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Zwischen Info und Witzfigur - Kritik an der Kampagne für Bioanlage

Anfang Juni hat das Konsortium eine Kampagne gestartet, um für seine geplante Biovergärungsanlage zu werben. Doch die findet viel Kritik.

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Der "Biomann".  Foto: 

Die Wahlwerbemaschine vor dem Bürgerentscheid über die Biovergärungsanlage kommt so langsam auf Touren - doch schon jetzt ist klar, dass manche Ziele nicht erreicht werden. Denn zum Start ihrer Kampagne Anfang Juni hatten Vertreter des Konsortiums betont, dass es nicht nur das Ziel von ihnen sei, die Energiewende voranzutreiben, sondern auch das des Kreises und der Landespolitik. Von denen erhoffe man sich deshalb auch Unterstützung vor dem Abstimmungstermin. Doch nun kommt nach der Absage durch den Landkreis (die BZ berichtete) auch eine vom Umweltministerium. "Natürlich unterstützen wir das nicht", sagte ein Sprecher, das könne man in dem laufenden Prozess auch gar nicht. Ungeachtet dessen unterstütze man im Allgemeinen natürlich die Energiewende.

Wenig Begeisterung ist bislang auch zur Kampagne selbst erkennbar, zu der unter anderem Infostände und ein "Bürgerbrief" gehören. Sie nehme die Bürger nicht ernst, so der Tenor der Leserreaktionen, insbesondere zum "Biomann", spöttisch oft als "Grünes Männchen" bezeichnet. Die Figur ist seit Ende Mai mit einer Facebook-Seite präsent - und der erste Userkommentar stammt ausgerechnet vom Chef der mit der Kampagne beauftragten Agentur. Auf das Bild des Biomanns mit dem Spruch "Ich liebe euren Müll" fragt Dietrich von Gumppenberg: "Na und was machst du damit?" Und eines der jüngeren Postings verlinkt auf einen Beitrag der Kindersendung "logo!", in der sich ein Reporter zeigen lässt, was mit Biomüll nach der Abholung geschieht ("Die Mikroorganismen fressen quasi meine Mandarinenschalen und pupsen sie aus und dabei entsteht Biogas?").

"Einfach nur grotesk" finden das Vertreter der Bürgerinitiative (BI), die den Standort im Steinbruch ablehnen und sich dagegen verwahren, gegen die Energiewende zu sein. Es sei zudem unverständlich, wie der Betreiber eine solche Kampagne finanzieren könne, wo er selbst noch keinen Cent verdient habe, sagte Ulrike Pfitzner. Also trage letztlich der Kunde der Stadtwerke - sie sind ebenfalls am Konsortium beteiligt - die Kosten.

Die BI könne dagegen nur einen bescheidenen Wahlkampf machen. Vielleicht produziere man noch Flyer und veranstalte Infostände, sagte Pfitzner. Sie setzen aber vor allem auf die Broschüre, in der die Positionen der Stadt - der Bürgerentscheid richtet sich gegen deren Bebauungsplan - und der BI dargestellt werden und an der noch fleißig gearbeitet wird. "Und wir hoffen und setzen auf mündige Bürger, die einen Bezug zu unserer wunderschönen Stadt haben und nicht die Belastungen durch die Anlage wollen", sagt Pfitzner. Wer interessiert sei und die Infos lese, werde in ihrem Sinne entscheiden, ist sie überzeugt.

Folgen der Bundespolitik

Bundesentscheidung Die Biogutvergärung Bietigheim rechnet nicht damit, dass die beschlossene Neuregelung der Förderung im Rahmen des Erneuerbare Energien Gesetzes (EEG) Auswirkungen auf die Wirtschaftlichkeit der geplanten Biogutvergärungsanlage haben wird. Auf BZ-Anfrage erklärte Geschäftsführer Rainer Kübler, er gehe davon aus, dass mindestens 80 Prozent der produzierten Energiemenge auch weiter staatlich beziehungsweise über die EEG-Umlage gefördert werde.

Änderung Die Neuregelung sieht vor, dass bei Großanlagen die Förderung von einer Ausschreibung abhängig gemacht wird. Laut Kübler würden bei Biomasse aber auch künftig 8760 produzierte Kilowattstunden auf jeden Fall vergütet. Die geplante Anlage ist bisher auf 11 000 Megawattstunden ausgelegt, wobei ein Teil für den Eigenbetrieb vorgesehen ist.

 

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Themenschwerpunkt

Bioanlage

In Bietigheim-Bissingen soll eine Biomüllvergärungsanlage entstehen. Über den Standort wird aber noch diskutiert. In diesem Schwerpunkt sind alle bisher erschienenen Artikel rund um die Bioanlage in Bietigheim-Bissingen zu finden.

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