems on the Rocks. Midnight Oil widmet sich in „Beds are burning“ um die entrechteten Aboriginees Australiens. Und die Red Hot Chili Peppers besingen ein Amerika, in dem Unzucht und Doppelmoral zum Leben dazu gehören. Songs, die anecken und den Künstlern wichtig waren, die man heute aber in den Charts kaum finden wird.

Die Show der Esslinger lässt alles nochmal aufleben und auch besser verstehen. Auch den verstorbenen David Bowie, dem sie mit seinem „Heroes“ die letzte Ehre erweisen. Und sie bieten dann noch etwas, das man heute so gar nicht mehr hört, am allerwenigsten im Fernsehen oder im Radio: Ein zehnminütiges Schlagzeugsolo von Helmut Kipp, das für Begeisterung sorgt. Viel Applaus am Ende für die Band um Jo Jung und  ihren „Songs für die Ewigkeit“, die heute noch ihre Wirkung haben.

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